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19.06.2018

Auf Nimmerwiedersehen

Inventurdifferenzen + Sicherheit Kongresse #Diebstahl #Einzelhandel #Inventurdifferenzen

EHI veröffentlicht Studie zu Inventurdifferenzen im deutschen Handel \

Köln, 19.06.2018 Gestohlen, verbummelt, kaputt – die Ursachen für Inventurdifferenzen sind vielfältig und haben sich im Jahr 2017 auf 4,1 Mrd. Euro summiert. Trotz Warensicherung und Personalschulungen entwendet jeder Bundesbürger jährlich Waren im Wert von 28 Euro im Einzelhandel. Umgelegt auf den Lebensmittelhandel verlässt also der Inhalt jedes 200. Einkaufswagens ohne Umweg über das Kassenband den Laden. Während der Verlustwert anstieg, ist die Zahl der angezeigten Ladendiebstähle hingegen gesunken, so die Studie „Inventurdifferenzen 2018“. Welche Zusammenhänge bestehen und welche Trends es bei Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen gibt, erläutert Frank Horst heute auf dem „EHI Inventur- und Sicherheitskongress 2018“ in Köln.

Kunde Langfinger

Der Anteil der Verluste durch Diebstähle seitens der Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Servicekräfte beträgt rund 3,5 Milliarden Euro. Den Großteil davon verursachen mit 2,28 Mrd. Euro unehrliche Kunden. Den zweiten Platz im Diebstahlranking nehmen die Mitarbeiter mit rund 850 Mio. Euro ein und Servicekräfte entwenden Waren im Wert von ca. 320 Mio. Euro. Allein der daraus resultierende volkswirtschaftliche Schaden durch Mehrwertsteuerausfälle beläuft sich auf rund 475 Mio. Euro im Jahr. Ein weiterer Posten der Inventurdifferenzen – 660 Mio. Euro – entsteht wegen organisatorischer Mängel wie falsche Produktauszeichnungen.

EHI-Studie Inventurdifferenzen 2018

EHI-Studie Inventurdifferenzen 2018

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Inventurdifferenzen auf 4,1 Mrd. Euro leicht gestiegen (2016: 4 Mrd.), durch eine generelle Umsatzsteigerung bedingt, prozentual vom Umsatz jedoch auf gleichem Niveau verharrt.

Angezeigte Ladendiebstähle rückläufig

Die Zahl der einfachen Ladendiebstähle hat sich seit 20 Jahren mehr als halbiert und 2017 sank der Wert um weitere 6,63 Prozent. „Zum Teil liegt der Rückgang an der längeren Öffnung der Geschäfte bei gleichzeitig geringerer Personalpräsenz. Die Ladenzeiten wurden ausgedehnt – nicht aber der Einsatz der Kaufhausdetektive angepasst“, so Frank Horst, Leiter Inventurdifferenzen + Sicherheit beim EHI.

EHI-Studie Inventurdifferenzen 2018

EHI-Studie Inventurdifferenzen 2018

Erstmals seit 2007 sank auch die Zahl der angezeigten schweren Ladendiebstähle um 6,57 Prozent. Hierzu zählen z. B. Delikte, bei denen Sicherheitsetiketten entfernt oder verschlossene Vitrinen aufgebrochen werden. Mit 21.000 Anzeigen im letzten Jahr ist der Tatbestand aber noch immer auf einem sehr hohen Niveau. Allerdings wird hierbei von einer nicht angezeigten Dunkelziffer von über 98 Prozent ausgegangen, weswegen ein Rückbezug von weniger Anzeigen auf weniger Diebereien nicht möglich ist. Hinter jedem angezeigten Täter, bleiben rund 65 Ladendiebe unerkannt.

Die Händler geben an, dass Diebstähle noch immer stark in organisierter Form durchgeführt werden. Die Täter gehen oft in Gruppen mit gezielter Aufgabenverteilung vor. Nach EHI-Schätzungen entfällt wertmäßig rund ein Viertel aller Ladendiebstähle auf Banden und organisierte Kriminalität.

EHI-Studie Inventurdifferenzen 2018

EHI-Studie Inventurdifferenzen 2018

Bitte recht freundlich

Im Durchschnitt gibt der Handel 0,32 Prozent (1,35 Mrd. Euro) vom Umsatz für Präventionsmaßnahmen Sicherheitsmaßnahmen aus und jedes fünfte Unternehmen hat dieses Budget für 2018 weiter aufgestockt. Noch immer haben für über 80 Prozent der Händler abschreckende, für den Kunden sichtbare Maßnahmen wie Kameraüberwachung Priorität. Nach wie vor kommt aber auch der Schulung und Sensibilisierung von Personal eine Schlüsselrolle zu, um Ladendiebstahl zu minimieren.

Datenbasis

An der aktuellen Untersuchung beteiligten sich 101 Unternehmen bzw. Vertriebsschienen mit insgesamt 20.396 Verkaufsstellen, die einen Gesamtumsatz von rund 84,2 Milliarden Euro erwirtschaftet haben. Die durchschnittliche Verkaufsfläche der beteiligten Geschäfte beträgt 1.310 qm.

Grafiken zum Download


 

Kontakt:
Frank Horst, Leiter Inventurdifferenzen + Sicherheit, EHI, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-53, horst@ehi.org Ute Holtmann, Leiterin Public Relations, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-42, holtmann@ehi.org

Herausgeber:
EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org, 0221-57993-0

Über das EHI:
Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 80 Mitarbeitern. Sein internationales Netzwerk umfasst rund 800 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie Dienstleister. Das EHI erhebt wichtige Kennzahlen für den stationären und den Onlinehandel, ermittelt Trends und erarbeitet Lösungen. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet. Präsident ist Kurt Jox, Geschäftsführer ist Michael Gerling. Die GS1 Germany ist eine Tochtergesellschaft des EHI und des Markenverbandes und koordiniert die Vergabe der Global Trading Item Number (GTIN, ehem. EAN) in Deutschland. In Kooperation mit dem EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel, die EuroCIS, wo neueste Produkte, Lösungen und Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorgestellt werden sowie die C-star für den asiatischen Handel in Shanghai.