Inga Köster

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25.04.2018

Onlinehandel: Erst die Ware

E-Commerce Zahlungssysteme #E-Commerce #Online-Payment #Zahlungssysteme

EHI stellt Ergebnisse der Studie „Online-Payment 2018“ vor\

Deutsche Kunden zahlen ihre Onlinekäufe mit Vorliebe nach Erhalt der Ware. Auch wenn der Kauf auf Rechnung unter die 30-Prozent-Marke fällt, bleibt der Rechnungskauf weiterhin die umsatzstärkste Zahlungsart im E-Commerce . An zweiter und dritter Stelle im Umsatzranking liegen das Lastschrift-Verfahren und PayPal. Die Kreditkarte verliert Umsatzanteile, so die ersten Ergebnisse der diesjährigen EHI-Studie „Online-Payment 2018“, die die EHI-Expertin Caroline Coelsch heute auf dem EHI Kartenkongress in Bonn vorstellt.

Kauf auf Rechnung weiterhin auf Platz eins

Mit 28 Prozent Marktanteil hält der Rechnungskauf 2017 weiterhin seine Position als beliebtestes Zahlungsmittel. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatzanteil allerdings um 2,5 Prozentpunkte gefallen. Auf ein begrenztes Angebot der Zahlungsart seitens der Onlinehändler können die Einbußen jedoch nicht zurückgeführt werden – mit einer Steigerung von knapp 10 Prozentpunkten auf 76,1 Prozent der Top-1.000 Shops bieten Onlinehändler den Rechnungskauf sogar häufiger an als noch im Jahr 2016. Die Zahlung per Lastschrift bleibt mit 20,1 Prozent weitestgehend konstant, im Vergleich zum Vorjahr sank der Anteil lediglich um 0,1 Prozentpunkte.

„Vermutlich finden sich die eingebüßten Umsatzanteile des Rechnungskaufs in anderen Optionen zum späteren Rechnungsbegleich wieder, wie beispielsweise dem E-Wallet Paypal“, so Online-Payment-Expertin Caroline Coelsch. Demnach generierte Paypal einen Umsatz von 19,9 Prozent und konnte seinen Anteil um 2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr ausbauen. Die Kreditkarte rangiert weiterhin an vierter Stelle im Ranking, hat aber mit 11 Prozent weiter an Anteilen verloren – 2016 lag der Umsatzanteil noch bei 12,2 Prozent.

EHI Studie Online-Payment 2018

EHI Studie Online-Payment 2018

Mehr Sicherheit für das Kundenkonto

Die Einbußen der Kreditkarten-Anteile um 1,2 Prozentpunkte könnten in den erhöhten Sicherheitsvorschriften begründet liegen. Seit 2015 ist für Kreditkartenzahlung im E-Commerce eine Zwei-Faktoren-Authentifizierung des Kunden gesetzlich vorgesehen. Obwohl der Checkout-Prozess damit für den Kunden deutlich komplexer wird, sichern inzwischen 82 Prozent der Händler Kreditkartenzahlungen mittels sogenannten 3D-Secure-Verfahren (z.B. Verified by Visa oder Mastercard Secure Code) ab. Lediglich 18 Prozent der Händler verzichten grundsätzlich auf die Nutzung von 3DS, im Vorjahr waren es noch 27 Prozent. Eine weitere Verschärfung der Gesetzgebung betrifft Beträge über 30 Euro. Die Händler gehen davon aus, dass die Sicherheitsvorkehrungen nicht ohne Folgen bleiben: 73 Prozent befürchten eine erhöhte Abbruchrate und 59 Prozent sind der Meinung, dass der Zahlungsvorgang komplexer wird.

EHI-Studie Online Payment 2018

EHI-Studie Online Payment 2018

Datenbasis

Die Studie „Online-Payment 2018“ beinhaltet Daten von 111 Onlinehändlern (Pureplayer und Omnichannler) unterschiedlicher Branchen und Umsatzgrößen. Davon flossen Angaben von Händlern mit einem Nettoumsatz in Höhe von 18,7 Mrd. Euro in die Berechnung der Marktanteile der Zahlungsarten ein. 55 der Händler beteiligten sich auch an der qualitativen Befragung.

Datengrundlage für die Markthochrechnung bilden die 1.000 umsatzstärksten B2C-Onlineshops für physische Güter (inkl. E-Books) aus der Studie „E-Commerce-Markt 2017“ (EHI, Statista).

 

Die vollständige Studie ist ab Juni 2018 im EHI-Shop und auf ehi.org erhältlich.

Infografiken als Download

 


Kontakt

Caroline Coelsch, Projektleiterin Online- und Mobile-Payment, Tel.: 02 21/5 79 93-996, coelsch@ehi.org Ute Holtmann, Leiterin Public Relations, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-42, holtmann@ehi.org

 

Herausgeber:

EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org, 0221-57993-0

Über das EHI:

Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 80 Mitarbeitern. Sein internationales Netzwerk umfasst rund 800 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie Dienstleister. Das EHI erhebt wichtige Kennzahlen für den stationären und den Onlinehandel, ermittelt Trends und erarbeitet Lösungen. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet. Präsident ist Kurt Jox, Geschäftsführer ist Michael Gerling. Die GS1 Germany ist eine Tochtergesellschaft des EHI und des Markenverbandes und koordiniert die Vergabe der Global Trading Item Number (GTIN, ehem. EAN) in Deutschland. In Kooperation mit dem EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel, die EuroCIS, wo neueste Produkte, Lösungen und Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorgestellt werden sowie die C-star für den asiatischen Handel in Shanghai.

 

 


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