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25.06.2019

60 Euro pro Jahr und Haushalt

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EHI veröffentlicht Studie zu Inventurdifferenzen im deutschen Handel //

Die Rasierklingen verschwinden in der Jackentasche oder das Parfum in der Handtasche. „Im Handel wird nach wie vor gestohlen, was nicht niet- und nagelfest ist“, erklärt Frank Horst, Sicherheitsexperte vom EHI, „trotz aufwändiger Präventivmaßnahmen summieren sich die Verluste in 2018 auf 4,3 Mrd. Euro.“ Nach 4,1 Mrd. Euro in 2017 bedeutet das eine Steigerung von fast 5 Prozent, so die Studie „Inventurdifferenzen 2019“. Welche Zusammenhänge bestehen und welche Trends es bei Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen gibt, erläutert Frank Horst heute auf dem „EHI Inventur- und Sicherheitskongress 2019“ in Köln.

Eine Milliarde zu Lasten von Mitarbeitern
Von den 4,3 Mrd. Euro – branchengewichtete Hochrechnung für den gesamten deutschen Einzelhandel – entfallen rund 3,75 Mrd. Euro auf Diebstahl, davon rund 2,38 Milliarden Euro auf Diebstähle durch Kunden, den eigenen Mitarbeitern/innen werden gut eine Milliarde angelastet, und Lieferanten sowie Servicekräften werden 350 Millionen Euro an Warenverlusten im Jahr zugerechnet. Statistisch gesehen entfällt auf jeden Haushalt in Deutschland jährlich ein Warenwert von fast 60 Euro, der nicht bezahlt wird. Auf den Lebensmittelhandel projiziert bedeutet dies, dass nach wie vor rund jeder 200. Einkaufswagen unbezahlt die Kasse passiert. 560 Mio. Euro entstehen durch organisatorische Mängel wie falsche Preisauszeichnung oder nicht erfasster Bruch und Verderb.

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EHI-Studie: Inventurdifferenzen 2019

Der ehrliche Kunde zahlt mit
Bei der Mehrzahl der Studienteilnehmer haben sich die Inventurergebnisse in Prozentpunkten im Vergleich zu 2017 verschlechtert. Eine durchschnittliche Inventurdifferenz von 0,63 Prozent – bewertet zu Einkaufspreisen in Prozent vom Nettoumsatz – schmälert die Renditen im Einzelhandel erheblich. Bewertet zu Verkaufspreisen in Relation zum Bruttoumsatz entspricht dies in branchengewichteter Hochrechnung einem Wert von durchschnittlich 1 Prozent des Umsatzes. Hinzu kommen jährliche Ausgaben des Handels von rund 1,45 Milliarden Euro für Präventions- und Sicherungsmaßnahmen, um seine Waren vor Diebstählen zu schützen. Insgesamt gehen dem Handel damit durch Inventurdifferenzen und Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen rund 1,34 Prozent seines Umsatzes verloren, die letztlich jeder Kunde mit bezahlt.

Erneuter Rückgang der Ladendiebstahlsanzeigen
2018 sind die angezeigten Ladendiebstähle laut polizei­licher Kriminalstatistik um 4,1 Prozent zurückgegangen auf insgesamt 339.021 Fälle (Vorjahr 353.384). Wäh­rend die Zahl der einfachen Ladendiebstähle seit 1997 nahezu kontinuierlich gesunken ist, haben sich schwe­re Ladendiebstähle in den letzten zwölf Jahren nahezu verdreifacht. Durch die hohe Dunkelziffer von über 98 Prozent besitzt die Statistik nur eine eingeschränk­te Aussagefähigkeit. Aus dem durchschnittlichen Scha­den aller angezeigten Diebstähle und dem tatsächlichen Schaden im Handel ergibt sich, dass jährlich rechne­risch über 23 Millionen Ladendiebstähle mit je einem Warenwert von 100 Euro unentdeckt bleiben.

EHI-Studie: Inventurdifferenzen 2019

EHI-Studie: Inventurdifferenzen 2019

Datenbasis: An der aktuellen Untersuchung beteiligten sich 95 Unternehmen bzw. Vertriebsschienen mit insgesamt 22.551 Verkaufsstellen, die einen Gesamtumsatz von rund 98,3 Milliarden Euro erwirtschaftet haben. Die durchschnittliche Verkaufsfläche der beteiligten Geschäfte beträgt 1.240 qm.

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Kontakt
Frank Horst, Leiter Inventurdifferenzen + Sicherheit, EHI, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-53, horst@ehi.org
Ute Holtmann, Leiterin Public Relations, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-42, holtmann@ehi.org

Herausgeber
EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org, 0221-57993-0

Über das EHI
Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 80 Mitarbeitern. Sein internationales Netzwerk umfasst rund 800 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie Dienstleister. Das EHI erhebt wichtige Kennzahlen für den stationären und den Onlinehandel, ermittelt Trends und erarbeitet Lösungen. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet. Präsident ist Kurt Jox, Geschäftsführer ist Michael Gerling. Die GS1 Germany ist eine Tochtergesellschaft des EHI und des Markenverbandes und koordiniert die Vergabe der Global Trading Item Number (GTIN, ehem. EAN) in Deutschland. In Kooperation mit dem EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel, die EuroCIS, wo neueste Produkte, Lösungen und Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorgestellt werden sowie die C-star für den asiatischen Handel in Shanghai.

 

 

 


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