Inga Köster

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25.07.2018

Heldin der Arbeit

Informationstechnologie Robotics #humanoide Roboter #Robotik #Workerbots

Interview mit Matthias Krinke, Geschäftsführender Gesellschafter bei der pi4_robotics, über den Einsatz humanoider Roboter im neu entwickelten workerbotkiosk

Wo wird der Roboter Gisela im Handel eingesetzt und was macht er?

Matthias Krinke, Geschäftsführender Gesellschafter bei der pi4_robotics (Foto: pi4)

Matthias Krinke, Geschäftsführender Gesellschafter bei der pi4_robotics (Foto: pi4)

Krinke: Die Kunden wählen Ware am Bedienterminal aus, bezahlen und bekommen sie dann vom Roboter ausgehändigt. Der Roboter Gisela, zurzeit im Bikini Berlin tätig (Video), macht aber noch mehr. Kunden können bei Gisela im Kiosk bestellen und sehen dann, wie die Ware angefertigt wird. Gisela baut direkt vor den Augen der Kunden ein Drei-D-Puzzle in Form eines kleinen Spielzeugroboters zusammen. Auch „Click and collect“-Einkäufe via Internet, bei denen die Kunden die bestellte Ware direkt vor Ort abholen, sind leicht zu realisieren – so ist Gisela quasi eine Verbindung zwischen digitalem Handel und realer Welt. Solche sogenannten Workerbots können einen Artikel natürlich auch individualisieren. Damit ist der Workerbotkiosk die radikalste Umsetzung der „Ein-Stück“-Fertigung und dies sofort bei Anforderung durch den Kunden. Transparenter und direkter geht es nicht. Im Grunde kann der Roboter von der Bestellannahme über die Herstellung des Artikels bis hin zu Aushändigung und Verkauf alle Prozessschritte autark verrichten.

Wie reagieren die Kunden und wie gehen die Mitarbeiter/innen mit ihrem neuen Kollegen im Bikini Berlin um?

Krinke: Die Rückmeldung der Kunden ist durchgängig euphorische Begeisterung und Neugier quer durch alle Altersschichten. Wir haben in der Tat noch keine einzige negative Rückmeldung erhalten. Diese Neugier beim Shopper zu entfachen, wird das Thema Robotik zusätzlich beflügeln. Menschliche Kollegen hat unsere Gisela in ihrer unmittelbaren Nähe nicht. Sie ist eine „Einzelkämpferin“ …

Gibt es Pläne den Einsatz auszuweiten?

Krinke: Wir haben bereits von einem großen Filialisten eine Bestellung für ein Geschäft. Die Eröffnung wird noch dieses Jahr sein. Weitere Geschäfte sind in Verhandlung. Dabei werden die Roboter immer etwas fertigen, das sie auch individualisieren können. Wir sprechen zurzeit über Geschäftskonzepte in den Bereichen: Elektronikgeschäft, Eisladen, Kaffee- und Backwarengeschäft, Schuhgeschäft, 24/7 Baumarkt und Handwerkerleistungen. In naher Zukunft wird es auch Roboter geben, die in bestehenden Ladengeschäften direkt am Kunden zum Einsatz kommen.

 

Mehr von Matthias Krinke, Geschäftsführender Gesellschafter bei der pi4_robotics, erfahren Sie am 28./29. August 2018 auf der Robotics for Retail Konferenz in Köln.


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