Ute Holtmann

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06.03.2017

Transparente Preise durch Digitalisierung

Alle Themen #Digitalisierung #EuroShop

Fachgespräch auf der EuroShop 2017 (v.l.n.r.): Michael Unmüßig (SES-imagotag Deutschland), Richard David Precht (Philosoph, Publizist, Autor), Florian Kolf (Handelsblatt) und Michael Gerling (EHI) - (Foto:Messe Düsseldorf / tillmann)

Fachgespräch auf der EuroShop 2017 (v.l.n.r.): Michael Unmüßig (SES-imagotag Deutschland), Richard David Precht (Philosoph, Publizist, Autor), Florian Kolf (Handelsblatt) und Michael Gerling (EHI) – (Foto:Messe Düsseldorf / tillmann)

Diskussion mit Michael Gerling, EHI, Michael Unmüßig, SES-imagotag und Richard David Precht auf der EuroShop 2017 /

Gerechte Preise im Handel sind per Definitionem unmöglich, aber zu transparenten Preisen kann die Digitalisierung durchaus beitragen. Lösungen wie elektronische Preisschilder bieten Händlern z.B. die Möglichkeit einer schnelleren Preisanpassung.

Zur Frage, ob Einzelhändler durch die Digitalisierung gerechtere Verkaufspreise haben können, führt der Philosoph Richard David Precht bei einem Fachgespräch zum Start der EuroShop an, dass Gerechtigkeit ein subjektives Konzept sei. Zwar hätten fast alle Menschen ein starkes Gefühl, wenn sie etwas als ungerecht empfinden. Gerechtigkeit allgemeingültig zu definieren, sei aber schwieriger.

„Preise sind heute allerdings viel transparenter als zu analogen Zeiten“, verdeutlicht Michael Gerling und erklärt weiter: „Durch das Internet haben wir eine große Preistransparenz, aber auch ein hohes Tempo der Preisveränderung“. Gerade der Onlinehandel hat heute viele technische Möglichkeiten der Preisdifferenzierung. So kann er z.B. sehr flexibel auf unterschiedliche Nachfragesituationen reagieren. Ebenso kann er die Preise für verschiedene Zielgruppen individuell gestalten. Der stationäre Handel hat hier deutliche Nachteile. Digitale Lösungen bieten dazu künftig mehr Flexibilität. Nach Aussagen der Händler (in der EHI-Studie IT-Trends im Handel 2017) sind bei 40 Prozent aller Handelsunternehmen elektronische Regaletiketten bereits im Einsatz oder konkret in Planung.

Die Sorge, dass dynamische Preise, Händler dazu verleiten könnten, seinen Kunden unfaire Preise abzuverlangen, sei unbegründet, sind sich die Diskutanten einig. Der Wettbewerb im Handel sorgt hierzulande für einen ständigen Ausgleich von Angebot und Nachfrage.

Der Einfluss der Digitalisierung auf den Handel und die Gesellschaft ist nicht zu unterschätzen. So ist Precht davon überzeugt, dass die Innenstädte zukünftig an Attraktivität gewinnen, denn „fetischisierter Individualverkehr“ – das private Auto – wird durch andere Mobilitätskonzepte abgelöst werden.

Ebenso einig waren sich die Teilnehmer, dass sich die Arbeitswelt durch die Digitalisierung ändern wird. Viele Aufgaben werden automatisiert werden und Arbeitsgebiete werden sich stark verändern. Umso wichtiger ist es, die gesellschaftliche Debatte interdisziplinär zu vertiefen.

 

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Über das EHI
Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 60 Mitarbeitern. Sein internationales Netzwerk umfasst rund 750 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie Dienstleister. Das EHI erhebt wichtige Kennzahlen für den stationären und den Onlinehandel, ermittelt Trends und erarbeitet Lösungen. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet. Präsident ist Götz W. Werner, Geschäftsführer ist Michael Gerling. Die GS1 Germany ist eine Tochtergesellschaft des EHI und des Markenverbandes und koordiniert die Vergabe der Global Trading Item Number (GTIN, ehem. EAN) in Deutschland. In Kooperation mit dem EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel, die EuroCIS, wo neueste Produkte, Lösungen und Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorgestellt werden sowie die C-star für den asiatischen Handel in Shanghai.


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