05.04.2006
Ladenbau: Stabile Investitionen trotz erhöhter Stahlpreise - Kostendruck zwingt zu weiterer Optimierung.
Köln, 05.04.2006 Trotz der erheblich gestiegenen Stahlpreise war es im Handel möglich, die gesamten Investitionskosten für die Neueinrichtung eines Geschäfts stabil zu halten oder gar zu reduzieren. Das ergab die aktuelle Umfrage des EHI unter führenden Einzelhändlern und Ladenbauern in Deutschland.
Die Ergebnisse im Einzelnen: Die Investitionen liegen im Lebensmittelhandel bei 528 Euro je Quadratmeter (qm) Verkaufsfläche (VKF) für einen Super-/kleinen Verbrauchermarkt und bei 298 Euro/qm VKF für ein SB-Warenhaus. Im Nonfood-Handel variieren die Einrichtungsinvestitionen für die Neueinrichtung eines Geschäfts zwischen 120 Euro/qm VKF in Baumärkten und 435 Euro/qm VKF im textilen Fachhandel.
Mit der zunehmender Standardisierung von Planungsprozessen sowie reduzierter Planungsleistungen und deren Verlagerung vom Handel auf die Hersteller konnten in fast allen Handelsbranchen Personalkosten deutlich gesenkt und so ein gleichzeitiger Anstieg der Sachkosten zwischen sechs Prozent im Supermarkt und bis zu 30 Prozent in SB-Warenhäusern sowie in Kauf- und Warenhäusern kompensiert werden.
Stahlpreiserhöhungen sind für diesen Kostenanstieg aber nur in den wenigsten Fällen die einzige und zugleich gravierendste Ursache. Neben dem materialbedingten Kostenanstieg ist der konzeptbedingte Kostenanstieg viel entscheidender, der – hervorgerufen durch gestiegene Ansprüche an Store-Design und Ladeneinrichtung als wichtigen Wettbewerbsparameter – auf dem vermehrten Einsatz von Beleuchtung und Merchandising-Elementen sowie Kühlung im Lebensmittelhandel basiert.
Stahlpreiserhöhungen von zuletzt durchschnittlich 25-30 Prozent führten bei den Herstellern von System-Ladeneinrichtungen daher zu einem viel stärkeren Kostendruck als im Handel. Aufgrund der aktuellen Wettbewerbssituation war eine Weitergabe der Stahlpreiserhöhungen an den Handel in voller Höhe nur den wenigsten Ladenbauern uneingeschränkt möglich.
Der Handel reagiert auf erhöhten Kostendruck mit einer weiteren Standardisierung von Ladeneinrichtungen und Planungsprozessen sowie der Optimierung von Beschaffungsprozessen durch Bedarfsbündelungen, zentralisierte Investitionsentscheidungen und den Ausbau von Lieferantenpools. All dies macht aus Sicht der Ladenbauer eine Weitergabe von Preiserhöhungen an den Rohstoffmärkten noch schwieriger und verringert Preisspielräume für Individualanfertigungen.
Die aktuellen Entwicklungen an den internationalen Rohstoffmärkten hat das EHI zum Anlass genommen, Handel und Ladenbau-Industrie gemeinsam mit dem Deutschen Ladenbau-Verband (dlv) zu den Auswirkungen der Stahlpreiserhöhungen auf das Beschaffungsmanagement im Handel sowie die weitere Zusammenarbeit von Handel und Industrie im Hinblick auf Projektsteuerung und Einkaufsplanung zu befragen. Darüber hinaus enthält die Studie „Stahlpreis und Ladenbau" eine Fortschreibung der bekannten EHI-Investitionskennziffern zur Ladeneinrichtung.
Die komplette Studie ist ab sofort im EHI-Verlag zum Preis von 120,- EUR zzgl. MwSt. und Versandspesen erhältlich.
Herausgeber:
EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-0, Fax: -45
Kontakt:
Claudia Horbert, Leiterin Forschungsbereich Ladenplanung + Einrichtung, Tel.: -58, horbert@ehi.org
Ute Holtmann, Leiterin Public Relations, Tel.: -42, holtmann@ehi.org







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