Sven Althaus

Public RelationsTel:+49 221 57993-870
E-Mail:althaus@ehi.org Kontaktformular
19.07.2016

Ganzheitlich denken, Kosten senken

Alle Themen Logistik #Lebensmittelhandel #Lieferkette #Supply Chain-Management

Struktur der Supply-Chain-Kosten im LEH (Bildnachweis: EHI)

Struktur der Supply-Chain-Kosten im LEH (Bildnachweis: EHI)

Studie „Ganzheitliches Supply Chain Management im LEH“ von EHI, BCG und Uni Eichstätt /

Von jedem Euro Nettoumsatz entfallen im stationären Lebensmittelhandel knapp 10 Cent auf die Supply-Chain-Kosten. Händler müssen daher stetig nach neuen Wegen der Kostenoptimierung suchen. Der Schlüssel zur Kostensenkung liegt in einem stufenübergreifenden Ansatz des Supply Chain Managements. Das zeigt die aktuelle Studie „Ganzheitliches Supply Chain Management im LEH“ von EHI, BCG und der KU Eichstätt-Ingolstadt. Noch schöpfen allerdings längst nicht alle Händler dieses Optimierungspotenzial voll aus, ein Großteil hat jedoch für die Zukunft erkannt, dass sich ein ganzheitlicher Ansatz auszahlt.

Vom Zentrallager ins Regal

Lebensmittelhändler kostet die eigene Logistik im Schnitt etwa 8,5 Prozent des Nettoumsatzes. Davon entfallen 2,9 Prozent auf die Lagerkosten, 1,4 Prozent auf die Transportkosten, 0,8 Prozent auf die Kosten für die Zentrallogistik und 3,4 Prozent auf die Filiallogistikkosten. Abschriften von Überbeständen und Warenverluste machen zusätzlich durchschnittlich etwa 1,6 Prozent vom Nettoumsatz der Händler aus. Somit entfällt im Lebensmittelhandel mit mehr als 10 Prozent des Nettoumsatzes ein erheblicher Anteil auf die Kosten, die durch die Supply-Chain-Planung beeinflusst werden können.

Der Schlüssel zum Erfolg bzw. zur Kostensenkung liegt in Supply-Chain-Projekten, die nicht nur die Optimierung innerhalb einzelner Stufen der Lieferkette berücksichtigen, sondern eine ganzheitliche Perspektive vom Regal bis zur Rampe des Lieferanten einnehmen. So hat die Analyse der Erfolgsfaktoren gezeigt, dass Händler, die einen solchen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, niedrigere Logistikkosten haben als diejenigen, die ihren Fokus auf die Optimierung einzelner Stufen der Lieferkette legen.

Am Beispiel der Filiallogistik wird die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes deutlich. Weil in der Filiallogistik kleinere Einheiten bewegt werden – z.B. Transportverpackungen statt Paletten –, ist diese Stufe der Supply Chain mit einem vergleichsweise hohen Aufwand und somit mit hohen Kosten verbunden. Die Filiale kann als Warenempfänger meist nur auf vorgegebene Konfigurationen der vorhergehenden Stufen, z.B. Liefermengen oder Art der Ladungsträger, reagieren.

Optimierungspotenzial erkannt

Das Potenzial eines stärker durchgängigen Supply Chain Managements haben bislang erst 24 Prozent der teilnehmenden Unternehmen vollständig genutzt. Dennoch scheinen etwa die Hälfte der befragten Händler den Nutzen erkannt zu haben, denn sie planen zukünftig Projekte mit integrativen Perspektiven, bei denen auch direkte Auswirkungen auf den Verbraucher berücksichtigt werden.

 

Datenbasis

Für die Studie „Supply Chain Management im Lebensmittelhandel“ von EHI, The Boston Consulting Group sowie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt wurden 16 überwiegend deutsche Händler mit Hilfe einer Online-Befragung zu Reifegraden, Kennzahlen und Entwicklungen hin zu einem integrierten Supply Chain Management befragt. Die deutschen Unternehmen decken über 40 Prozent des Umsatzes der Top 10-Lebensmittelhändler ab. 87 Prozent der Teilnehmer kommen aus dem Lebensmittelhandel, bei den verbleibenden 13 Prozent handelt es sich um Drogeriemarktunternehmen.

Anmerkung für Journalisten: Grafiken als Download

 


Kontakt

Thomas Kempcke, EHI, Leiter Forschungsbereich Logistik, Tel.: +49 221 57993 49, kempcke@ehi.org
Robert Klingler, The Boston Consulting Group, Associate Director, Tel.: +49 170 334 5136, klingler.robert@bcg.com
Prof. Dr. Alexander Hübner, KU Eichstätt-Ingolstadt, Juniorprofessor Operations Management, Tel.: +49 841 937 1948, alexander.huebner@ku.de

Über das EHI

Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs-, Bildungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit fast 70 Mitarbeitern. Das internationale EHI-Netzwerk umfasst 700 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie. Gegründet wurde das Unternehmen 1951. Geschäftsführer ist Michael Gerling. Die GS1 Germany, eine jeweils 50 %-Tochtergesellschaft des EHI und des Markenverbandes, koordiniert die Vergabe der europäischen Artikelnummern (EAN) in Deutschland. In Kooperation mit dem EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel und die EuroCIS, wo neueste Produkte, Lösungen und Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorgestellt werden.

Über BCG

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist heute an 85 Standorten in 48 Ländern vertreten. Das Unternehmen befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. Für weitere Informationen: www.bcg.de.

Über KU Ingolstadt-Eichstätt

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Ingolstadt (WFI) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ist ein der deutschlandweit jüngsten Fakultäten für Betriebswirtschaftslehre. In Rankings erzielt die Fakultät regelmäßig Spitzenplätze. Das an der Studie beteiligte Department of Operations beschäftigt sich in verschiedenen Forschungsprojekten mit Handelsmanagement. Dabei werden z. B. Fragestellung des Supply Chain Management, Category Management oder des Online- und Omni-Channel-Handels untersucht. Das Department veröffentlicht dazu regelmäßig wissenschaftliche Artikel und praxisorientierte Beiträge.

Herausgeber:

EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln
www.ehi.org
Tel.: +49 221 57993-0, Fax: -45
Tel.: +49 231 9743-0, Fax: -311


Ähnliche Meldungen

11.06.2018 Geklickt, gekauft und retourniert

EHI-Studie: Versand- und Retourenmanagement im Handel / Retouren sind im E-Commerce keine Seltenheit, denn der Kunde kann die Passform, die Haptik, die Qualität erst dann richtig prüfen, wenn er

15.02.2018 Endstation Retourenlager

EHI-Studie zu Versand- und Retouren im E-Commerce / Gut findet sie niemand, vermeiden können sie die Wenigsten – Retouren belasten den Onlinehandel je nach Branche unterschiedlich schwer. Obwohl

26.09.2017 Kollege Roboter – ein menschliches Thema

EHI-Studie: Einsatz von Automatisierung und Robotik im Handel / Automatisierungs- und Robotik-Lösungen werden für den Handel immer wichtiger. Vorwiegend aus Gründen der Effizienz und

25.07.2017 Logistik – dem Fachkräftemangel begegnen

EHI-Studie „Personal in der Handelslogistik 2017“ / Mit gezielten Maßnahmen soll dem Fachkräftemangel in der Logistik im Handel entgegengesteuert werden. Um die Mitarbeiterzahl und

04.05.2017 Logistik-Spezialisten gesucht

EHI-Studie „Personal in der Handelslogistik 2017“ / Das Thema Personal rückt auch in der Handelslogistik immer weiter in den Vordergrund. Schon heute hat der Mangel an Logistikfachkräften

28.03.2017 Logistik bringt zukünftige Geschäftsmodelle ins Rollen

EHI-Szenariosstudie zur Handelslogistik von morgen Die Digitalisierung des Handels führt zu neuen Geschäftsmodellen und Strategien. Bei deren erfolgreicher Umsetzung kommt der Logistik eine

08.03.2017 Effizienz-Boost im Einzelhandel

Neue Konzepte aus der Forschung beim 10. Wissenschaftspreis/ Für den Handel werden Suchmaschinen als Werbekanal immer wichtiger. Die Ausgaben von Unternehmen für Suchmaschinenwerbung (Search

15.12.2016 Gut verpackt – weniger retourniert

EHI-Studie zum effizienten Versand- und Retourenmanagement im E-Commerce / Die durchschnittliche Retourenquote im Onlinehandel fällt mit insgesamt rund 15 Prozent zwar eher moderat aus, in

10.11.2016 Online-Konkurrenz zwingt Handel zum Handeln

Studie „Trends im Handel 2025“: Neue digitale Angebote und kanalübergreifende Einkaufserlebnisse werden unerlässlich / Der stationäre Handel ist in den meisten Warengruppen weiter erste

09.11.2016 Teure Retouren

EHI-Studie zum effizienten Versand- und Retourenmanagement im E-Commerce Mit zunehmender Verbreitung des E-Commerce steigen auch die logistischen Herausforderungen. Für einen reibungslosen

10.10.2016 Kraut und Rüben im Online-Lebensmittelhandel

EHI Studie untersucht Vollsortimenter im Lebensmittel E-Commerce / So praktisch es klingt, seinen vollständigen Wocheneinkauf mit frischen und kühlpflichtigen Lebensmitteln online zu erledigen

21.09.2016 Logistik auf Schizophrenia oder Deserto

EHI erstellt Szenarien zur Rolle der Logistik im Handel von morgen / Der Handel muss den Digitalisierungsprozess aktiv mitgestalten. Die aktive Rolle des Handels im Digitalisierungsprozess

30.08.2016 Kommunikation gut – Verpackung gut

Ergebnisse der EHI-Studie „Verpackungsanforderungen 2016“ In der automatischen Handelslogistik wird es immer wichtiger, definierte Verpackungsanforderungen einzuhalten. In den letzten Jahren

08.04.2016 Von der Rampe ins Regal

Studie EHI/BCG und Uni Eichstätt „Ganzheitliches Supply-Chain-Management im LEH“ Niedrige Logistikkosten und hohe Warenverfügbarkeit – diesen Spagat des Supply-Chain-Managements

17.03.2016 Ladung ohne Kleber und Kamine

Erste Ergebnisse der EHI-Studie „Verpackungsanforderungen 2016“ In der automatischen Handelslogistik gewinnt die Einhaltung definierter Anforderungen an Relevanz. Führende