Ute Holtmann

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11.04.2019

Kunst, Kultur und Kulinarik

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In ihrem Department Store möchte Ellen Wigner, Geschäftsführerin erlebe wigner!, Grenzen auflösen und versteht ihren Store als temporären Lebensraum. Hier finden Kunden Fashion- und Lifestylegeschäft, Restaurant, Kulturbühne, Begegnungsstätte und Eventbühne in einem. Der Umsatz in diesen Bereichen hat sich in nur drei Jahren verdoppelt, verrät sie im Interview.

(Foto: Wigner)

(Foto: Wigner)

Frau Wigner, wenn Sie über Ihren Department Store „erlebe wigner!“ sprechen, fallen die Begriffe Kunst, Kultur, Kulinarik und „temporärer Lebensraum“. Welche Erlebnisse erwarten den Kunden bei Ihnen in Zirndorf?

Wigner: Den Kunden erwartet ein kuratiertes Warenangebot in den Bereichen Fashion, Schuhe, Wohnaccessoires und Bücher sowie ein dazu passendes kuratiertes Angebot an Erlebnissen. Das heißt konkret, tagsüber gibt es Workshops zu trendigen DIY-Themen wie Handlettering, Watercoloring, Etagèrenbau, Bullet Journaling, Angebote wie Schminken und Typberatung, häppchenweise Bücher genießen, Doros Kinder-Büchertreff oder Erlesene Krimis erleben. Eine Kooperation mit der renommierten Faber-Castell Akademie ermöglicht den Kunden Workshops zu besuchen, die von Künstlern und Professoren der Kunstakademie gehalten werden. Abends bieten wir Veranstaltungen auf unserer Kulturbühne mit einem ungewöhnlichen Mix, der über angesagte Lebensthemen, Kabarett, Comedy, Lesungen, regionalen Theaterstücken bis zu großen Konzerten mit internationalen Künstlern reicht.

Immer mehr stationäre Händler entdecken das Thema Gastronomie für sich und versuchen, ihren Store zum „Dritten Ort“ zu machen. Was müssen Händler aus Ihrer Sicht bei der Umsetzung von Gastronomie-Angeboten beachten?

Wigner: Nicht zu unterschätzen ist die Herausforderung, eine stets verlässliche Qualität hinsichtlich Essensangebot und Service zu bieten. Gerade im Bereich Gastronomie ist der Griff zum Handy für eine schlechte Bewertung schnell gemacht. Ebenso muss man von Anfang an konzeptionell genau wissen, was man dem Gast bieten möchte. Möchte man sich z. B. eher frühstücks-lastig positionieren oder soll es den ganzen Tag Kleinigkeiten zu essen geben oder möchte man ein wechselndes Mittagsangebot etablieren, damit auch Arbeitnehmer aus umliegenden Firmen hier ihre Mittagspause verbringen können? Es ist sehr wichtig sich im Vorfeld genau zu überlegen, was die Gastronomie leisten soll, wer damit angesprochen werden soll und was ich mir als Händler konkret davon verspreche.

Das Einkaufs- und Konsumverhalten der deutschen Verbraucher hat sich seit der Gründung Ihres Department Stores 2001 in vielerlei Hinsicht verändert. Was sind, die aus Ihrer Sicht bemerkenswertesten Anpassungen, die Sie für Ihr Geschäft umgesetzt haben?

Wigner: Die bemerkenswerteste Anpassung ist, dass es ein temporärer Lebensraum geworden ist. Der Kunde kommt heute nicht mehr in einen Laden um etwas zu kaufen, weil er es braucht. Er kommt, wenn es einen Anlass gibt, wenn er sich eine kleine Auszeit nehmen möchte, wenn er sich inspirieren lassen möchte. Bei uns geht das Ganze noch einen Schritt weiter: Der Kunde kommt, weil er ohne weitere soziale Verpflichtung in einem halböffentlichen Raum Freunde treffen, mit ihnen Workshops besuchen, bummeln und lecker essen, sich als Gast willkommen fühlen und soziale Kontakte pflegen kann, ohne eben die moralische Verpflichtung, die er vielleicht bei Familie und Freunden hätte. Er empfindet das als große Entlastung in seinem Alltag, in dem die Digitalisierung nicht nur sein Taktgeber, sondern auch sein größter Stressor geworden ist. Der Umsatz in den Bereichen Kunst, Kultur und Kulinarik hat sich bei uns innerhalb von drei Jahren verdoppelt, das ist ein klares Zeichen in welche Richtung die Entwicklung geht.

April 2019

Mehr über Wigner und weitere aktuelle Themen aus der Handelsgastronomie-Branche erfahren Sie auf dem Handelsgastronomie Kongress am 4. und 5. Juni in Düsseldorf.