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19.11.2020

Energie & Nachhaltigkeit

Alle Themen Energiemanagement Immobilien + Expansion #Lebensmittel #Nachhaltigkeit #Quartiersentwicklung

Dr. Angelus Bernreuther, Leiter institutionelle Investoren und Immobilienwirtschaft, Kaufland //

Was ist Ihre Aufgabe bei Kaufland und warum beschäftigen Sie sich u. a. mit nachhaltigen Quartiersentwicklungen?

Dr. Angelus Bernreuther (Foto: Kaufland)

Dr. Angelus Bernreuther (Foto: Kaufland)

Bernreuther: Kaufland zählt zu den führenden Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland und Europa. Daher ist uns der ständige Dialog mit der Immobilienwirtschaft wichtig. Meine Aufgabe ist es insbesondere die Zusammenarbeit mit institutionellen Investoren sowie der gesamten Immobilienwirtschaft, die in Einzelhandelsobjekte investiert, aktiv zu gestalten. Gerade in der aktuellen Pandemie fragen sich viele Investoren, Projektentwickler und auch Kommunen, wer denn noch Frequenz in eine Stadt oder Handelslage bringt. Kaufland hat daher aktuell die Studie „Frequenzanker im Post-Corona-Zeitalter – 5 Thesen für die neue Zukunft im Handel“ veröffentlicht (kostenloser Download www.immobilien.kaufland.de). Es hat sich gezeigt, dass vor allem das Thema Nachhaltigkeit, aber auch Mixed-Use-Immobilien und Quartiersentwicklungen neben der generellen Thematik der Digitalisierung sowie der Notwendigkeit von Revitalisierungen im Fokus stehen. Die Nahversorgung wird dabei weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Klimaschutz ist kein Altruismus, sondern eine Existenzsicherungsstrategie. Wie ist Ihr Standpunkt zu dieser These und was hat diese ggf. mit Ihnen bzw. mit Kaufland zu tun?

Bernreuther: Nachhaltigkeit ist schon immer ein Teil unseres Handelns und lebt durch Verankerung in unseren Unternehmenszielen und -prozessen. Kaufland ist sich der Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt bewusst, die das Handeln mit Lebensmitteln mit sich bringt. Nachhaltigkeit rückt zudem mehr und mehr ins Zentrum der Öffentlichkeit und hat dabei viele Facetten. Im Zusammenspiel mit den Kunden kommt dem Handel dabei eine wichtige Rolle zu. Wir werden daher auch weiterhin an einer noch nachhaltigeren Sortimentspolitik arbeiten. So sind z. B die  Baumwolltextilien unserer Eigenmarke wo immer möglich GOTS und Grüner Knopf zertifiziert.
Mit dem kontinuierlichen Ausbau unseres Bio-Sortiments und unserer Mitgliedschaft im Demeter Verband, engagieren wir uns für eine flächenweite Verbreitung von Bio-Lebensmittel.
Wir forcieren neue Mobilitätskonzepte mit unseren Supermärkten als intermodale Hubs, beispielsweise mit der Kooperation mit dem Car-Sharing-Anbieter WeShare.
Und natürlich auch weiterhin mit dem Bau und Betrieb von nachhaltigen Immobilien, z. B. mit LED-Beleuchtung, Kälte-Klima-Verbund und Photovoltaik.

Mit REset Plastic ist Kaufland Teil der Plastikstrategie der Schwarz Gruppe. Diese hat eine ganzheitliche, internationale Strategie entwickelt, die sich in fünf Handlungsfelder gliedert: Vermeidung, Design, Recycling, Beseitigung sowie Innovation und Aufklärung. Damit wird unsere Vision „Weniger Plastik – geschlossene Kreisläufe“ Wirklichkeit.

Worin sehen Sie in diesem Zusammenhang die größten Zukunftsherausforderungen für Kaufland, für den stationären Handel und für die Gesellschaft als Ganzes mit Fokus auf die Wirtschaftlichkeit bzw. die Nachhaltigkeit von Investitionen?

Bernreuther: Echte Nachhaltigkeit vereint umweltbezogene, soziale und wirtschaftliche Aspekte. Unter den ESG-Kriterien (Environment – Social – Governance) rücken diese auch für den Handel und die Handelsimmobilien weiter in den Fokus. Dieses sehr komplexe und vielschichtige Thema gilt es mit Leben zu füllen.

Ein aktuelles Beispiel von Kaufland für gelebtes ESG ist der Beitritt zum UN Global Compact. Die Schwarz Gruppe mit ihren Handelssparten Lidl und Kaufland sowie GreenCycle und der Schwarz Produktion ist damit der weltweit größten und wichtigsten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung beigetreten. Mit dem Bekenntnis zu den zehn Prinzipien der Initiative in den Bereichen Menschenrechte, Sozialstandards, Umwelt und Korruptionsbekämpfung erklärt Kaufland damit das über Jahre gewachsene umfangreiche Engagement für Umwelt- und Nachhaltigkeitsbelange zu einem strategischen Anliegen.

 

Mehr von Angelus Bernreuther und vom Energiemanagement bei Kaufland hören Sie bei der dreiteiligen EHI-Session „Energie und Nachhaltigkeit“. Am 24.11. startet unsere Themenreihe mit der Session „Energie & Nachhaltigkeit – Energie, Mobilität und Quartiere“. Für Mitarbeitende von Handelsunternehmen und VermieterInnen von Handelsimmobilien ist die Teilnahme kostenfrei. 


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