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12.02.2019

Zeit ist Geld

Zahlungssysteme #Kosten von Bargeldzahlungen

EHI analysiert die Kosten von Bargeldzahlungen im Handel für die Deutsche Bundesbank /

410 Milliarden Euro Umsatz im stationären Einzelhandel werden pro Jahr in über 20 Milliarden Kassiervorgängen vereinnahmt. Der Barumsatz davon beträgt 210 Milliarden Euro und setzt sich aus 15,6 Milliarden Barzahlungsvorgängen im Jahr 2017 zusammen. Jede Barzahlung kostet im Durchschnitt 24 Cent und dauert 22 Sekunden. „Barzahlungen sind derzeit noch transaktionsbezogen für den Handel die kostengünstigste Zahlungsvariante. Umsatzbezogen kehrt sich das Verhältnis um“, kommentiert Frank Horst, EHI, Autor der Studie „Kosten der Bargeldzahlung im Einzelhandel“.

Bar am schnellsten

Die Dauer eines Zahlungsvorganges an der Kasse stellt den größten Kostenfaktor bei Barzahlungen dar. Der durchschnittlichen Dauer einer Barzahlung von 22 Sekunden stehen die einer Zahlung per Karte und PIN von rund 29 Sekunden, Zahlung per Karte und Unterschrift von ca. 39 Sekunden gegenüber. Sonstige Zahlungen, im wesentlichen Gutscheinzahlungen oder kombinierte Zahlungen von Gutschein + bar, dauern rund 35 Sekunden. NFC-Zahlungen (kontaktlos) konnten wegen der noch geringen Verbreitung zum Erhebungszeitpunkt nur wenig gemessen und dementsprechend nicht berücksichtigt werden.

Die Dauer einer Barzahlung steigt mit zunehmender Betragshöhe nahezu linear an. Kleinbeträge unter 10-Euro dauern im Schnitt nur knapp 18 Sekunden, während Beträge von 50-bis100-Euro schon über 32 Sekunden benötigen. Für die Dauer von Barzahlungsvorgängen ist also die Betragshöhe der entscheidende Faktor. Erklärungsansätze sind dazu im Wesentlichen: bei kleinen Bezahlbeträgen kennen bzw. erahnen die Kunde bereits den Endbetrag und sind bei ihrer Zahlung bereits auf die Betragshöhe vorbereitet. Zudem wird bei kleineren Beträgen weniger Bargeld benötigt.

Anzahl Geschäfte und Kassen

In den rund 355.000 Handelsbetrieben sind insgesamt 725.000 Kassen im Einsatz, allein in den knapp 93.000 Geschäften des LEH – organisiert und sonstige – befinden sich etwa 240.000 Kassen. Im Bekleidungssektor mit ca. 58.400 Betrieben sind 98.800 Kassen im Einsatz. Die knapp 40.000 Bau- und Gartengeschäfte besitzen rund 68.700 Kassen. In den knapp 8.000 Drogeriemärkten und Parfümerien sind es gut 24.000 und bei Möbel- und Einrichtung gut 80.000 Kassen. Die 93.400 sonstigen Handelsbetriebe betreiben ihre Geschäfte mit insgesamt 173.000 Kassen.

 

Datenbasis

Die vorliegende Studie setzt sich im Grunde aus vier Schritten zusammen: eine Strukturanalyse des Handels, eine originäre Messung der aktuellen Dauer von Zahlungsvorgängen an Einzel-handelskassen, eine Befragung in Interviewform von 10 großen (Filialisten) und 20 kleinen (selbständigen, inhabergeführten) Handelsunternehmen zur Abschätzung des Aufwandes von Hintergrundtätigkeiten im Zusammenhang mit Bezahlverfahren sowie einer abschließenden Gegenüberstellung der ermittelten Barzahlungskosten mit den marktbedeutenden unbaren Zahlungsverfahren.

Als Grundlage der Studie dient die typische Abgrenzung des stationären Einzelhandels, also des sogenannten Einzelhandels im engeren Sinne. Hierunter fallen rund 355.000 Einzelhandelsgeschäfte, die 725.000 Einzelhandelskassen im Einsatz haben und die im Jahr 2016 insgesamt 410 Milliarden Euro Bruttoumsatz erwirtschaftet haben.

Kern der Analyse ist die Messung der reinen Bezahlvorgänge an Einzelhandelskassen. Dazu wurden im Zeitraum Mai bis November 2017 Zeitmessungen in 15 Geschäften durchgeführt, die entsprechend der Branchenstruktur als typisch ausgewählt wurden. Insgesamt wurden 3.125 Zahlungsvorgänge gemessen, von denen der Großteil mit 2.330 Messungen auftragsgemäß auf Barzahlungen entfällt. Gemessen wurde die Zeit von der Nennung des Einkaufsbetrages bis hin zu der Übergabe des Bons und/oder des Zahlungsbeleges, Übergabe des Restgeldes oder Schließen der Kassenlade

Die Studie finden Sie auf der Internetseite der Bundesbank unter:
https://www.bundesbank.de/de/publikationen/berichte/studien/kosten-der-bargeldzahlung-im-einzelhandel-776464

Grafiken zum Download



Kontakt
Frank Horst, Leiter Inventurdifferenzen + Sicherheit, EHI, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-53, horst@ehi.org
Ute Holtmann, Leiterin Public Relations, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-42, holtmann@ehi.org

Herausgeber:
EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org, 0221-57993-0

Über das EHI:
Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 80 Mitarbeitern. Sein internationales Netzwerk umfasst rund 800 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie Dienstleister. Das EHI erhebt wichtige Kennzahlen für den stationären und den Onlinehandel, ermittelt Trends und erarbeitet Lösungen. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet. Präsident ist Kurt Jox, Geschäftsführer ist Michael Gerling. Die GS1 Germany ist eine Tochtergesellschaft des EHI und des Markenverbandes und koordiniert die Vergabe der Global Trading Item Number (GTIN, ehem. EAN) in Deutschland. In Kooperation mit dem EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel, die EuroCIS, wo neueste Produkte, Lösungen und Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorgestellt werden sowie die C-star für den asiatischen Handel in Shanghai.

Über die Deutsche Bundesbank:
Die Deutsche Bundesbank ist die Notenbank für Deutschland. Als Teil des Eurosystems leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der gemeinsamen Währung, des Euro. Über die Geldpolitik hinaus erfüllt die Bundesbank wichtige Aufgaben im nationalen und internationalen Umfeld. Dazu gehört die nationale Aufsicht über Kreditinstitute, auch im Rahmen der einheitlichen europäischen Bankenaufsicht, sowie die Bereiche Bargeld und unbarer Zahlungsverkehr, Finanz- und Währungsstabilität. Die Bundesbank arbeitet in allen internationalen Institutionen und Gremien mit, die der Stabilisierung des Finanzsystems verpflichtet sind. Sie verwaltet zudem Deutschlands Währungsreserven, dient als Hausbank des Staates und erfüllt wichtige Aufgaben in der Statistik. Auch berät sie die Bundesregierung in währungspolitischen Fragen.


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