Sven Althaus

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03.06.2020

Kontaktlos quittiert

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Die digitale Ausgabe von Kassenbelegen könnte dem Überquellen des Portemonnaies mit Bons und Belegen ein Ende setzen. Allerdings müssen Handelsunternehmen vor der flächendeckenden Nutzung von digitalen Bons noch einige Hürden überwinden. Wir haben mit Cetin Acar, IT-Experte im EHI, über das Thema gesprochen:

 

Wie ist der Stand der Dinge im Handel in Bezug auf Digitale Bons? Wie wird das Thema vom Handel angenommen?

Handelsunternehmen sehen großes Potenzial bei digitalen Kassenbons. Die Retailer können durch das digitale Aushändigen von Kassenbons nicht nur Papier sparen – es ist auch ein zusätzlicher Service für ihre Kunden. Beispielsweise liegt im Falle eines Garantiefalles alles digital vor. Keine Sorgen über verlegte Bons, vergilbte oder verschmutzte Quittungen und keine Diskussionen über die Auswirkungen von Bestandteilen der Belege für Umwelt und Mensch. Stichworte: Bisphenol, Papierverbrauch, Recycling. 23 Prozent der Teilnehmer der EHI-Studie „POS-Systeme 2020“ gaben an, dass ihre Kassensysteme bereits digitale Bons ausgeben können. In den nächsten zwei Jahren wollten insgesamt 77 Prozent diese Funktion auf ihren POS-Systemen zur Verfügung stellen.

Wie hat sich das Thema in dem letzten halben Jahr verändert?

Seit dem 1.1.2020 gilt die „Belegausgabepflicht“, die Teil des „Kassengesetzes“ ist. Einzelhändler, die ein elektronisches Kassensystem haben, sind seit diesem Datum verpflichtet einen Beleg zur Verfügung zu stellen – unabhängig davon ob dies vom Kunden explizit gewünscht ist oder nicht. Digitale Lösungen können hier helfen, unnötigen Rohstoffverbrauch zu vermeiden. Zusätzlich erhält die Thematik in Zeiten von Corona weiteren Auftrieb. Die digitalen Belege können helfen, den physischen Kontakt an der Kasse zu reduzieren.

Was ist zu beachten? Wo gibt es Fallstricke, z.B. durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Vorgaben?

Der Einzelhändler muss im Vorfeld viele Punkte betrachten. Beispielsweise: Welche Technologie (NFC, Bluetooth, QR-Code, oder ein anderes Verfahren) soll eingesetzt werden? Muss beim Verbraucher eine App installiert sein? Welcher Ansatz passt in meinen Checkout-Prozess? Wie bekomme ich die Funktion in bestehende Systemlandschaften und Prozesse integriert? Hinzu kommen gesetzlichen Rahmenbedingungen, die es einzuhalten gilt. So gibt es beispielsweise spezielle Regelungen für mengenvariable Produkte, bei der noch ein physischer Beleg zwingend ausgedruckt werden muss. Antworten auf diese Fragen wollen wir am 16.06.2020 mit Experten bei der EHI-Session Digitale Bons bieten. Eine Anmeldung ist für Handelsunternehmen kostenfrei. Kontakt: Cetin Acar acar@ehi.org