Ute Holtmann

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27.02.2018

Der lange Weg zum vernetzten Store

E-Commerce Informationstechnologie Ladenplanung + Einrichtung #Click & Collect #IoT #Smart Store

EHI und Microsoft untersuchen Smart Stores\

Die Möglichkeiten des Internet of Things (IoT) oder der Künstlichen Intelligenz eröffnen Händlern neue Perspektiven für ihre Digitalisierungsstrategien. Der Weg zum vernetzten Store, in dem Kunden personalisiert über intelligente digitale Services angesprochen und operative Prozesse optimal digitalisiert und automatisiert werden, gestaltet sich dennoch oftmals beschwerlich und äußerst komplex. Der Handel befindet sich, zumindest was die Umsetzung von Smart Store Konzepten angeht, inmitten einer Konzeptions- und Ausbauphase, so ein Fazit der Analyse, die EHI und Microsoft in dem Whitepaper „Smart Store“ veröffentlichen.

Bestandsmanagement

Bestandstransparenz ist eine wichtige Voraussetzung für vernetzte Stores, die ein Großteil der Händler bereits erfüllt. So nutzen bereits 59 Prozent automatisierte Informationen aus dem E-Commerce-Kanal für das Bestandsmanagement ihrer Filialen, weitere 23 Prozent planen dies für die kommenden beiden Jahre. Von diesen insgesamt 82 Prozent nutzen zwei Drittel die Daten für Click and Collect-Services, die Hälfte für die Online-Vorreservierung von Produkten in den Filialen und 39 Prozent für die Anzeige von Filialbeständen auf Online-Wunschlisten.

„Der Handel ist derzeit mit modernen Cloud-Technologien auf dem Weg in die digitale Transformation und wir unterstützen gerne über unser breites Partner-Netzwerk“, sagt Xenia Giese, Industry Solution Executive Retail & Consumer Goods, Microsoft Deutschland.

Aus der EHI-Studie “Smart Stores 2018”

Individualisierte Kunden-Kommunikation

Ein weiterer essentieller Bestandteil jeder Smart-Store-Strategie ist die personalisierte und individualisierte Kommunikation mit den Kunden. Dies setzt voraus, dass Kundenprofile aus dem E-Commerce Kanal auch instore verfügbar sind, idealerweise kombiniert mit einer Identifikation einzelner Kunden, wenn diese sich in der Filiale aufhalten. 18 Prozent der Teilnehmer nutzen personalisierte Kundendaten im Store, z.B. an der Kasse, weitere 43 Prozent planen dies in der nahen Zukunft umzusetzen. Damit werden in absehbarer Zeit die meisten Unternehmen zumindest theoretisch in der Lage sein, mit ihren Kunden basierend auf deren kanalübergreifendem Kaufverhalten zu kommunizieren. Allerdings – nur in 5 Prozent der Unternehmen verfügen Mitarbeiter bereits heute auf ihrem Mobile Device über personalisierte Kundendaten, auch hier planen weitere 36 Prozent der Firmen dies für die Zukunft.

Besonders im Fokus sind dabei Services wie Instore Navigation oder der Zugriff auf Produktinformationen unter Verwendung von beispielsweise QR-Codes oder Bilderkennung. Bei den Händlern, bei denen eine Interaktion mit dem Smartphone der Kunden möglich ist (27 Handelsunternehmen), geschieht dies bei 26 Prozent über Beacons und bei 52 Prozent über eine Unternehmens-App. Whatsapp (7 Prozent) oder Chatbots (4 Prozent) spielen noch eine untergeordnete Rolle.

Smart Shelves, Roboter und Co.

Vollautomatisierte Store Konzepte wie AmazonGo werden als durchaus ernstzunehmende Ansätze für die Zukunft gesehen. 66 Prozent glauben, dass entsprechende Szenarien kurz- bis mittelfristig realistisch sind. Nur 30 Prozent glauben nicht an eine Etablierung solcher voll automatisierter Lösungen.

Typische IoT Anwendungen wie Smart Shelves sind bisher kaum im Einsatz, das Interesse seitens des Handels ist jedoch groß. Der Einsatz von Robotern auf der Fläche, z.B. im Bereich Inventuraufnahme oder Reinigung wird als hochspannend betrachtet, bisher aber kaum umgesetzt.

Die unzureichende flächendeckende Abdeckung leistungsfähiger Breitbandnetze bleibt ein Problem. Der Handel feilt weiter am Ausbau freier Kunden-Wifi Verbindungen. Hier sehen 61 Prozent der Befragten Handlungsbedarf. 57 Prozent möchten die Ausstattung des Filialpersonals mit Mobile Devices optimieren.

Aus der EHI-Studie "Smart Store 2018"

Aus der EHI-Studie “Smart Store 2018”

Datenbasis

Dem Whitepaper liegt eine schriftliche Befragung von 44 IT-Entscheidern der bedeutendsten Filialisten im deutschsprachigen Raum zugrunde.

Das Whitepaper zu der Studie „Smart Store“ steht im EHI-Shop kostenlos zur Verfügung.

Infografiken zum Download

 


Kontakt:

Cetin Acar, Projektleiter Forschungsbereich IT, Tel: +49 221 57993-12, acar@ehi.org

Ute Holtmann, Leiterin Public Relations, Tel: +49 221 57993-42, holtmann@ehi.org

Herausgeber:

EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org

Über das EHI:

Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 60 Mitarbeitern. Sein internationales Netzwerk umfasst rund 800 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie Dienstleister. Das EHI erhebt wichtige Kennzahlen für den stationären und den Onlinehandel, ermittelt Trends und erarbeitet Lösungen. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet. Präsident ist Götz W. Werner, Geschäftsführer ist Michael Gerling. Die GS1 Germany ist eine Tochtergesellschaft des EHI und des Markenverbandes und koordiniert die Vergabe der Global Trading Item Number (GTIN, ehem. EAN) in Deutschland. In Kooperation mit dem EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel, die EuroCIS, wo neueste Produkte, Lösungen und Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorgestellt werden sowie die C-star für den asiatischen Handel in Shanghai.