Ute Holtmann

Leiterin Public RelationsTel:+49 221 57993-42
E-Mail:holtmann@ehi.org Kontaktformular
12.12.2018

Am liebsten kostenlos und für jeden Betrag

Zahlungssysteme #Mobile Payment #mobiles Bezahlen

EHI-Verbraucherstudie zu Mobile-Payment /

Immer häufiger können Kunden im deutschen Handel ihr Smartphone zücken, wenn es ans Bezahlen geht. Dabei hat ein schneller und einfacher Bezahlvorgang bei den Kunden hohe Priorität – und zwar für jeden Betrag, egal ob groß oder klein. „Das hat sich auch schon beim kontaktlosen Bezahlen gezeigt“, so Horst Rüter, Zahlungsexperte im EHI, „außerdem ist die landläufige Annahme widerlegt, dass Kunden beim mobilen Bezahlen ausschließlich Klein- oder Kleinstbeträge begleichen möchten“, erklärt er die Ergebnisse der repräsentativen EHI-Verbraucherbefragung zu Mobile-Payment.

Für jeden Betrag

In der repräsentativen Umfrage würde die große Mehrheit der Konsumenten (63 Prozent) jeden Betrag mit ihrem Smartphone begleichen. Der Wunsch, Klein- und Kleinsteinkäufe zum Beispiel beim Bäcker oder im Kiosk mobil zu bezahlen, steht allerdings relativ weit am Ende der Präferenzliste. Nur 14 Prozent der Befragten würden auch ihre Brötchen mit dem Smartphone bezahlen. Besonders bei Kleinbeträgen ist eine immer noch hohe Affinität zum Bargeld zu erkennen. Zurzeit möchten Verbraucher offensichtlich lieber Hemd und Hose im Textilhandel mobil bezahlen als Kaugummi und Cola am Kiosk. Diese einschränkende Einstellung der Verbraucher könnte sich jedoch mit zunehmender Praxisanwendung von Mobile-Payment – wie in anderen Ländern bereits erlebt – sehr schnell ändern. Noch haben nur Zahlungen unterhalb von 25 Euro einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil an der Kasse, da bei höheren Beträgen die PIN-Eingabe als Authentifizierung gefordert wird.

Aus der EHI-Verbraucherstudie zu Mobile Payment

Aus der EHI-Verbraucherstudie zu Mobile Payment

Am liebsten kostenlos

Kosten soll der mobile Service möglichst nicht verursachen. Neun von zehn Verbrauchern würden mobiles Bezahlen nicht nutzen, wenn es kostenpflichtig wäre. Nur ein sehr geringer Anteil wäre mit einer begrenzten monatlichen Gebühr oder Transaktionsgebühr einverstanden.

Beim Thema Vertrauen schneiden die konventionellen Zahlungsdienstleister am besten ab. Drei Viertel der Konsumenten sehen in Banken und Sparkassen sowie Kreditkartenanbietern vertrauenswürdige Partner. Diese haben als etablierte, klassische Finanzvertragspartner des Kunden eine bessere Ausgangsposition als der Handel, auf den sich fast die Hälfte (47 Prozent) verlassen würde.  Bei der Telekommunikationsbranche sinkt dieser Wert auf nur 41 Prozent.

Geldtransfer zwischen Freunden und Bekannten ist für die Kunden, die mobilen Bezahlmöglichkeiten aufgeschlossen gegenüberstehen, ein klarer USP. Jeder zweite sieht hierin eine besondere Attraktivität und Vereinfachung.

Gutes Handling

Im qualitativen Teil der Studie (Mystery Shopping) haben die Verbraucher fünf unterschiedliche Mobile-Payment-Apps getestet. Als grundsätzlich einfach und gut durchführbar wurde zunächst der Installationsprozess der Zahlungs-Apps auf den Smartphones bewertet. Mehr als 90 Prozent der Tester waren mit der Dauer der Installation und den Erklärungen zufrieden. Bei rund einem Viertel bis zu einem Drittel gab es Bedenken, persönliche Daten und Kontoverbindungen zu hinterlegen.

Beim Einsatz stellte sich bei den meisten Nutzern schnell ein positives Gefühl ein: „fortschrittlich“, „selbstbewusst“, „positiv überrascht“, „souverän“ und auch „sicher“ waren die Aussagen. Fast 80 Prozent konnte ohne Hilfestellung des Kassenpersonals mit der App bezahlen.

Kurze Dauer

Die Dauer des Bezahlvorgangs kam in vielen Fällen bereits mit unter 10 Sekunden (von der Nennung des Kaufbetrags bis zur Aushändigung des Kassenbons) der des kontaktlosen Bezahlens mit Plastikkarten gleich. Auch einige längere Zahlungsvorgänge waren mit etwa 30 Sekunden immer noch nicht länger als konventionelle Kartenzahlungen. Knapp 15 Prozent der mobilen Bezahlvorgänge überschritten aber mit über 30 Sekunden die akzeptable Geschwindigkeit. Mit zunehmender Verbreitung des mobilen Bezahlens sollte sich dieser Wert aber allmählich den Best Cases annähern. Das Kassenpersonal wurde in den meisten Fällen als überwiegend routiniert, gut vorbereitend und unterstützend bewertet.

 

Infografiken zum Download

 

Methode
Gemeinsam mit Kantar TNS wurde eine zweistufige Verbraucherbefragung durchgeführt, um den Status quo zum mobilen Bezahlen in Deutschland abzubilden. Im ersten Schritt wurde eine repräsentative Onlinebefragung aufgesetzt, an der 1.046 Verbraucher teilgenommen und Fragen zum mobilen Bezahlen mit dem Smartphone beantwortet haben. Im zweiten Schritt hat eine qualitative Befragung mit 40 Verbrauchern stattgefunden, um persönliche Einschätzungen einzuholen. Die Interviews wurden ergänzt um 65 im August durchgeführte Live-Tests mit fünf unterschiedlichen Mobile-Payment-Apps (Mystery Shopping). Anfang nächsten Jahres plant das EHI eine Händlerbefragung zu diesem Thema durchzuführen.

Mobile-Payment-Initiative
Um über die unterschiedlichen Möglichkeiten des mobilen Bezahlens aufzuklären, hat das EHI mit Partnern die Mobile-Payment-Initiative gegründet. Gemeinsam mit dem EHI wollen u.a. Bluecode, Girocard, Google Deutschland, GS1 Germany, Ingenico Payment Services, Mastercard, Payback, Roqqio, Visa und Wirecard mit der Mobile-Payment-Initiative unter der Leitung von Caroline Coelsch, Projektleiterin beim EHI, umfassende Informationen zum mobilen Bezahlen bereitstellen. Website: www.mobile-payment-initiative.de


Kontakt
Caroline Coelsch, Projektleiterin, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-996, coelsch@ehi.org
Ute Holtmann, Leiterin Public Relations, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-42, holtmann@ehi.org

Herausgeber
EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-0, Fax: -45

Über das EHI
Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 80 Mitarbeitern. Sein internationales Netzwerk umfasst rund 800 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie Dienstleister. Das EHI erhebt wichtige Kennzahlen für den stationären und den Onlinehandel, ermittelt Trends und erarbeitet Lösungen. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet. Präsident ist Kurt Jox, Geschäftsführer ist Michael Gerling. Die GS1 Germany ist eine Tochtergesellschaft des EHI und des Markenverbandes und koordiniert die Vergabe der Global Trading Item Number (GTIN, ehem. EAN) in Deutschland. In Kooperation mit dem EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel, die EuroCIS, wo neueste Produkte, Lösungen und Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorgestellt werden sowie die C-star für den asiatischen Handel in Shanghai.


Ähnliche Meldungen

25.07.2019 Kontaktlos und mobil treiben Investitionen

EHI-Studie Kartengestützte Zahlungssysteme 2019 / Der große Erfolg des kontaktlosen Bezahlens und die stärkere Nutzung mobiler Zahlarten zeigen, wie schnell sich die etablierten Prozesse an den

18.07.2019 PSD2: Onlinehändler befürchten Umsatzrückgang

EHI-Studie „Online-Payment 2019“ erscheint / Die Deadline rückt näher. Onlinehändler haben nur noch bis zum 14. September 2019 Zeit, ihren Onlineshop an die neuen Regelungen der

08.05.2019 E-Commerce: Die Rechnung, bitte!

EHI stellt Ergebnisse der Studie „Online-Payment 2019“ vor Der Kauf auf Rechnung ist bei Online-Shoppern noch immer beliebt und bleibt, trotz leichter Einbußen, die umsatzstärkste Zahlungsart

07.05.2019 Liebe zum Bargeld lässt nach

EHI-Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2019“ / Der Deutschen Liebe zum Bargeld erodiert. Der Umsatzanteil von Bargeld sinkt weiter und zwar erstmalig unter den der

19.02.2019 Mit dem Handy an die Kasse

EHI-Händlerbefragung zu Mobile-Payment / Köln, 19.02.2019   Der Handel steht dem mobilen Bezahlen aufgeschlossen gegenüber. Er möchte technologisch auf dem neuesten Stand sein und seinen

12.02.2019 Zeit ist Geld

EHI analysiert die Kosten von Bargeldzahlungen im Handel für die Deutsche Bundesbank / 410 Milliarden Euro Umsatz im stationären Einzelhandel werden pro Jahr in über 20 Milliarden

16.10.2018 Handy statt Geldbörse

EHI gründet Mobile-Payment-Initiative / An deutschen Kassen wird immer seltener zur Geldbörse gegriffen. Nur noch die Hälfte des Umsatzes im Einzelhandel begleichen Kunden mit Bargeld. Der

03.07.2018 Schneller zur Kasse

EHI-Studie „Online-Payment 2018“ erscheint / Bis 2019 wollen Onlinehändler ihr Angebot an Zahlungsdiensten um verschiedene Services aufstocken. Auf Platz eins rangiert dabei Amazon Pay.

25.04.2018 Onlinehandel: Erst die Ware

EHI stellt Ergebnisse der Studie „Online-Payment 2018“ vor\ Deutsche Kunden zahlen ihre Onlinekäufe mit Vorliebe nach Erhalt der Ware. Auch wenn der Kauf auf Rechnung unter die 30-Prozent-Marke

24.04.2018 Einzelhandel: Jeder zweite Euro bargeldlos

EHI-Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2018“/ Die Umsatzanteile von Bargeld sinken und das Bezahlen per Karte wird immer beliebter. So konnte der kartengestützte Umsatz in

27.02.2018 Kassen für alle Kanäle

EHI-Studie Kassensysteme 2018\ Ihre Anzahl ist seit Jahren nahezu unverändert, die Menge ihrer Funktionen wächst hingegen stetig. Rund eine Million Kassen sind im deutschen Handel im Einsatz,

15.01.2018 Kontaktlos und mobil in die Zukunft

Die girocard feiert goldenes Jubiläum / Vor genau 50 Jahren startete die girocard – damals noch Scheckkarte und heute umgangssprachlich häufig auch Euroscheck- oder EC-Karte genannt – ihre

26.06.2017 Gute Karten für Kunden und Händler

EHI-Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2017“ erschienen / Gutschein- und Geschenkkarten sind bei Kunden und Händlern sehr beliebt und erfreuen sich einer stetig

22.06.2017 Convenience beim Bezahlen

EHI-Studie „Online-Payment 2017“ erscheint / Onlinehändler planen, ihren Kunden mittelfristig mehr Zahlungsdienste anzubieten. Im Fokus der Händler steht dabei das Zahlen mit Paydirekt.

26.04.2017 Rechnungskauf online weiter Spitze

EHI stellt Ergebnisse der Studie „Online-Payment 2017“ vor / Nach wie vor zahlen deutsche Kunden ihre Onlinekäufe am liebsten erst nach Erhalt der Ware. Die meisten Händler stellen sich darauf