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18.10.2004

Qualitätsverlust in der Nahversorung

Rund jeder zehnte Supermarkt musste zwischen 1993 und 2003 schließen, von 9.830 blieben 8.620. Im selben Zeitraum sank der Umsatz der Supermärkte absolut um 10 Prozent und der Marktanteil am Umsatz des Lebensmitteleinzelhandels fiel von 30,3 auf 24,4 Prozent. Bei den Lebensmittelgeschäften mit Flächen unter 400 qm sank die Anzahl von 56.000 auf 37.000, also um ein Drittel.

Aber: Die Zahl der Discounter stieg innerhalb der Decade um 41 Prozent, von 10.100 auf 14.200. Beim Umsatz verzeichneten die Discounter im selben Zeitraum Zuwächse von etwa 64 Prozent, bzw. einen Anstieg des Marktanteils von 26,3 auf 38,4 Prozent.

Die Zahlen des EHI belegen es: Der Verdrängungsprozess der Supermärkte durch die Discounter hält an und führt zu einem deutlichen Qualitätsverlust in der Nahversorgung der Bevölkerung.

Denn: Supermärkte haben im Vergleich zum Hard-Discounter ein zehnmal so vielfältiges Sortiment. In bestimmten Bereichen wie Babynahrung oder Reform- und Diätkost ist das Angebot sogar dreißigmal so groß. Discounter bieten ein flaches Sortiment an Schnelldrehern mit durchschnittlich 1.256 Artikeln an. Bei Supermärkten dagegen umfasst das Gesamtsortiment im statistischen Mittel 9.251 Artikel. Supermärkte bedienen also auch Randgruppen. Sie leisten es sich, ihr Sortiment dynamisch zu gestalten und auf Innovationen einzugehen.

Discounter übernehmen durch ihre Expansion und Verdrängung des klassischen Lebensmittel¬einzelhandels mehr und mehr die Funktion der Nahversorger. Und das zu Lasten der Qualität der Versorgung insgesamt, denn nicht nur die Sortimentstiefe ist geringer, auch die Versorgungsdichte nimmt ab. Während in Deutschland vor zehn Jahren zur Versorgung von einer Million Einwohnern noch 960 Lebensmittelgeschäfte zur Verfügung standen, sind es heute nur noch 760, also 21 Prozent weniger. Anders ausgedrückt: Gab es 1993 noch 0,219 Lebensmittelgeschäfte pro Quadratkilometer, sind es heute nur noch 0,175.

Die kompletten Ergebnisse der Untersuchungen zur Struktur und Entwicklung des Handels, zu betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, Sortiments- und Konsumdaten sowie soziodemografische Daten und Definitionen sind nachzulesen in dem soeben erschienenen Handel aktuell 2004. Das kompakte Zahlenkompendium aus dem EHI-Verlag informiert außerdem über die Top-Player im deutschen und europäischen Handel und zeigt die Rankings der verschiedenen Branchen in Europa.

Zu bestellen beim EHI-Verlag, zum Preis von 40,- Euro (zzgl. MwSt + Versand) bei Claudia Husseck, Tel.: 0221-57993-64, mailto:husseck@ehi.org
Journalisten können das komplette Werk als Rezensionsexemplar anfordern unter: holtmann@ehi.org