Ute Holtmann

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03.12.2019

Kommunen: Misch-Mieter und grüne Dächer

Alle Themen Immobilien + Expansion #Kommunen #Mischnutzung #Stadtentwicklung

Immobilien und Expansion: EHI-Städtebefragung 2019 //

Kommunen und Händler sind sich einig, dass die Konkurrenz durch den Online-Handel, wandelnde Konsumpräferenzen und steigende Immobilienkosten die großen Herausforderungen für den stationären Einzelhandel darstellen. Immer mehr Handelsprojekte entstehen, bei denen sich unterschiedliche Mietertypen ein Objekt teilen. Für Kommunen, bzw. Stadtentwicklungsabteilungen, sind Wohnungen und Büros die beliebteste Mixed-Use-Ergänzung für Handelsimmobilien. An dritter Stelle der beliebtesten Partner stehen Arztpraxen. Begrünte Dächer, E-Ladestationen oder energieeffiziente Anlagen werden immer wichtiger, so einige der Ergebnisse des EHI-Whitepapers „Städtebefragung 2019“.

Ideale Partner

Gemischte Nutzungsarten einer Immobilie beinhalten Herausforderungen wie Lärmschutz oder eingeschränkte Anlieferungsmöglichkeiten. „Grundsätzlich sehen die Kommunen Nutzungsmischungen bei Handelsimmobilien deutlich positiver als die Händler“, so Kristina Pors, Immobilienexpertin beim EHI. Wohnungen mit 73,3 Prozent und Büros mit 72,7 Prozent der Nennungen sind die beliebteste Nutzungsergänzung für innerstädtische Handelsimmobilien, gefolgt von Arztpraxen (69,7 Prozent) und sozialer Infrastruktur wie z.B. Schulen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen (63,6 Prozent).

Aus dem EHI-Whitepaper "Städtebefragung 2019"

Aus dem EHI-Whitepaper „Städtebefragung 2019“

Flächen, Verfahren und Kosten

Über 60 Prozent der Kommunen gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung der Einzelhandelsgeschäfte in ihren Kommunen im Vergleich zum Vorjahr aus. Die Größen der durchschnittlichen Verkaufsflächen bezeichnen 45 Prozent als gleichbleibend, während ein gutes Drittel der Befragten eine Entwicklung zu tendenziell größeren Flächen sieht. Die Dauer der Genehmigungsverfahren wird bei Einzelhandelsvorhaben unter 800 m², unabhängig von der Gemeindegröße, von der Hälfte der befragten Kommunen unter einem halben Jahr angesetzt. Bei Großflächen dauert es zwischen einem halben und zwei Jahren.

Grundstückskosten (47,5 Prozent), Immobilienpreise (46,5 Prozent) und Mieten (39,4 Prozent) werden in den Kommunen eher hoch eingestuft, während die Kosten für Grundsteuer (49,5 Prozent), Gebühren (65,7 Prozent) und Ver- und Entsorgung (gemittelt 68,2 Prozent) als durchschnittlich im bundesweiten Vergleich betrachtet werden.

Grüne Dächer

Grüne Ausstattungsmerkmale beim Neubau von Einzelhandelsfilialen sind aus Kommunalsicht mehrheitlich mindestens wünschenswert. Insbesondere Gründächer sind bei knapp 20 Prozent der Kommunen bereits Bauvorgabe. Energieeffiziente Anlagetechnik stufen mehr als 40 Prozent der Gemeinden als unverzichtbar ein, ist allerdings noch keine gesetzliche Vorgabe.

Sieben von dreizehn Kommunen haben aktuell schon Vorgaben zur Begrünung, meist in Form von Dach- oder Fassadenbegrünung, insbesondere im Kontext von Flachdächern. Drei Kommunen nennen Maßnahmen in Verbindung mit Photovoltaik.

Aus dem EHI-Whitepaper "Städtebefragung 2019"

Aus dem EHI-Whitepaper „Städtebefragung 2019“

Alle Ergebnisse sind im Whitepaper „Städtebefragung 2019“ zusammengefasst, das kostenlos als Download verfügbar ist.

Infografiken als Download

Datenbasis

An der Befragung haben sich hauptsächlich Stadtentwicklungsabteilungen von 99 Kommunen beteiligt. Die Kommunen stammen aus 14 Bundesländern und repräsentieren unterschiedliche Stadtgrößen. Darunter sind zwei Städte der sogenannten „Big Seven-Standorte“ sowie vier Landeshauptstädte. Die teilgenommenen Kommunen repräsentieren über 14 Mio. Einwohner Deutschlands (17 Prozent).

 


Kontakt
Kristina Pors, Projektleiterin Immobilien+Expansion, Tel: +49 (0)2 21/5 79 93 -52, pors@ehi.org
Ute Holtmann, Leiterin Public Relations, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-42, holtmann@ehi.org

Herausgeber
EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org, 0221-57993-0

Über das EHI
Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 80 Mitarbeitern. Sein internationales Netzwerk umfasst rund 800 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie Dienstleister. Das EHI erhebt wichtige Kennzahlen für den stationären und den Onlinehandel, ermittelt Trends und erarbeitet Lösungen. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet. Präsident ist Kurt Jox, Geschäftsführer ist Michael Gerling. Die GS1 Germany ist eine Tochtergesellschaft des EHI und des Markenverbandes und koordiniert die Vergabe der Global Trading Item Number (GTIN, ehem. EAN) in Deutschland. In Kooperation mit dem EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel, die EuroCIS, wo neueste Produkte, Lösungen und Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorgestellt werden sowie die C-star für den asiatischen Handel in Shanghai.


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