Ute Holtmann

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02.11.2017

Investitionen mit wirtschaftlichem Vorteil

Energiemanagement #Energieeffizienz #Kältetechnik #Nachhaltigkeit

Interview mit Guido Koch, Verantwortlicher für das Energiemanagement bei Globus SB-Warenhaus Holding /

Was sind die drei wichtigsten energetischen Herausforderungen für Ihr Unternehmen in den Bereichen Energie-/Facility Management und Nachhaltigkeit? Wie planen Sie mit diesen Herausforderungen umzugehen?

Guido Koch, Verantwortlicher für das Energiemanagement bei Globus SB-Warenhaus Holding

Guido Koch, Verantwortlicher für das Energiemanagement bei Globus SB-Warenhaus Holding

Koch: Primäres Ziel ist und bleibt die Reduzierung des Energieverbrauches, dies ist in Bezug auf Nachhaltigkeit in unserem Unternehmen jedoch nur ein Teilaspekt, denn Nachhaltigkeit begreift alle Bereiche unseres unternehmerischen Handelns.

Im Bereich der Energie sehen wir neben der Verbrauchsreduzierung aber auch das Bemühen Verbräuche durch regenerative Energieträger (wir bauen Photovoltaik-Anlagen weiter aus) zu ersetzen. Der schrittweise Einsatz von CO2-Kälteanlagen als Ersatz für alte Anlagen mit klimaschädlichen Kältemitteln, ist aus unserer Sicht doppelt nachhaltig: Natürliche Kältemittel dienen dem Klimaschutz, die neuen Anlagen sind zudem energiesparend.

Nach welchen Kriterien beurteilen Sie die Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit von Energieeffizienzmaßnahmen?

Koch: Im Wesentlichen ist es natürlich die Kapitalrücklaufzeit, die grundlegend für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit einer Energieeffizienzmaßnahme ist. Diese muss natürlich deutlich unter der erwarteten Lebensdauer der eingesetzten Technik liegen, die üblicherweise in Form von Herstellergarantien zu belegen ist. Ein weiteres Kriterium ist die Umsetzbarkeit im Rahmen von Bau und Umbaumaßnahmen, die nicht primär durch Einsparungen, sondern durch vertriebliche Vorgaben getrieben sind. Wir nutzen wo immer möglich Synergien im Rahmen von größeren Gesamtmaßnahmen.

Was sind für Sie Anreize und Hemmnisse für größere Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen?

Koch: „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles“, hat schon J. W. Goethe feststellen müssen, und so ist es auch Anreiz für Energieeffizienz-Maßnahmen. Investitionen die nicht einen irgendwie gearteten wirtschaftlichen Vorteil erwarten lassen, sind in Zeiten, in denen die Luft für den stationären Handel deutlich dünner wird, nicht zu vermitteln. Umgekehrt ist aber gerade die Energiekostenreduzierung eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben und eine starke Triebfeder für Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen

Welche Chancen und Risiken bietet aus Ihrer Sicht das Thema Digitalisierung im Hinblick auf die Bereiche Energie-/Facility Management?

Koch: Wir reden in Bezug auf Digitalisierung im Bereich Energie-/Facility-Management längst nicht mehr über Chancen und Risiken, die Digitalisierung ist hier seit zwei Dekaden gelebte Praxis. Die aktuelle Herausforderung ist, dass wir mit dem rechten Augenmaß unsere digitalen Systeme durchgängig auch fernsteuerbar machen und Auswertungen und Analysen automatisieren.

Welche Rolle soll Ihr Unternehmen in einem zukünftigen Energiesystem spielen?

Koch: Wir werden als Handelsunternehmen mittelfristig bis langfristig die Rolle eines primären Energie-Verbrauchers nicht verlassen können, bilanzielle Überschüsse in Form von Photovoltaikstromeinspeisung oder Ähnlichem werden wir nicht erreichen können, auch wenn wir stetig an der Reduzierung der eingekauften Strommenge arbeiten. Die physikalischen Grenzen (z. B. vorhandene Flächen für PV-Anlagen etc.) lassen nichts anderes zu. Nur in ganz engen Nischen, wie z. B. dem zurzeit bereits umgesetzten Betrieb einiger unsere Netzersatzaggregate am Regelenergiemarkt, können wir zum aktiven Teilnehmer des Energiesystems werden. Wie unsere Rolle als Energieverteiler bei der Elektromobilität aussehen wird, hängt von der diesbezüglichen Gesamtentwicklung ab, hier sehen wir der Zukunft mit wachen Augen und Handlungsbereitschaft entgegen.

 

Vielen Dank Herr Koch, wir freuen uns auf eine spannende Podiumsdiskussion am 29./30. November beim EHI-Kongress Energie­management im Einzelhandel 2017 mit Ihnen sowie Thomas Hoffmann von Ernsting’s real estate, Ulrich Goedecke von der EnergieAgentur.NRW, Bernd Schwarzfeld von BZE Ökoplan und Dr. Matthias Schmitt von ZVKKW.


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