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16.06.2009

Bargeldlos Bezahlen: Mit Unterschrift sicherer als mit PIN

Mit dem Kartensperrsystem KUNO konnte das EHI zu einem deutlichen Rückgang der Betrugsfälle mittels rechtswidrig erlangter Debitkarten in 2008 um 24,6 Prozent auf 21.820 registrierte Fälle beitragen. Die Straftaten beim ELV liegen damit erstmals unter denen des im allgemeinen als sicher geltenden PIN-Verfahren (23.689 erfasste Fälle in 2008).

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble präsentierte diese spektakuläre Entwicklung bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2008 am 15.06.2009. Er nannte als wesentliche Gründe die vermehrte Kontrolltätigkeit des Handels und die KUNO-Sperrdatei beim EHI. KUNO ist die 2006 eingerichtete, gemeinsame Plattform von Polizei und Einzelhandel, die durch schnelle Kommunikationswege zwischen Polizeidienststelle und Ladengeschäft die gestohlen gemeldeten Karten blockiert, bevor der Dieb größeren Schaden anrichten kann.

Mit einer Steigerung um 105 Prozent verzeichnet allerdings der Betrug mit rechtswidrig erlangten Daten von Zahlungskarten, auch bekannt als Skimming, eine besorgniserregende Entwicklung, die weder Einzelhandel noch Kreditwirtschaft alleine lösen können. "Eine Vertrauenskrise beim Verbraucher ist das größte Risiko für weiteres Wachstum des Kartenzahlungsmarktes," schätzt Marco Atzberger, Mitglied der Geschäftsleitung des EHI, die Lage ein. "Es wäre wünschenswert, wenn Handel und Banken mit den erprobten KUNO-Methoden gemeinsam gegen diesen Betrug vorgehen würden."

Heute tagen Vertreter des Einzelhandels, Netzbetreiber und Banken beim EHI, um die Konsequenzen der aktuellen Polizeistatistik zu diskutieren und die unter dem Arbeitstitel OLIVIA kursierende Kooperationslösung zu konkretisieren.


Über KUNO:  Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationen (abgekürzt KUNO) ist ein Projekt des EHI Retail Institute in Kooperation mit der deutschen Polizei und dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels, das helfen soll, den Schaden durch den Betrug beim Einkauf mit der Debitkarte per Lastschrift einzudämmen. Der Pilot zur bundesweiten Einführung mit einer zentralen Plattform wurde im Februar 2006 in Stuttgart gestartet. Die ersten zugeschalteten Flächenländer waren NRW, Baden-Württemberg und Niedersachsen. 2008 meldeten alle Bundesländer Kartendiebstähle an KUNO. Das Volumen der Diebstahlsmeldungen liegt bei über 11.500 pro Monat.