18.07.2006
EHI: Center-Flächenüberhang im „Osten“ – „Westen“ holt auf
Die Shopping-Center befinden sich weiterhin im Aufwind. Anfang 2006 zählte das EHI Retail Institute insgesamt 372 Shopping-Center mit Mietflächen von mehr als 10.000 qm und in den nächsten Jahren werden jährliche Zuwachsraten von durchschnittlich 4 Prozent erwartet. Auch wenn nicht alle bekannten Planungen umgesetzt werden können, ist davon auszugehen, dass in den nächsten vier Jahren mehr als 60 neue Shopping-Center entstehen werden und mit der Anzahl der Center wächst natürlich auch die Miet-/Verkaufsfläche, die für die Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung steht.
Unterschiedlicher Versorgungsgrad
Betrachtet man die Versorgung der Bevölkerung mit Shopping-Center-Verkaufsfläche in den einzelnen Bundesländern fällt zunächst auf, dass es heute ein breites Spektrum unterschiedlicher Versorgungsdichte gibt, das von Niedersachsen mit 49,5 qm je 1.000 Einwohner bis Brandenburg mit 305,3 qm je 1.000 Einwohner reicht, wo jedem Einwohner die sechsfache Centerfläche angeboten wird
Überversorgung im „Osten"
Im Versorgungsranking oben stehen die neuen Bundesländer: Brandenburg (305,3 qm/TEW), Sachsen-Anhalt (277,7 qm/TEW), Sachsen (268,9 qm/TEW), Mecklenburg-Vorpommern (235,5 qm/TEW) und Thüringen (139,7 qm/TEW) sowie die Stadtstaaten: Bremen (284,2 qm/TEW), Berlin (223,1 qm/TEW) und Hamburg (207,3 qm/TEW). Betrachtet man die Republik insgesamt, muss man feststellen, dass im „Osten" eine deutliche Überversorgung an Center-Verkaufsfläche gegeben ist, zumal die Kaufkraft deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt und sich die Bevölkerung dieser Bundesländer seit der Wende stetig rückläufig entwickelt. Konsequenzen sind sinkende Flächenleistungen der Betreiber und wenig neue Flächen in der Planung.
Süden der Republik holt auf
Über relativ wenig Shopping-Center-Fläche verfügen hingegen die größten deutschen Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg, die gleichzeitig auch die höchsten Kaufkraftkennziffern aufweisen. Obwohl letztgenannte Bundesländer in den vergangenen vier Jahren ihre Shopping-Center-Flächen erheblich erweitert haben und gemäß der EHI-Planungsunterlagen sich die Versorgungsqualität in den nächsten vier Jahren weiter verbessern wird, bleibt noch eine deutliche Versorgungslücke bestehen. Zu vermuten ist daher, dass die neuen Standorte mehr und mehr im Süden der Republik liegen werden. In den letzten Monaten eröffneten bereits einige neue Center in Süddeutschland, wie die Schlössle Galerie in Pforzheim oder das Ettlinger Tor in Karlsruhe. In Stuttgart haben 2006 bereits zwei neue Center eröffnet: die Königsbau Passagen und Cannstätter Carre’. Im Süden tut sich schon was!
Herausgeber:
EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org
Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-0, Fax: -45
Kontakt:
Bruno Groner, Leiter Forschungsbereich Handelsstatistik +
Shopping-Center, Tel.: -29, mailto:Groner@ehi.org
Ute Holtmann, Leiterin Public Relations, Tel.: -42, mailto:holtmann@ehi.org







Druckversion