Ute Holtmann

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27.02.2019

Handel sucht Personal

Personal im Einzelhandel #Arbeitgeber Handel #Fachkräfte #Personal

Neuer EHI-Forschungsbereich Personal im Einzelhandel /

Bildquelle: stock.adobe.com/bernardbodo

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Engagiertes Personal war schon immer ein wichtiger Erfolgsfaktor im Einzelhandel. Als einer der größten Arbeitgeber in Deutschland ist die Branche deshalb von den Herausforderungen der Digitalisierung und dem Mangel an Fachkräften und Auszubildenden stark betroffen. Das EHI trägt dem Rechnung und unterstützt seine Mitglieder mit einem neuen Forschungsbereich, der sich dem Thema intensiv widmen wird. Kernziel des neuen Bereiches wird der Aufbau eines Netzwerks von Personalverantwortlichen der Branche sein, um gemeinsam Herausforderungen zu identifizieren und – untermauert von unseren Forschungsarbeiten ­– Lösungen zu finden.

Zum Auftakt haben wir Geschäftsführer und Personalverantwortliche großer deutscher Handelsunternehmen in ausführlichen Interviews nach ihren Erfahrungen gefragt. Die Kernergebnisse: Personal fehlt vor allem auf der Fläche, die Qualität der Bewerber lässt zu wünschen übrig und das Image des Handels als Arbeitgeber hat noch ein wenig Verbesserungspotential.

Personal fehlt auf der Fläche

Die Händler sind sich einig. Zwar haben die meisten Zentralen − vor allem in den Bereichen IT und Logistik – die heute üblichen Probleme, Fachkräfte zu akquirieren. Die viel größere Herausforderung besteht aber darin, geeignetes Personal für die Filialen bzw. für die Fläche zu finden. Auch Handwerker (z.B. Bäcker) oder Architekten (für Expansion) sind schwierig in den Handel zu locken.

Das ist ein Problem. Denn insbesondere auf der Fläche sind die Mitarbeiter Aushängeschild des Unternehmens, denn hier stehen sie in direktem Kontakt mit den Kunden. Kompetentes und freundliches Personal ist also ein relevanter Faktor, um den stationären Einzelhandel für Kunden attraktiv zu halten.

Qualität der Bewerber unzureichend

Es ist nicht so, dass es gar keine interessierten Arbeitssuchende gäbe. Allerdings beklagen die Händler die insgesamt nachlassende Qualität der Bewerber. Das ist angesichts der heute höheren Anforderungen (z.B. durch Digitalisierung) eine besondere Herausforderung. Grund dafür sei, so die Händler, unter anderem die größer werdende Schere zwischen Hoch- und Schlechtgebildeten – es fehle eine solide Mitte. Vor allem im Bereich Ausbildung wird es deshalb zunehmend schwierig, geeignete Bewerber zu finden.

Auch die gestiegene Anspruchshaltung von Bewerbern und Mitarbeitern müsse berücksichtigt werden, so die Händler. Denn die Loyalität zum Arbeitgeber halte sich in Zeiten von Vollbeschäftigung in Grenzen und die Bereitschaft, den Job zu wechseln sei eher groß.

Imageproblem

Natürlich haben auch andere Branchen Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden und zu halten. Allerdings hat der Einzelhandel einen besonders schweren Stand. Da ist zum einen das nicht gerade überdurchschnittliche Gehalt, obwohl viele Händler nach Tarif oder vergleichbar zahlen. Auch die Arbeitszeiten sind nicht gerade beliebt. Hier sind einige Händler allerdings durchaus kreativ und bieten verschiedene Extraleistungen als Ausgleich an. Ein Problem sei auch das Image der Branche, meinen einige der interviewten Händler. Der Einzelhandel gelte unter jungen Leuten nicht als „cool“. Motivierten Nachwuchs zu finden, sei deshalb überdurchschnittlich schwierig.

Positive Aspekte

Selbstverständlich besteht das Thema Personal im Einzelhandel nicht nur aus Problemen. Unsere Studie, die in Kürze veröffentlicht wird, zeigt auch, dass der Einzelhandel als Arbeitgeber jede Menge zu bieten hat. Die Händler lassen sich einiges einfallen, um ihre Mitarbeiter zu halten und zu fördern.