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18.07.2018

Big Data – das neue Gold

Alle Themen Informationstechnologie Marketing #Big Data #Business Intelligence #Daten #Interview

Im Interview verrät Dr. Sabrina Zeplin, Direktorin Business Intelligence bei der Otto Group, wie Unternehmen aus Big Data Smart Data machen und warum die DSGVO gar nicht so schlimm ist ….

Dr. Sabrina Zeplin, Directorin Business Intelligence bei der Otto Group

Dr. Sabrina Zeplin, Directorin Business Intelligence bei der Otto Group

Daten sind die neue Währung. Wie wichtig sind sie im Handel?

Zeplin: Daten an sich machen noch kein Erfolgskonzept. Deren intelligenter Einsatz umso mehr. Die Zeiten, in denen man sich als Händler ausschließlich auf ein gutes Bauchgefühl – oder zumindest oberflächliche Daten – verlassen konnte, sind längst vorbei. Inzwischen können wir dank modernster Technologien die gesamte Customer Journey unserer Kunden erfassen und ihnen zur richtigen Zeit am richtigen Ort personalisierte Angebote und Services unterbreiten – ohne sorgfältig erfasste und aufbereitete Daten wäre das nicht möglich.

Wie verändert sich BI durch die DSGVO? Welche zusätzlichen Hürden entstehen (in diesem Bereich) mit Inkrafttreten der ePrivacy-Verordnung?

Zeplin: Die aufgeheizte Debatte im Vorfeld des Inkrafttretens der DSGVO hat ein schräges Bild aufgeworfen, wonach die Risiken um ein vielfaches größer waren als die Chancen – auch für die BI. Das war meines Erachtens unnötig. Fakt ist, dass Verbraucher durch die neue Regelung mehr Kontrolle über ihre Daten erlangen, als es vorher der Fall war. Für uns als Händler steigt damit wiederum die Chance auf einen faireren Wettbewerb, welcher zuletzt durch eine Reihe an schwarzen Schafen sowie Unternehmen, die in Grauzonen unterwegs waren, arg strapaziert wurde. Sicherlich geht dies mit mehr Arbeit auf operativer Ebene einher – zum Beispiel bei der DSGVO-konformen Dokumentation oder bei wirkungsvollen Löschkonzepten –, doch ich bin überzeugt, dass es sich am Ende lohnen wird. Anders als die DSGVO schießt die E-Privacy-Verordnung im jetzigen Entwurf über das Ziel aber klar hinaus und kann sich sogar wettbewerbsschädlich auswirken.

Wo steht BI heute? Insights sind viele da, aber können Unternehmen das auch verarbeiten? Schenkt man dem genug Beachtung und fließt das auch in langfristige Entwicklungen (Business Development) mit ein?

Zeplin: BI ist inzwischen flächendeckend zu einer tragenden Säule in nahezu allen Geschäftsfeldern geworden. Nicht nur das: Sie dient zugleich auch als Startrampe für komplett eigenständige Unternehmungen. Vor fünf Jahren wären die wenigsten auf die Idee gekommen, dass Händler beispielsweise eines Tages mindestens genauso viel Marge mit datenbasierten Mediaeinnahmen wie mit dem Verkauf von Waren erzielen werden. Dem ist mittlerweile aber so, Tendenz steigend. Diese Entwicklung haben wir früh antizipiert und mit der Gründung von Otto Group Media vor drei Jahren ein starkes Signal in den Markt gesendet. Das Potenzial in diesem Segment ist enorm.

Wir sehen einen Trend zur Agilität in Unternehmen, z.B. sprechen wir in der Marktforschung von Agile Insights. Wie beeinflusst dieser Trend BI? Ist BI schnell genug, um solche Prozesse begleiten zu können?

Zeplin: Jede BI-Abteilung muss eine agile DNA besitzen – anders wäre es kaum möglich, sich in diesem komplexen, sich ständig verändernden Feld zu bewegen. Ein heute programmierter Algorithmus ist morgen wahrscheinlich schon überholt. Das erfordert seitens der beteiligten Akteure natürlich eine hohe Veränderungs- und Lernbereitschaft. Es braucht aber auch ein gewisses Schmerzpotenzial. Agilität hat schließlich auch viel mit dem Wissen um die eigene fachliche Fehlbarkeit zu tun. Wer Misserfolge nicht als wertvolle Gelegenheit zum Lernen betrachtet, der wird in einem datengetriebenen Umfeld auf Dauer nicht glücklich. Bei der Otto Group arbeiten wir in der BI nach neuesten agilen Methoden. Das gilt zunehmend auch für andere Fachbereiche. Auch deshalb haben wir vor gut zwei Jahren ein konzerninternes Agile Center gegründet, das die flächendeckende Verbreitung agiler Methoden vorantreibt und bei der Umsetzung agiler Strukturen und Prozesse berät.

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