Sven Althaus

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21.09.2016

Logistik auf Schizophrenia oder Deserto

Alle Themen E-Commerce Logistik #Digitalisierung #Handelslogistik #Supply Chain-Management

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9 Szenarien – 9 Handelsplaneten (aus der EHI-Studie “Handelslogistik 2025”)

EHI erstellt Szenarien zur Rolle der Logistik im Handel von morgen /

Der Handel muss den Digitalisierungsprozess aktiv mitgestalten. Die aktive Rolle des Handels im Digitalisierungsprozess trägt entscheidend dazu bei, ob die Handelslogistik auch in Zukunft bestehen wird, oder ob sich neue Player zwischen Handel und Endkunde drängen und das Heft in die Hand nehmen. Zu diesem Ergebnis kommt die „EHI-Szenariostudie Handelslogistik 2025“, die das EHI gemeinsam mit Logistikexperten aus dem Handel und seinem Methodenpartner ScMI* entwickelt hat. Insgesamt neun Szenarien zeigen mögliche Trends und Entwicklungen in der Handelslogistik bis 2025 auf und liefern Unternehmen eine Orientierungshilfe für eigene zukünftige Geschäftsmodelle. Die unterschiedlichen Szenarien, die in der Studie als virtuelle Handelsplaneten eines erdnahen Planetensystems beschrieben werden, sind vom Grad der Aktivität der Rolle des Handels und der Ausprägung der Digitalisierung geprägt.

Von Glamoroso …

Der Planet Glamoroso beschreibt ein Szenario, in dem ein Sättigungseffekt im Digitalisierungsprozess erreicht ist. Begünstigt durch eine fortschreitende Urbanisierung sind zahlreiche Flagship-Stores  – zunehmend von Marken bzw. Herstellern – entstanden. Diese bieten dem Kunden durch Showrooming-Konzepte ein besonderes Einkaufs- und Produkterlebnis. Der Erlebnischarakter des Shoppens sorgt dafür, dass der Kunde die Ware bevorzugt im stationären Handel begutachtet und sich die Ware durch die Logistikpartner des Handels direkt nach Hause liefern lässt. Die Handelslogistik nimmt folglich eine sehr aktive Rolle im Digitalisierungsprozess ein. Allerdings verstärkt sich die Komplexität in der Logistik des Handels u.a. durch die Zunahme an Retouren.

über Schizophrenia und Explora …

Zu einer Verschmelzung der On- und Offline-Welt kommt es auf dem Planeten Schizophrenia nur in geringem Maße, sodass E-Commerce und stationärer Handel nicht aufeinander abgestimmt sind und nebeneinander existieren. Durch die parallele Existenz beider Welten erhöht sich die Komplexität in der Handelslogistik in Form eines höheren Aufwands bezüglich der Organisation und der Prozessabläufe innerhalb der unterschiedlichen Lieferketten. Gleichzeitig wollen sich immer mehr Hersteller und Anbieter aus der Logistikbranche in der Handelswelt durchsetzen. Indem sie auf ein breites Portfolio an Dienstleistungen zurückgreifen und dadurch effizienter als die Logistik des Handels agieren können, drängen sie sich zwischen Handel und Endkunde und treten in Konkurrenz zu den etablierten Strukturen der Handelslogistik.

Zu einer stärkeren Verschmelzung von E-Commerce und stationärer Handel kommt es hingegen auf Explora. Somit repräsentiert dieser Handelsplanet den klassischen Omnichannel-Handel, der durch kleinere Verkaufsflächen und die Nähe zum Kunden gekennzeichnet ist. Durch den Zuwachs an Auslieferungspunkten (Paketshops, Packstationen etc.) und die Fokussierung der Logistik im Bereich des Supply Chain Managements auf den Endkunden kommt es zu einer stärkeren Automatisierung in den Logistikprozessen des Handels. Zudem kommt es im Bereich des Supply Chain Managements zu einem Wettbewerb von Handelslogistik und der eigenen Logistik der Hersteller. Beides sorgt dafür, dass sich die Komplexität in der Handelslogistik massiv erhöht.

bis nach Deserto

In einem Worst-Case-Szenario wird das Ende des stationären Handels prognostiziert. Dieses spielt auf dem Planeten Deserto, auf dem der stationäre Handel vielerorts gänzlich verschwindet, während der Online-Handel eindeutig dominiert. Die Logistik hat sich vollständig vom Handel gelöst, denn Online-Pure-Player schaffen eigene hochautomatisierte Logistiklösungen, wodurch sie dem Handel die Kontrolle über die Wertschöpfungskette aus der Hand genommen haben. Ihren Platz in diesem Szenario versucht die Logistikbranche über die Einbettung von IT-Systemen und -technologien in existierende IT-Landschaften und die Supply Chain Steuerung zu sichern.

 

Methodik

Das EHI nutzt das Szenario-Management seines Methodenpartners ScMI*, um Zukunftsbilder für die Entwicklungen innerhalb der nächsten 10 Jahre in der Handelslogistik  zu beschreiben. Das EHI-Expertenteam – 31 Logistikentscheider aus 10 Handelsunternehmen der Sortimente LEH, Hard Goods, Textile und DIY sowie 9 Dienstleistungsunternehmen aus den Bereichen Strategie-Beratung sowie IT- und Logistik – identifizierte in drei eintägigen Workshops insgesamt 22 Schlüsselfaktoren und schätzte deren Auswirkung auf die Handelslogistik ab. Hieraus ergaben sich am Ende neun Szenarien, die in der strategischen Planung konkrete Entscheidungsprozesse unterstützen können.

Die vollständigen Ergebnisse der Szenariostudie werden im November als kostenloser Download veröffentlicht. Erste Kernergebnisse stellt Marco Atzberger, Mitglied der Geschäftsleitung im EHI, gemeinsam mit Jens Drubel, Geschäftsführer von Allyouneed Fresh, Christoph Maris, Head of Supply Chain Management bei Thalia, und Thomas Ruthekolck, Logistikleiter von Media-Saturn Deutschland, auf dem ECR-Tag 2016 am 22. September 2016 in Berlin vor.

 

Infografiken als Download

 


Kontakt
Marco Atzberger, Mitglied der Geschäftsleitung, EHI, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-32, atzberger@ehi.org
Ute Holtmann, EHI, Leiterin Public Relations, Tel.: +49 221 57993-42, holtmann@ehi.org

Herausgeber
EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org, +49 221 57993-0

Über das EHI
Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 60 Mitarbeitern. Sein internationales Netzwerk umfasst rund 750 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie Dienstleister. Das EHI erhebt wichtige Kennzahlen für den stationären und den Onlinehandel, ermittelt Trends und erarbeitet Lösungen. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet. Präsident ist Götz W. Werner, Geschäftsführer ist Michael Gerling. Die GS1 Germany, ist eine Tochtergesellschaft des EHI und des Markenverbandes und koordiniert die Vergabe der Global Trading Item Number (GTIN, ehem. EAN) in Deutschland. In Kooperation mit dem EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel, die EuroCIS, wo neueste Produkte, Lösungen und Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorstellt werden sowie die C-star für den asiatischen Handel in Shanghai.


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