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10.01.2017

Mit Kälte heizen

Alle Themen Energiemanagement #Stromverbrauch #Wärmerückgewinnung

EHI-Studie analysiert Maßnahmen zur Energieoptimierung im Handel /

Stromverbrauch im Food-Handel 2016 (aus der EHI-Studie "Energiemanagement im Einzelhandel 2016")

Stromverbrauch im Food-Handel 2016 (aus der EHI-Studie “Energiemanagement im Einzelhandel 2016”)

Der Energieverbrauch im Einzelhandel entfällt zu einem überwiegenden Teil auf elektrischen Strom. Das zeigt die aktuelle EHI-Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2016“. Durch den hohen Einsatz elektrischer Energie entsteht i.d.R. eine große Menge Abwärme, die viele Händler bereits professionell als Wärmequelle in ihren Filialen verwerten. Dies gilt insbesondere für die Abwärme aus der Kältetechnik im Lebensmittelhandel. Das Heizen mit Brennstoffen spielt daher im Handel eine eher untergeordnete Rolle. „Von zahlreichen Unternehmen wissen wir, dass sie in einer zunehmenden Anzahl ihrer Filialen bereits gänzlich auf einen Gasanschluss verzichten können“, so Benjamin Chini, Projektleiter Forschungsbereich Energiemanagement und Autor der Studie.

Händler unter Strom

Im Food-Handel entfallen 83 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf elektrischen Strom und nur 17 Prozent auf Wärmeenergie. Im Nonfood-Handel liegt der Stromanteil bei 65 Prozent und der Wärmeanteil bei 35 Prozent. Durch die intensive Nutzung elektrischer Energie, in erster Linie für Kältetechnik, Klimatisierung und Lüftung, fallen große Mengen an Abwärme an. Dies gilt besonders für die Lebensmittelbranche. Deshalb lässt sich hier viel Wärme zurückgewinnen.

Wertvolle Wärmerückgewinnung

Etwa ein Zehntel der befragten Lebensmittelhändler beheizt bereits mehr als ein Fünftel seiner Filialen mit Abwärme, knapp 20 Prozent können 5 bis 20 Prozent ihrer Märkte nahezu komplett durch die Wärmerückgewinnung versorgen. Bei den meisten Händlern (73 Prozent) liegt dieser Anteil allerdings erst bei maximal 5 Prozent.

Die Effizienz eines Systems, das über die Kälteanlage kühlt und gleichzeitig per Abwärme heizt, ist von einer optimalen Abstimmung zwischen Kälteanlage bzw. Wärmerückgewinnungssystem und Gebäudehülle abhängig. Problematisch ist die wirtschaftliche Realisierbarkeit von Systemen zur effizienten Wärmerückgewinnung folglich vor allem in Bestandsmärkten. Hier müssen solche Systeme an die jeweiligen Vorgaben der Immobile angepasst werden und können nicht bereits bei der Gebäudeentstehung berücksichtigt werden.

Verteilung der Stromverbraucher

Stromverbrauch im Nonfood-Handel 2016 (aus der EHI-Studie "Energiemanagement im Einzelhandel 2016")

Stromverbrauch im Nonfood-Handel 2016 (aus der EHI-Studie “Energiemanagement im Einzelhandel 2016”)

Die Kältetechnik stellt mit 46 Prozent den größten Stromverbraucher im Lebensmitteleinzelhandel dar, gefolgt von Beleuchtung mit einem Anteil von 26 Prozent. Klimatisierung bzw. Lüftung haben einen Anteil am Stromverbrauch von 11 Prozent. Bei den sonstigen Stromverbrauchern* wie z.B. Türen, Kassen, Fahrsteige/Fahrtreppen oder Informationstechnik, liegt der gemeinsame Anteil bei 17 Prozent.

Im Nonfood-Handel hingegen wird der überwiegende Teil des Stroms (60 Prozent) von der Beleuchtung verbraucht. Gut ein Fünftel des Verbrauchs entfällt auf Klimatisierung bzw. Lüftung. Die sonstigen Verbraucher beanspruchen noch einen Anteil von ebenfalls rund einem Fünftel.

 

Datenbasis

An der Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2016“ haben sich 49 marktführende Handelsunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt. Das entspricht über 28.000 Handelsfilialen bzw. etwa 43 Mio. Quadratmeter Verkaufsfläche. Dem Nonfood-Bereich sind dabei 48 Prozent der Befragten, dem Food-Bereich 52 Prozent zuzurechnen.

*Türen, Kassensysteme, Waagen, Produktion, Informationstechnik, Fahrtreppen bzw. Fahrsteige und sonstige Kleingeräte

Die vollständige Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2016“ kann im EHI-Shop bestellt werden. Mitglieder erhalten die Studie kostenlos.

 

Infografiken als Download

 


Kontakt:
Benjamin Chini, Projektleiter Energiemanagement, Tel: +49 (0)2 21/5 79 93 -700, chini@ehi.org
Ute Holtmann, Leiterin Public Relations, EHI, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-42, holtmann@ehi.org

Herausgeber:
EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org

Über das EHI
Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 60 Mitarbeitern. Sein internationales Netzwerk umfasst rund 750 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie Dienstleister. Das EHI erhebt wichtige Kennzahlen für den stationären und den Onlinehandel, ermittelt Trends und erarbeitet Lösungen. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet. Präsident ist Götz W. Werner, Geschäftsführer ist Michael Gerling. Die GS1 Germany, ist eine Tochtergesellschaft des EHI und des Markenverbandes und koordiniert die Vergabe der Global Trading Item Number (GTIN, ehem. EAN) in Deutschland. In Kooperation mit dem EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel, die EuroCIS, wo neueste Produkte, Lösungen und Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorstellt werden sowie die C-star für den asiatischen Handel in Shanghai.


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