Sven Althaus

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08.03.2017

Effizienz-Boost im Einzelhandel

Alle Themen Informationstechnologie Logistik Marketing #Wissenschaftspreis

Wissenschaftspreis 2017 (Foto: EHI/GS1-Germany/Hauser)

Wissenschaftspreis 2017 (Foto: EHI/GS1-Germany/Hauser)

Neue Konzepte aus der Forschung beim 10. Wissenschaftspreis/

Für den Handel werden Suchmaschinen als Werbekanal immer wichtiger. Die Ausgaben von Unternehmen für Suchmaschinenwerbung (Search Engine Advertising, SEA) betrugen schon 2014 laut Statista etwa 70 Mrd. Dollar weltweit. Ziel ist es unter anderem, den potenziellen Kunden im Moment der Recherche mit der Anzeige auf die Webseite zu leiten. Im Idealfall findet dort die gewünschte, als Conversion bezeichnete Handlung des Internetnutzers statt – beispielsweise der Kauf eines Produkts.

Die SEA Kampagnenpflege erfolgt in vielen Unternehmen noch manuell. In einem gemeinsamen Projekt von Shopping24, einem Unternehmen der Otto Group, Vertretern der Otto Group, dem Fachgebiet Electronic Markets der TU Darmstadt und der Juniorprofessur für Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt E-Commerce der Universität Passau wurde ein Ansatz entwickelt, um SEA-Kampagnen von der Keyword-Recherche bis zum Startgebot vollständig zu automatisieren. Insgesamt konnte Shopping24 die Zahl der Seitenaufrufe mehr als verdreifachen. Der Deckungsbeitrag der Kunden, die über diesen für das Unternehmen wichtigen Kanal akquiriert wurden, steigerte sich auf das Fünffache. Für die neue Herangehensweise an Suchmaschinenwerbung wurde die beste Kooperation mit dem Wissenschaftspreis 2017 geehrt.

Ebenfalls geehrt wurden folgende Arbeiten in den Kategorien Beste Dissertation, beste Masterarbeit, beste Bachelorarbeit – mit erstmalig zwei Gewinnern.

Beste Dissertation: Dr. Ingo Frank Becker, ETH Zürich und Prof. Dr. Utho Creusen, Positive Leadership (Foto: EHI/GS1/Hauser)

Beste Dissertation: Dr. Ingo Frank Becker, ETH Zürich und Prof. Dr. Utho Creusen, Positive Leadership (Foto: EHI/GS1/Hauser)

Beste Dissertation: Vom Surfer zum Käufer

Das Internet bietet Onlinehändlern eine Fülle an Nutzerdaten. Die gezielte Analyse der Clickstream Data stellt für viele Händler allerdings eine große Herausforderung dar. Dr. Ingo Becker von der ETH Zürich untersucht daher in seiner Arbeit die Zusammenhänge zwischen Surf- und Kaufverhalten und leitet daraus u.a. den Wertbeitrag einzelner Marketingkanäle von Onlinehändlern ab. Er analysiert darüber hinaus die Bedeutung von Zeitabständen zwischen zwei oder mehreren Klicks, übersetzt diese in Kaufwahrscheinlichkeiten und bewertet die Kanalpräferenzen von Nutzern. Online-Händlern bietet die Dissertation zahlreiche methodische und praktische Empfehlungen, um aus dem Blindflug im Onlinemarketing eine Punktlandung zu machen.

Beste Masterarbeit: Chaos mit System

Die Masterarbeit von Felix Weidinger von der Friedrich-Schiller-Universität Jena untersucht die bislang kaum erforschte, aber in der Praxis häufig eingesetzte Lagerhaltungsstrategie „Scattered Storage“ (ugs. chaotische Lagerhaltung) und liefert konkrete Lösungsansätze für eine optimierte Lagerplatzvergabe. Das von ihm entwickelte Optimierungsverfahren lässt sich auf verschiedene Lagerlayouts übertragen und reduziert – wie eine ausführliche Simulationsstudie zeigt – die Wegstrecken von Kommissioniertouren um bis zu 50 Prozent, wodurch Kosten gesenkt werden.

Beste Bachelorarbeit: Datenschätze schneller heben

In seiner Bachelorarbeit geht Mohamed Kari, Student an der Universität Duisburg-Essen, der Frage auf den Grund, wie Entscheidungen im Einzelhandel von der In-Memory-Technologie profitieren können. Die Arbeit zeigt am Bsp. SAP HANA, dass besonders Preis-, Sortiments- und Promotionsentscheidungen, die durch In-Memory-Datenbanksysteme unterstützt werden, wesentlich schneller getroffen werden können. Ein großer US-amerikanischer Einzelhändler beispielsweise, der pro Jahr rund 13 Mrd. Warenkörbe generiert, bräuchte für eine datenbasierte Entscheidungsfindung mit klassischen Systemen etwa 150 Tage. Neue IT-Architekturen auf Basis von In-Memory verkürzen diesen Prozess auf nur 2 Tage.

Beste Bachelorarbeit: Luisa Kuschke, Ruhr Universität Bochum und Petra Hesser, Ikea Group (Foto: EHI/GS1/Hauser)

Beste Bachelorarbeit: Luisa Kuschke, Ruhr Universität Bochum und Petra Hesser, Ikea Group (Foto: EHI/GS1/Hauser)

Beste Bachelorarbeit: Einfluss auf das Kaufverhalten

Welchen Einfluss hat die Anordnung von Produkten nach geordneten Durchschnittspreisen auf die Wahrnehmung und das Kaufverhalten der Kunden? Dieser Frage widmet sich die Bachelorarbeit von Luisa Kuschke von der Ruhr-Universität Bochum. Auf Grundlage eines Feldexperiments bei dem schweizer Schuheinzelhändler Ochsner Shoes konnte der Nachweis erbracht werden, dass bei einer Anordnung der Produkte nach aufsteigenden Preisen höhere Umsätze erzielt werden können. Der Händler konnte mit dieser Erkenntnis das Kundenverhalten und den Umsatz positiv beeinflussen, ohne die Produkte, Preise oder die Gestaltung des Geschäfts verändern zu müssen.

10 Jahre Wissenschaftspreis

Zum zehnjährigen Jubiläum des Wissenschaftspreises kamen am gestrigen Abend auf Einladung von EHI Stiftung und GS1 Germany rund 350 geladene Spitzenkräfte der Handelsbranche nach Düsseldorf. „Seit nunmehr 10 Jahren hilft der Wissenschaftspreis praxisrelevante Probleme mithilfe der Wissenschaft zu lösen und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur positiven Entwicklung des Einzelhandels in vielen Bereichen“, erläutert Prof. Götz W. Werner, Vorstandsvorsitzender der EHI-Stiftung und EHI-Präsident.

 

EHI Stiftung und GS1 Germany stiften paritätisch 38.000 Euro Preisgeld, um den akademischen Nachwuchs und etablierte Lehrstühle zu ermutigen, praxisrelevante Themen für die Handelsbranche wissenschaftlich zu untersuchen und insbesondere Kooperationen zwischen Hochschulen, Handel und Industrie zu fördern. Zudem soll der Transfer der wissenschaftlich erarbeiteten Erkenntnisse von den Hochschulen in die Praxis ermöglicht werden. Alle ausgezeichneten Arbeiten können eingesehen werden. Der Wissenschaftspreis wird verliehen mit freundlicher Unterstützung der KPMG.

 

Fotos der Award-Verleihung als Download



Über die EHI Stiftung
Die EHI Stiftung fördert den Austausch zwischen der Wissenschaft und dem Handel, motiviert Hochschulen, über Handelsthemen zu forschen und trägt dazu dabei, den Handel als attraktiven Arbeitgeber bekannter zu machen. Sie wurde 2013 vom EHI Retail Institute e.V. gegründet. Vorstandsmitglieder der EHI Stiftung sind Prof. Dr. Götz Werner, Graciela Bruch, Michael Gerling und Marlene Lohmann. Wichtigstes Projekt der Stiftung ist der Wissenschaftspreis, der jährlich gemeinsam mit GS1 Germany und der Akademischen Partnerschaft vergeben wird.

Über GS1 Germany
GS1 Germany unterstützt Unternehmen aller Branchen dabei, moderne Kommunikations- und Prozess-Standards in der Praxis anzuwenden und damit die Effizienz ihrer Geschäftsabläufe zu verbessern. Unter anderem ist das Unternehmen in Deutschland für das weltweit überschneidungsfreie GS1 Artikelnummernsystem zuständig – die Grundlage des Barcodes. Darüber hinaus fördert GS1 Germany die Anwendung neuer Technologien zur vollautomatischen Identifikation von Objekten (EPC/RFID) und zur standardisierten elektronischen Kommunikation (EDI). Im Fokus stehen außerdem Lösungen für mehr Kundenorientierung (ECR – Efficient Consumer Response) und die Berücksichtigung von Trends wie Mobile Commerce, Multichanneling, Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit. GS1 Germany gehört zum internationalen GS1 Netzwerk und ist nach den USA die zweitgrößte von mehr als 110 GS1 Länderorganisationen. Paritätische Gesellschafter sind das EHI Retail Institute und der Markenverband.

Herausgeber:
EHI Stiftung, Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi-stiftung.org
Tel: +49 (0)2 21/5 79 93-0, Fax: -45

GS1 Germany GmbH, Maarweg 133, 50933 Köln, www.gs1-germany.de
Tel: +49 (0) 2 21/9 47 14-0, Fax: +49 (0) 2 21/9 47 14-9 90

Kontakt:
Ute Holtmann, EHI Stiftung, Leiterin Public Relations, Tel.: 02 21/5 79 93-42, holtmann@ehi.org
Sandra Wagner, GS1 Germany, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel: 02 21/94 714 -543, wagner@gs1-germany.de


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