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10.05.07

EHI-Studie: Kartenanteil weiter steigend

SEPA – Deutschlands Händler rüsten auf

Die Vorbereitungen für einen einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum (SEPA), in der Kreditwirtschaft seit längerer Zeit bereits das Top-Thema, machen sich nun auch verstärkt im Einzelhandel bemerkbar, fand das EHI Retail Institute, Köln im Rahmen der aktuellen Jahres-Studie „Zahlung und Kundenbindung per Karte“ heraus. 40 Prozent der großen deutschen Handelsunternehmen beabsichtigen noch im Jahr 2007 Modifikationen ihrer Kartenzahlungsinfrastruktur. Weitere 22,5 Prozent wollen bis spätestens 2009 folgen. Dabei steht bei den international aktiven Unternehmen die Migration auf europaweit einsetzbare Kartenlesegeräte ganz oben auf der To-do-Liste.

Deutschland: Debit klar vor Credit

Im Jahr 2006 wurden 34,1 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes mit Karten getätigt (Vorjahr: 32,9 Prozent). Das erklärt, warum dem Thema ein besonders hoher Stellenwert bei Investitionsentscheidungen des Handels eingeräumt wird.
82 Prozent aller Kartenumsätze entfallen etwa zu gleichen Teilen auf die Verfahren ec-Lastschrift (unterschriftbasiert) und electronic cash (PIN-gestützt). In zwei Drittel aller großen Unternehmen und der Hälfte aller mittelständischen Handelsbetriebe werden beide Verfahren mittlerweile erfolgreich miteinander kombiniert. Dies ermöglicht es den Unternehmern, die wirtschaftlichen Vorteile des vom Handel selbst entwickelten ec-Lastschriftverfahrens mit den Aspekten Sicherheit und Zahlungsgarantie des von der Kreditwirtschaft initiierten, teureren electronic-cash-Verfahrens in Einklang zu bringen.

Lebensmittel-Discounter: größte Zunahme des Kartenanteils

Ein besonders deutlicher Anstieg der Kartenzahlungen ist bei den Lebensmittel-Discountern festzustellen, wo nun flächendeckend insbesondere hochpreisige Sonderpostenware per ec-Karte bezahlt werden kann. Mit knapp 18 Prozent Kartenanteil liegen die Discounter zwar noch deutlich hinter den Großflächenbetrieben des Lebensmittelhandels (33,5 Prozent Anteil) zurück, das Volumen hat sich aber in nur zwei Jahren nahezu verdreifacht.
Bis 2010 rechnet das EHI mit einem weiteren verhaltenen Anstieg der Kartenzahlung bis auf einen Anteil von 40 Prozent. Inzwischen gilt das Bezahlen mit Plastikgeld in nahezu allen Branchen des Handels als Standard.
„In den nächsten Jahren werden wir mehr denn je ’Kannibalisierungseffekte’ zwischen verschiedenen Karten und Kartensystemen beobachten können“, so Horst Rüter, Forschungsbereichsleiter Zahlungssysteme beim EHI. Dabei wird es seiner Meinung nach ausgesprochen spannend zu beobachten, welchen insbesondere auch preislichen Druck internationale Marken wie Maestro auf die bestehenden nationalen Systeme ausüben werden.
An der Studie beteiligten sich 228 Unternehmen des Einzelhandels mit einem Gesamtumsatz von 160 Mrd. Euro. Die Untersuchung wurde unterstützt vom HDE, Hauptverband des Deutschen Einzelhandels, dem BTE, Bundesverband des deutschenTextil-Einzelhandels, der Intersport Deutschland und der DZB Bank, (ariston-Nord-West-Ring-Gruppe/Sport 2000). Die Auswertungen des EHI werden u. a. als statistische Grundlage der Deutschen Bundesbank, der Europäischen Zentralbank und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes genutzt.