Ute Holtmann

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08.04.2016

Von der Rampe ins Regal

Alle Themen Logistik #Lebensmittelhandel #Lieferkette #Supply Chain-Management

Bildnachweis: EHI

Aus der EHI-Studie “Ganzheitliches Supply-Chain-Management im LEH” (Bildnachweis: EHI)

Studie EHI/BCG und Uni Eichstätt „Ganzheitliches Supply-Chain-Management im LEH“

Niedrige Logistikkosten und hohe Warenverfügbarkeit – diesen Spagat des Supply-Chain-Managements meistern nur knapp zehn Prozent der befragten Lebensmittelhändler. Über die Hälfte der Händler erfüllt immerhin eine dieser Anforderungen gut, während knapp 40 Prozent in beiden Kriterien unterdurchschnittlich abschneiden (Abb. 1). Aber wie kann man die Lieferkette verbessern? Was sind Kernkriterien für eine effiziente und durchgängige Supply-Chain-Strategie im Lebensmittelhandel? Antworten darauf gibt die aktuelle Studie von EHI, BCG sowie der KU Eichstätt-Ingolstadt „Ganzheitliches Supply-Chain-Management im LEH“. Die gesamten Ergebnisse werden am 13. April auf der LOG 2016 in Köln vorgestellt, die das EHI zusammen mit GS1 Germany und dem Markenverband durchführt.

Integrativer Ansatz lohnt sich

Aus Erfahrung entfallen ca. 70 Prozent der Verbesserungspotentiale auf Optimierungen aus einer gesamthaften Supply-Chain-Perspektive. Die durchgeführte Studie hat gezeigt, dass Handelsunternehmen noch weit davon entfernt sind, diese Potentiale voll auszuschöpfen. Bisher lag der Fokus von Supply-Chain-Projekten vor allem auf der Optimierung innerhalb einzelner Stufen der Lieferkette, z.B. der Automatisierung im Zentrallager. Eine ganzheitliche Perspektive über alle einzelnen Stufen hinweg, z.B. mit Einbindung von Lieferanten oder den Anforderungen der Filialen, wurde nur in jedem vierten Projekt eingenommen (Abb. 2). Projekte mit dem Ziel einer ganzheitlichen Supply-Chain-Optimierung zahlen sich aber aus, denn Händler mit einem höheren Anteil von Projekten mit ganzheitlicher Perspektive erreichen einen höheren Reifegrad (Abb. 3). Ein hoher Reifegrad der Supply-Chain führt zu einer höheren Warenverfügbarkeit im Regal bei gleichzeitig niedrigeren Logistikkosten. Erfolgreiches Supply-Chain-Management erfordert deshalb einen ganzheitlichen, stufenübergreifenden Ansatz. Dieser berücksichtigt die Einbindung von Lieferanten, Logistik-Dienstleistern usw. genauso wie eine funktionsübergreifende Koordination des Supply-Chain-Managements mit den Bereichen Marketing und Vertrieb.

Der Handlungsbedarf ist zumindest teilweise erkannt

Der Großteil der teilnehmenden Unternehmen scheint allerdings den Handlungsbedarf sowie das Optimierungspotential eines stärker durchgängigen Supply-Chain-Managements zumindest teilweise erkannt zu haben, und plant zukünftig eine Verschiebung des Optimierungsfokus von Supply-Chain-Projekten. So planen die teilnehmenden Unternehmen zukünftig drei Viertel aller Projekte mit integrativen Perspektiven, bei denen auch direkte Auswirkungen auf den Verbraucher mit betrachtet werden. Ansatzpunkte bieten sich dabei entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Datenbasis

Für die Studie „Supply-Chain-Management im Lebensmittelhandel“ von EHI, The Boston Consulting Group sowie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt wurden 16 überwiegend deutsche Händler mit Hilfe einer Online-Befragung zu Reifegraden, Kennzahlen und Entwicklungen hin zu einem integrierten Supply-Chain-Management befragt. Die deutschen Unternehmen decken über 40 Prozent des Umsatzes der Top 10-Lebensmittelhändler ab. 87 Prozent der Teilnehmer kommen aus dem Lebensmittelhandel, bei den verbleibenden 13 Prozent handelt es sich um Drogeriemarktunternehmen.

Infografiken im Download

 


Kontakt
Thomas Kempcke, EHI Leiter Forschungsbereich Logistik, Tel.: +49 221/57993-49, kempcke@ehi.org
Robert Klingler, The Boston Consulting Group Associate Director Tel.:+49 170/3345136, klingler@bcg.com
Prof. Dr. Alexander Hübner, KU Ingolstadt-Eichstätt, Juniorprofessor Operations Management, Tel.: +49 841/937-1948, alexander.huebner@ku.de

Über das EHI
Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs-, Bildungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit fast 70 Mitarbeitern. Das internationale EHI-Netzwerk umfasst 700 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie. Gegründet wurde das Unternehmen 1951. Geschäftsführer ist Michael Gerling. Die GS1 Germany, eine jeweils 50 %-Tochtergesellschaft des EHI und des Markenverbandes, koordiniert die Vergabe der europäischen Artikelnummern (EAN) in Deutschland. In Kooperation mit dem EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel und die EuroCIS, wo neueste Produkte, Lösungen und Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorgestellt werden.

Über BCG
The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist heute an 85 Standorten in 48 Ländern vertreten. Das Unternehmen befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. Für weitere Informationen: www.bcg.de

Über KU Ingolstadt-Eichstätt
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Ingolstadt (WFI) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ist ein der deutschlandweit jüngsten Fakultäten für Betriebswirtschaftslehre. In Rankings erzielt die Fakultät regelmäßig Spitzenplätze. Das an der Studie beteiligte Department of Operations beschäftigt sich in verschiedenen Forschungsprojekten mit Handelsmanagement. Dabei werden z. B. Fragestellung des Supply-Chain-Management, Category Management oder des Online- und Omni-Channel-Handels untersucht. Das Department veröffentlicht dazu regelmäßig wissenschaftliche Artikel und praxisorientierte Beiträge.

Herausgeber:
EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-0, Fax: -45
Tel.: +49 (0)2 31/97 43-0, Fax: -311


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