01.03.2011
Preiswürdige Forschung: Facebook als Headhunter und Kundenkarten als Frühwarnsystem
Zur Verleihung des Wissenschaftspreis 2011 kamen auf Einladung des EHI und der GS1 Germany über 300 Spitzenkräfte der Handelsbranche nach Düsseldorf ein.
„Der Wissenschaftspreis befeuert handelsrelevante Forschung und eröffnet dem Handel dadurch einen wichtigen Zugang zu zeitgemäßen Erkenntnissen. Die Kooperation mit der GS1 Germany und der Akademischen Partnerschaft ist ein wichtiger Baustein für den Erfolg des Wissenschaftspreises”, erklärte Prof. Götz Werner, Gründer und Aufsichtsrat von dm drogerie-markt und EHI-Präsident die Idee des Wissenschaftspreises. Für Jochen Rackebrandt, Director Customer Supply Chain Development Europe, Kraft Foods und Aufsichtsrat von GS1 Germany, ist die Förderung – auch durch das Preisgeld von 40.000 Euro – ein wichtiger Beitrag für die Zusammenarbeit von Forschung und Praxis. Für Prof. Dr. Werner Reinartz, Seminar für allg. BWL, Handel & Kundenmanagement der Universität zu Köln und Vorsitzender der Akademischen Partnerschaft, kommt der praxisorientierten Arbeit in der Wissenschaft eine hohe Bedeutung auch für die Lehre und Ausbildung zu.
In der Kategorie Dissertation wurde Salome Nies von der Goethe Universität Frankfurt für ihre Arbeit zum „Private Label Management“ ausgezeichnet. Die Jury entschied sich einstimmig für diese Dissertationsschrift, da sie ein top-aktuelles Thema bearbeitet. Handelsmarken verschaffen dem Handel vielfältige Vorteile und gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Arbeit untersucht Händler- und Sortiments-spezifische Merkmale und zeigt, wie sich Investitionen in Handelsmarken auf die Perfomance des Unternehmens auswirken.
Christian Hoops von der Technischen Universität Dortmund konnte die Jury von seiner Masterarbeit zum Thema „Analyse Standort-bedingter Kundenbindung – Entwicklung eines Frühwarnsystems“ überzeugen. Die Jury würdigte bei dieser Arbeit, dass bislang eine Ereigniszeitanalyse noch nicht im Kontext der Standortgutachten behandelt wurde und nun erstmalig eine standortspezifische Kundenbindung untersucht wird, woraus sich wertvolle Erkenntnisse zur Kundenwanderung ergeben. Das Modell kann als Frühwarnsystem für Kundenabwanderungen installiert werden.
Als beste Bachelorarbeit wurde die Arbeit von Laura Steden von der Europäischen Fachhochschule in Brühl mit dem Thema „Personalrekrutierung durch die Analyse digitaler sozialer Netzwerke – ein Anwendungsbeispiel bei der REWE Group“ gekürt. Mit der Auswahl dieser Arbeit wollte die Jury den Mut honorieren, neue Wege zu gehen und andere BA-Studenten ermutigen, dies ebenfalls zu tun. Personalrekrutierung ist hochgradig relevant für den Handel, und soziale Netzwerke können helfen, das Image des Handels zu stärken. Das Thema ist anwendbar und übertragbar auf viele Geschäftsmodelle, Branchen und Unternehmensgrößen.
Mit dem Preis der Kooperationen wurde die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn für die Forschungsarbeit „Kühlkettenoptimierung durch interaktive und interdisziplinäre Kooperationen aus Lehre, Industrie und Forschung“ unter Leitung von PD Dr. Judith Kreyenschmidt ausgezeichnet. Begründet wurde diese Wahl mit der hohen Relevanz und starken Aktualität des Themas für die Wertschöpfungskette, eine breite interdisziplinäre und praxisorientierte Forschung und die schnelle und umfassende Verankerung der Forschungsergebnisse in der Lehre. Dieser Preis wurde mit der Maßgabe vergeben, weitere Forschungsergebnisse im Hinblick auf eine integrierte Betrachtung der gesamten Kühlkette zu erzielen, z.B. in Form einer Pilotstudie von der Produktion bis in den Markt.
EHI und GS1 Germany stiften jeweils 20.000 Euro Preisgeld, um den akademischen Nachwuchs und etablierte Lehrstühle zu ermutigen, praxisrelevante Themen für die Handelsbranche wissenschaftlich zu untersuchen und insbesondere das Thema Kooperationen zwischen Hochschulen, Handel und Industrie zu fördern. Zudem soll der Transfer der wissenschaftlich erarbeiteten Erkenntnisse von den Hochschulen in die Praxis ermöglicht werden. Alle ausgezeichneten Arbeiten können beim EHI bzw. bei GS1 Germany eingesehen werden.







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