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24.09.2015

German Council Congress 2015: Visionäre Einblicke von faulen Diven bis hin zu Grills mit Emotionen

Alle Themen Immobilien + Expansion Shopping Center #Digitalisierung

German Council Congress 2015

Bildnachweis: KD Busch

Es war die 15. Auflage des German Council Congress und das Jubiläum bescherte den Veranstaltern direkt wieder einen Teilnehmerrekord. Das Thema „Vision“ lockte rund 450 Teilnehmer in die Hauptstadt, um unter der Moderation von Judith Rakers über die Zukunft der Shopping-Center-Branche zu diskutieren.

Teil der Veranstaltung war diesmal auch eine Trendumfrage unter den Gästen welche ein aktuelles Stimmungsbild der Branche zu drei wichtigen Themen zeigt:

Weihnachten steht vor der Tür und der Optimismus zur wichtigsten Umsatzzeit des Einzelhandels ist spürbar. Rund 84 % erwarten ein gleich gutes und überwiegend sogar besseres Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr.

Noch deutlicher ist die Einschätzung der Branche zur Digitalisierung. 92 % der Befragten sehen ihr Unternehmen diesbezüglich auf einem guten Weg, über 50 Prozent halten es sogar für fit. Dieses Ergebnis überrascht insofern, als dass die öffentliche Stimmung deutlich schlechter ist. Denken wir an die Aussage des HDE mit rund 50.000 Einzelhändlern, die durch die Digitalisierungs-Welle dahingefegt werden, so kann man wohl feststellen, dass die Shopping-Center-Branche sich deutlich besser aufgestellt fühlt. Die positive Erwartung an das Weihnachtsgeschäft ist besonders bei den Unternehmen zu spüren, die sich beim Thema Digitalisierung gut gerüstet sehen (42 %).

Nicht ganz so positiv ist die Stimmung, wenn es um die Diskussion der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den stationären Einzelhandel (z.B. Sortiments- und Flächenbegrenzungen, Öffnungszeiten) in Deutschland geht. Die Mehrheit von 70 % glaubt nicht an ein einsichtiges und selbständiges Handeln der Politik.

 

Insgesamt waren die Themen des Kongresses eine handfeste Bestandsaufnahme einer Branche, die einen kaum vergleichbaren Wandel erlebt: Digitaler Fortschritt, innovative Geschäftsmodelle und der offene Umgang mit der Zukunft des Einzelhandels wurden diskutiert. „Wenn du ein Shopping Center bauen willst, dann führe nicht nur die Dienstleister zusammen, sondern lehre sie auch die Vision des zufriedenen Kunden“, sagte Klaus Striebich, Vorstandsvorsitzender des German Council of Shopping Centers. Dass neue Denkanstöße oder Visionen für den Handel nötig sind, davon ist auch Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) überzeugt: „Handel bleibt, aber anders“.

Um Leidenschaft und Emotionen geht es in der Produktwelt von Weber. Das Unternehmen hat aus dem Grill ein Lifestyle-Produkt gemacht und damit eine Marktlücke geschlossen. Europachef Hans-Jürgen Herr erklärte, die Strategie spreche den Kunden auf mehreren Ebenen an: „Wir haben drei Standbeine entwickelt, um eine Multi-Channel-Experience der Marke zu gewährleisten“. Das ist die Grill Academy von Weber, die mittlerweile jedes Jahr 150.000 Menschen besuchen. Die Webseite und der E-Shop gehören ebenfalls dazu sowie natürlich der klassische Retail.

Ein weiteres Fallbeispiel zeigte Kerstin Goerling und schilderte ihre ganz eigene Art, neue Kunden zu gewinnen. Sie ist die Inhaberin der Boutique „Hayashi“ am Börsenplatz in Frankfurt am Main. 2008 gründete sie einen Blog und zeigte in Form von Streetstyle-Bildern sich selbst in den Kollektionen aus ihrem eigenen Shop. Anstatt teure Anzeigen zu schalten, gibt Goerling den renommiertesten deutschen Modemagazinen Interviews und verkauft sich selbst als Aushängeschild ihres Ladens. „Ich habe dem Laden ein Gesicht gegeben. Durch kontinuierliches Bloggen und Posten war irgendwann klar: Wenn man dieses Mädchen sieht, dann geht es um Hayashi“, so Goerling.

Wie die strategische Beraterin Theresa Schleicher verdeutlichte, gehe es nicht mehr nur um Innovation oder Umdenken, auch nicht mehr um das Beherrschen der Technik. „Der Handel braucht Weitblick und Verständnis“, betonte Schleicher. Mit den Worten von Jung von Matt-Gründer Holger Jung – „Der Kunde ist eine faule, verwöhnte Diva“ – beschreibt sie den Kunden von heute. Der Konsument sei individueller geworden, urban verwöhnt, viel unterwegs, anspruchsvoll.

Impulse und Visionen, aber auch reale, digitale und stationär erfolgreiche Geschäftsmodelle wurden ebenso von Christian Riethmüller (Osiander Buchhandlung), Reiner Strecker (Vorwerk & Co. KG), Bernd T. Werner (Gruppe Nymphenburg Consult AG), Dr. Steffi Burkhart (Sprecherin der Generation Y) und Peter Thulson (shopkick) sowie Prof. Dr. Gunter Dueck (Mathematiker und Philosoph) vorgestellt und intensiv auf der Bühne und in den Networkpausen diskutiert.


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