Ute Holtmann

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16.08.2018

Durch und durch digital

Informationstechnologie Ladenplanung + Einrichtung Marketing #Digitale Kommunikation #Digitalisierung

Interview mit Jan Störr, Geschäftsführer, MediaMarktSaturn Marketing GmbH und Markus Schwitzke, Geschäftsführer, Schwitzke Graphics GmbH /

In Ihren Pilotstores steht das Kundenerlebnis und der Markenkern Vergnügen im Mittelpunkt. Welche Rolle spielen dabei digitale Verkaufstechnologien?

Jan Störr, MediaMarktSaturn, Markus Schwitzke, Schwitzke Graphics (Foto: MediaMarktSaturn / Schwitzke Graphics)

Jan Störr, MediaMarktSaturn, Markus Schwitzke, Schwitzke Graphics (Foto: MediaMarktSaturn / Schwitzke Graphics)

Störr: Digitale Verkaufstechnologien spielen eine zentrale Rolle in unseren Pilotmärkten. Unsere Kunden sollen mit einem „Wow“ in den Markt kommen und direkt in ein echtes Einkaufserlebnis eintauchen. Das beginnt bereits am Eingang, wo die Kunden von Roboter Pepper begrüßt werden und wir sogenannte „Welcome Walls“ installiert haben. Diese informieren über Aktionen und Services. Entlang des Hauptlaufes führen Walkway Screens die Kunden durch den Markt und zeigen markenrelevante Themen wie Services, Produktangebote und weitere Informationen an. Des Weiteren kommunizieren wir mit unseren Kunden über die Banderole unserer Instore-TV-Screens.

Als verlängertes Regal nutzen unsere Mitarbeiter neben den klassischen Terminals auch Tablets. Diese ermöglichen es dem Berater, direkt am Produkt zusätzlich Informationen, wie etwa zur Produktverfügbarkeit, zu geben, ohne mit dem Kunden zunächst ein Terminal aufsuchen zu müssen und sich so wieder vom ausgestellten Produkt zu entfernen. Der Einsatz mobiler Geräte ist wichtiger Teil unserer Multichannel-Strategie, denn er vernetzt das stationäre Einkaufen direkt mit unseren Onlinekanälen.

Beide Pilotstores – in Wilrijk und Eindhoven – sind bereits mit einem Handelspreis ausgezeichnet worden. Sind es vor allem technische Lösungen oder auch die Erlebnisse auf der Fläche, die die Innovation ausmachen?

Störr: In den beiden Märkten geht es darum, dem Kunden ein besonderes Einkaufserlebnis zu bieten. Dabei ist es uns gelungen, eine Symbiose aus den bereits erwähnten technischen Lösungen und einem echten Produkterlebnis zu schaffen. Beide Märkte verfügen über Erlebnispavillons, Solution Corners und Service Points, an denen wir mit unseren Kunden in Kontakt treten und ihn einladen, sich nicht nur über Einkaufsmöglichkeiten, sondern insbesondere auch über unsere Service-Angebote und unseren technischen Support zu informieren.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Marktkonzeptes ist die Produktpräsentation: Die Produkte können direkt im Markt ausprobiert werden. Insbesondere bei Techniktrends wie VR oder Drohnen wollen wir unseren Kunden die Möglichkeit bieten, diese direkt zu erleben. Das ist ein echter Mehrwert des physischen POS und unterstreicht die Bedeutung dieses Vertriebskanals in der Gesamtstrategie unseres Multichannel-Angebots.

Welche gestalterischen Anforderungen standen bei der Umgestaltung der MediaMarkt Pilotstores im Vordergrund? Was diente Ihnen als Inspirationsquelle?

Schwitzke: Neben der Positionierung und dem Markenkern von MediaMarkt, also dem Vergnügen, war für uns vor allem der Markenname an sich eine wichtige Inspiration für das Konzept: Das Thema “Markt” ist darin bereits enthalten und gehört damit zur DNA von MediaMarkt. Wir haben diese grundlegenden Elemente zusammen mit unserer Interpretation von Spaß auf den Point of Sale übertragen und ein marktplatzähnliches Konzept kreiert, das die Marke als Ideen- und Inspirationsgeber präsentiert. Der Fokus liegt auf der aktiven Inszenierung, dem physischen Erleben der Produkte und der Inspiration vor Ort durch Events oder Aktionen. Also Shopping nach dem Motto “Will ich” statt “Brauch ich”!

Welchen Herausforderungen müssen sich die Stores von Morgen Ihrer Meinung nach stellen? Wo liegen für Sie die Zukunftsthemen für den Retail von morgen?

Schwitzke: Zum einen müssen sie ihre echte Stärke und Alleinstellung gegenüber dem Online-Handel erkennen und ausspielen: Erlebnis für alle Sinne zu bieten und zum Lieblingsort zu werden, der Kunden wirklichen Mehrwert bietet.

Marken und Händler müssen die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden ernst nehmen, statt sich in technologischen Diskussionen zu verlieren.

Zukunftsthemen sind meines Erachtens Geschäftsmodelle, die stationäre Händler und Stores wirtschaftlich machen, ohne dass sie unbedingt Ware verkaufen müssen. Stattdessen müssen sie Produkte mit Alleinstellung entwickeln, wie z. B. im Falle von MediaMarkt physischen Service und Beratung vor Ort – ein echter Mehrwert mit konkreter Berechtigung, der sich nicht digitalisieren lässt.

 

Mehr über den Einsatz digitaler Verkaufstechnologien im Einzelhandel und viele weitere Themen erfahren Sie auf der EHI Retail Design Konferenz 2018 am 18./19. September in Köln.


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