Sven Althaus

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03.05.2018

Durch die Kundenbrille

Immobilien + Expansion #Deutsches Shopping-Center Forum #Shopping-Center

Interview mit Stephan Jung, CEO InoventiQ Group /

Wo steht die Shopping-Center Branche heute in Deutschland?

Stephan Jung, CEO InoventiQ Group (Foto: InoventiQ Group)

Stephan Jung, CEO InoventiQ Group (Foto: InoventiQ Group)

Jung: Die Shopping-Center in Deutschland haben zunächst eine gute Positionierung, denn “Shopping” ist eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen im Lande. Dennoch fordern Onlinehandel und sich stetig verändernde Werte und Kundenwünsche, sich weiterzuentwickeln. Dabei wird das zunehmende Tempo von globalen Veränderungen oft unterschätzt, wodurch Anpassungsprozesse zu langsam stattfinden. Wer sich z. B. mit der Generation Z beschäftigt, wird feststellen, dass wir es mit komplett veränderten Erwartungen, auch an Handel und Shopping-Center, zu tun haben. Diese Generation wird schon bald die wichtigste Zielgruppe für den Handel sein und wünscht sich eine ganz andere Ansprache. Die Branche befindet sich also mitten in einem Evolutionsprozess, in dem Abwarten höchst gefährlich ist. Stattdessen müssen die Megatrends verstanden und übersetzt werden, damit Shopping-Center ein lebendiger und dynamischer Ort bleiben.

Geht es eher um Effizienz oder Innovation, wenn der stationäre Handel seine Rolle für die Zukunft sucht?

Jung: Es ist wichtig, dass der stationäre Handel seine Rolle für die Zukunft ganz aktiv gestaltet und nicht nur reagiert. Dabei sind sowohl Effizienz als auch Innovation sinnvoll und ergänzen sich. Effizienz heißt dabei keinesfalls sich totzusparen, denn weniger Service wird vom Kunden rigoros bestraft. Vielmehr sollte das Thema stark durch die Kundenbrille betrachtet werden: der Kunde will zeitsparend, spontan und barrierefrei zwischen den Einkaufskanälen wählen. Man muss festhalten, dass sich der Handel mit der Umsetzung von Omnichannel zum Teil noch schwer tut. Genau hierin liegen aber die Chancen, den Kunden über den smarten Einsatz von Social Media an verschiedenen Kontaktpunkten anzusprechen und zum Shoppen einzuladen. Innovation sollte dabei unbedingt eingesetzt werden: bessere Inszenierung der Läden, die Umwandlung des guten alten Marktplatzes in eine moderne Plattform, Kundenbindung, Cross Innovation mit anderen Branchen, viel Content und eine Prise mehr Verführung sind einige der Werkzeuge, die ich in meinen Vorträgen und Workshops mit konkreten Beispielen erkläre und empfehle.

Wo und wie finden Einzelhandel und Shopping-Center die notwendigen innovative und kreative Impulse, die wirklich weiterhelfen?

Jung: Innovative und kreative Impulse strömen täglich auf uns ein. Die Kunst besteht darin, diese riesigen Informationsmengen sinnvoll zu filtern. Andere Länder und Städte sind für mich darüber hinaus immer wieder ein wichtiger Impuls. Als Fan von Cross Innovation finde ich das Vernetzen mit anderen Branchen und das Adaptieren von erfolgreichen Konzepten höchst spannend: ich habe vor ein paar Wochen die Eröffnungskeynote der globalen Konferenz aller Messegesellschaften gehalten und durch die Gespräche mit den Messechefs aus der ganzen Welt viele Impulse mitgenommen, mit welcher Dynamik die Messegesellschaften den Wandel vom Vermieter von Ausstellungsflächen hin zum Rundum-Serviceanbieter gemanagt haben. Technologie wird dabei eingesetzt, aber greift das Geschäftsmodell nicht an, sondern unterstützt es. Die richtig erfolgreichen Messen verdienen mit Services heute deutlich mehr als mit Vermietung, die Wachstumsraten sind beeindruckend. Es gibt weitere Branchen, wo es Spaß macht, genauer hinzusehen: Kreuzfahrtschiffe und so manche Hotels sind perfekte Inspirationsquellen, um zu sehen, wie die Kundenwünsche exzellent umgesetzt werden. Einzelhandel und Shopping-Center können aus meiner Sicht sehr viele Impulse aufnehmen, die es gilt, zu verstehen, zu adaptieren und fortzuentwickeln.

Mehr über die aktuellen Entwicklungen in der deutschen Shopping-Center Branche erfahren Sie beim Deutschen Shopping-Center Forum 2018 von EHI und GCSC am 15./16. Mai in Düsseldorf.


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