Ute Holtmann

Leiterin Public RelationsTel:+49 221 57993-42
E-Mail:holtmann@ehi.org Kontaktformular
19.01.2015

Billy und Köttbullar in der City

Alle Themen Ladenplanung + Einrichtung #EHI-Retail Design Konferenz #Interview #Ladenplanung

Bild Ikea

Bild: Ikea

Interview mit Johannes Ferber, Ikea, zu den Besonderheiten der neuen City-Filiale

Das Innenstadthaus in Hamburg Altona ist kleiner als die Häuser auf der grünen Wiese. Wie schlägt sich das in Bezug auf das Angebot und die Architektur der Ausstellungsräume nieder?

Johannes Ferber: Die Verkaufsfläche unseres neuen Innenstadt-Standortes in Altona ist nur unwesentlich kleiner als in unseren beiden anderen Hamburger Standorten Schnelsen und Moorfleet. Wir halten in Altona unser komplettes Ikea-Basissortiment vor. Lediglich einige zusätzliche Artikel wie bestimmte Küchenfronten, diverse Sofabezüge und einige saisonale Artikel aus der sogenannten „Free Range“ sind nicht vorrätig, können aber jederzeit bestellt werden.

Das Ikea-Angebot wird auf drei Verkaufsebenen in einer völlig neuen Art und Weise präsentiert. So ist im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss auf insgesamt 11.000 m² die Markthalle in die bei Ikea bekannte Möbelausstellung integriert worden. Dabei wurden die  Sortimentsgruppen thematisch passend gruppiert. Hinter den Küchen findet der Kunde z.B. unmittelbar Töpfe, Pfannen, Porzellan, Gläser und Servietten. An die Betten- und Matratzenabteilung schließt sich direkt die Bettwäscheabteilung an.

Die Gastronomie spielt bei Ikea eine große Rolle und rangiert unter den Top Ten im Ranking der Gastronomiebetriebe. Wie ist die Bedeutung der Gastronomie für Ikea in einer Innenstadtlage?

Johannes Ferber:
Ikea Altona wartet mit einem neuartigen Gastronomiekonzept auf, das auf die besondere Lage in der Fußgängerzone zugeschnitten ist. Neben dem großen Panoramarestaurant mit Blick auf den Goetheplatz wurde im Erdgeschoss am Ausgang ein schwedisches Café eingerichtet, das offen zur Großen Bergstraße Kaffeespezialitäten, Kuchen und Snacks anbietet. Des Weiteren befindet sich das Ikea-Bistro mit den klassischen Hotdogs sowie dem Schwedenshop mit schwedischen Lebensmitteln im 2. OG hinter den Kassen.

Ist das Innenstadt-Konzept ein Schritt in Richtung Multichannel, weil Kunden hauptsächlich zum Anschauen in die Filiale kommen und dann aber online bestellen?

Johannes Ferber: Ikea-Kunden entscheiden grundsätzlich selbst, wie, wo und wann sie mit und bei Ikea einkaufen. Wir bieten sowohl in allen unseren Einrichtungshäusern als auch in unserem Onlineshop unser gesamtes Sortiment an. Unser einzigartiges und nur bei Ikea erhältliches Sortiment ist unsere größte Stärke, auch bei der dynamischen Entwicklung im Online-Einzelhandel.
Kunden, die gerne Ikea haben möchten, erkundigen sich online, in unserem Shop oder über die Ikea-Katalog-App und kaufen im Einrichtungshaus, oder umgekehrt, oder beides – aber sie kaufen bei uns. Unser Pilotprojekt in der Innenstadt in Altona bringt uns näher zu unseren Kunden. Weil viele Menschen dort bewusst kein Auto haben und es für sie umständlicher ist, zu uns zu kommen, kommen wir eben näher zu ihnen.

Die Innenstadtlage beeinflusst die gesamte Logistik der Ikea-Filiale. Das betrifft die durch räumliche und gesetzliche Beschränkungen erschwerte Belieferung der Filiale ebenso wie den Transport gekaufter Ware, wenn Kunden nicht mit dem Auto kommen. Wie sind Sie auf diese Bedingungen eingestellt?

Johannes Ferber: Wir haben für den Standort Altona ein neues Belieferungskonzept für unser Einrichtungshaus und eine technisch anspruchsvolle und ausgeklügelte Instore-Logistik entwickelt. Die Instore-Logistik funktioniert über computergesteuerte horizontale Förderbänder und vertikale Lastenaufzüge, über die sämtliche eingehenden Waren auf mit Barcode-Labeln markierten und im System per Laserscanner inventarisierten Paletten wie ferngesteuert in alle Ebenen, Lager- und Verkaufsbereiche des Einrichtungshauses transportiert werden. Das System kennt jederzeit den genauen Aufenthaltsort jedes Artikels in der vorrätigen Anzahl, führt somit eine kontinuierliche Wareninventur durch und steuert den Bestellprozess für alle Warenanlieferungen. Über 3 Mio. Euro wurden in diese ausgefeilte Lager- und Transporttechnik investiert. Ein ähnliches System ist für die Rückführung der anfallenden Wert- und Reststoffe zum Abtransport über die Warenanlieferung im UG des Einrichtungshauses installiert.
Unser Lieferangebot für unsere Kunden beinhaltet verschiedene Komponenten, vom Leih-Lastenfahrrad und dem Fahrradkurier über das Lastentaxi und den Paketlieferservice bis hin zur Komplettlieferung und Montage. Die ersten Wochen zeigen, dass unser Konzept aufgeht und von den Kunden angenommen wird. Bei erfreulich hohen Besucher- und Kundenzahlen liegt der Anteil der Kunden, die uns ohne Auto besuchen, bei 90 Prozent und das von einigen Beteiligten befürchtete Verkehrschaos ist ausgeblieben.

Johannes Ferber ist Geschäftsführer der Ikea Verwaltungs-GmbH Property. Wenn Sie mehr über die weltweit erste Ikea-Filiale in einer Fußgängerzone erfahren möchten, haben Sie dazu am 23. September auf der EHI Retail Design Konferenz 2014 Gelegenheit.


Ähnliche Meldungen

18.07.2019 Do it yourself

Möbel kaufen kann jeder ... und Möbel selber bauen jetzt auch. Möglich macht es das neue Store-Konzept CREATE! von OBI. Hier finden Hobby- und Profiheimwerker eine große Auswahl an

11.07.2019 Frischer Fisch

Fans von frischem Fisch und anderen Feinkost-Artikeln finden in der Schweiz zwei neue Anlaufstellen. In Basel als Shop-in-Shop und in Zürich als eigenständiger Gourmet-Markt eröffnet, bietet

28.06.2019 Warten im Wohnzimmer

Inseln mit modernen Sitzgruppenmöbeln und Kronleuchtern als Warte- und Rückzugszonen, mehr flexible Sortimentsfläche und eine moderne Eventzone – Niesmann Caravaning hat sein Geschäft in

28.06.2019 Fast wie im Hotel

Dem bekannten Hamburger Streit’s Hotel optisch nachempfunden, überzeugt der neue Store des britischen Fashion-Labels Ted Baker mit Jugendstil-Elementen, schicken Polstermöbeln, luxuriösen

21.06.2019 Für Fußballverrückte

Mit seinem Flagship-Store bietet der dänische Sporthändler Unisport Fußballverrückten in Paris eine attraktive Anlaufstelle. Große Bildschirme in den Schaufenstern sorgen dafür, dass kein Fan

21.06.2019 Frische wie im Fachgeschäft

Fünf neue Edeka-Märkte in 18 Monaten, das ist das ehrgeizige Ziel von Lebensmittelkaufmann Frederik Rotthowe. Seinen bisher größten Markt hat er erst kürzlich im ostwestfälischen Lengerich

23.05.2019 Digitale Tools und doppelte Fläche

Mit verdoppelter Verkaufsfläche und viel digitaler Unterstützung für den Kunden präsentiert sich der umgebaute Store von Intersport in der Stadtgalerie Velbert. Von Instore-Order per Tablet

16.05.2019 Prunkvoll in Paris

Flanieren auf der Champs Elysées – ein wahres Highlight für viele Franzosen und Shopping-Touristen. Mit dem neuen Luxus-Warenhaus von Galeries Lafayette im Art-déco-Stil ist die berühmte

16.05.2019 Do-it-yourself mal anders

Orientierungslos inmitten endloser Regalschluchten – das kann Kunden bei Horst nicht passieren. Hier findet man schnell alles, was man braucht, denn das innovative Baumarktkonzept setzt auf

02.05.2019 Start-ups aus China mit smarter IT

THE GRID* invited to the Smart Retail Startup Challenge 2019 last week. Eleven young retail professionals presented, under the guidance and moderation of Mr. Bruno Bensaid, Shanghaivest &

25.04.2019 Big in Birmingham

Über fünf Etagen in einem ehemaligen Einkaufszentrum im Zentrum von Birmingham erstreckt sich der bislang größte Store des Modediscounters Primark. Hier können Kunden nicht nur nach

25.04.2019 Retail neu denken

Bei bonprix sorgen digital assistierte Prozesse für ein Einkaufserlebnis der besonderen Art. Mit dem neuen Format „fashion connect“, das im Februar als Pilot Store in Hamburg an den Start ging,

18.04.2019 Essen und Erlebnis für jeden Geschmack

Mit „Foodtopia“ steigert das Shopping-Center MyZeil seinen Erlebnischarakter. Neben einem abwechslungsreichen Mix hochwertiger Gastronomie-Konzepte bietet die neue Food- und

29.03.2019 Endlich London

„London war schon immer eine große Inspirationsquelle bei der Gestaltung der Kollektionen", erklärt Inge Onsea, Creative Director und Mitgründerin von Essentiel Antwerp. Dort hat das

21.03.2019 Von Cardio-Party bis Wanderlust

Ein wichtiger Bestandteil der Erfolgsstrategie der KaDeWe Group sind außergewöhnliche Marketing-Kampagnen. Im Interview berichtet Petra Fladenhofer, Mitglied der Geschäftsleitung bei KaDeWe,