Sven Althaus

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24.10.2019

Eine Frage der Grundhaltung

Alle Themen Energiemanagement Personal im Einzelhandel #Nachhaltigkeit #Personalarbeit

Interview mit Jens Berger, Senior Vice President Human Relations, Fressnapf //

Was ist der Grund dafür, dass Sie auf dem Energiemanagementkongress über Personalarbeit und Organisationsgestaltung referieren?

Jens Berger, Senior Vice President Human Relations, Fressnapf

Jens Berger, Senior Vice President Human Relations, Fressnapf

Berger: Die Frage, wofür wir unsere Energie verwenden, wie wir nachhaltig arbeiten und leben können treibt auch uns, als Personaler, aber auch mich ganz persönlich als Mitglied der Fressnapf-Geschäftsleitung sowie als Vater, Partner, Fussballtrainer etc. an. Und das nicht erst seit Fridays4Future. Letztendlich können wir alle doch nur dauerhaft erfolgreich sein, wenn es uns gelingt, das Spannungsfeld von Effizienz und Wachstum einerseits und Kräfte- und Ressourcenschonung andererseits in eine stabile, dauerhafte Balance zu bringen.

Wie dies gelingen kann, können wir meines Erachtens nur gemeinsam herausfinden und gestalten – darum habe ich als Referent zum EHI-Kongress „Energiemanagement im Einzelhandel 2019“ sehr gerne zugesagt.

Worin liegen Ihrer Ansicht nach wesentliche Schnittstellen zwischen Energiemanagement, Nachhaltigkeit und Personalarbeit?

Berger: Wenn wir bedenken, dass auch heutzutage noch in vielen Unternehmen die Personalabteilung unter „Human Resource“ fungiert, ist das sicher schon ein Teil der Antwort. Ob wir Ressourcen – welcher Art auch immer – achtsam behandeln oder bis zum Gehtnichtmehr ausbeuten, entscheiden schließlich immer Menschen.

Die Frage der Benefits beispielsweise liegt ja in unserem Bereich. D. h. wir als Personaler haben die Chance, gemeinsam mit der Unternehmensleitung, grundlegende Weichen zu stellen, welchen Beitrag wir u. a. auch zur Klimaneutralität leisten wollen. Fördern wir auch weiter Firmen-PKWs? Oder motivieren wir unsere MitarbeiterInnen, lieber andere Mobilitätsformen zu nutzen und verstärkt auch im Home Office zu arbeiten? Welche Angebote für nachhaltige Ernährung wollen wir ggfs. anbieten oder fördern? Betriebliches Gesundheitsmanagement mit Angeboten wie Yoga, Stressmanagement o. ä.. Stellen wir unseren Mitarbeitern moderne Kommunikationstechnologien zur Verfügung, statt sie für nur eine Besprechung von Köln nach München fliegen zu lassen?

Es geht aber im Grunde weit darüber hinaus: Die Frage, wie wertschätzend und respektvoll wir selber mit „Ressourcen“, Menschen, unseren KollegInnen, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, aber auch Vorgesetzten umgehen, welche Handlungsmaxime wir uns geben, auf welcher Wertegrundlage wir agieren – das bewirkt etwas. Wir verändern etwas, indem wir die „richtigen“ Menschen und Werte fördern und stützen, die passenden Menschen für unser Unternehmen anziehen und diesen ein Umfeld bieten, in dem sie sich so gut entfalten können und sich so wohlfühlen, dass sie bleiben wollen.

Und meine Erfahrung ist, dass Verhalten „abstrahlt“ – in jeglicher Hinsicht. Menschen, die respektvoll und wertschätzend behandelt werden, tendieren wesentlich mehr dazu, sich auch selber so zu verhalten.

Wie kann eine nachhaltige Organisationsgestaltung Ihrer Meinung nach helfen, eine zukunftsfähige bzw. energie- und ressourceneffiziente Unternehmensstrategie zu unterstützen?

Berger: Durch die Sensibilisierung und Sichtbarmachung der Themen Nachhaltigkeit, Energie- und Ressourcen-Effizienz innerhalb der Organisation. Und als festest und zu diskutierendes Kriterium bei der Gestaltung von Organisationen. Nur wenn wir das Thema jeden Tag, bei jeder Entscheidung mit einfließen lassen, werden wir es zum Leben erwecken und am Leben lassen.

Was tut Fressnapf konkret in den Bereichen unternehmerische Verantwortung, Klimaschutz und Energiemanagement?

Fressnapf setzt sich seit Jahren mit der Verantwortung gegenüber dem Klimaschutz und dem damit verbundenen Thema Energiemanagement auseinander.

Wir alle tragen eine Verantwortung für unsere Umwelt. Unsere Entscheidungen haben Auswirkungen, nicht nur auf die Welt in der wir leben, sondern auf die Lebensbedingungen, die wir unseren Kindern hinterlassen. Für uns als Unternehmen bedeutet das, dass wir unsere unternehmerischen Entscheidungen kritisch hinterfragen müssen: Wie wirkt sich unsere Geschäftstätigkeit auf Klima, Umwelt, auf Tier- und Pflanzenwelt aus und was können wir tun, um diese zu erhalten?

Daher ist Nachhaltigkeit bei Fressnapf eine Frage der Grundhaltung. Wir stellen Sortimente um, wie z. B. unsere Tragetaschen aber auch Verpackungen, um Müll zu vermeiden. Wir dezentralisieren unsere Lagerstruktur, um Fahrwege und damit CO2-Ausstoß zu reduzieren. Wir stehen im Dialog mit Experten und unterstützen Organisationen wie Plant-for-the-Planet bei ihrer wichtigen Arbeit. Aber wir wissen auch: Wir haben noch viel zu tun und müssen unsere Hausaufgaben gründlich machen – im Interesse der nächsten Generationen.

Dazu hat Fressnapf in den eigenen Reihen eine Nachhaltigkeits-Managerin sowie einen Energie-Manager installiert, welche eben diese wichtigen Themen weiter vorantreiben sollen.

 

Wie Fressnapf und weitere Handelsunternehmen den Herausforderungen des Klimawandels begegnen, erfahren Sie beim EHI-Kongress „Energiemanagement im Einzelhandel 2019am 27. und 28. November 2019 in Köln.