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25.04.2019

Retail neu denken

E-Commerce Informationstechnologie Ladenplanung + Einrichtung #Multichannel #Omnichannel-Handel

Bei bonprix sorgen digital assistierte Prozesse für ein Einkaufserlebnis der besonderen Art. Mit dem neuen Format „fashion connect“, das im Februar als Pilot Store in Hamburg an den Start ging, will der Omnichannel-Händler die Zukunft des stationären Handels mitgestalten. Fünf Fragen an Daniel Füchtenschnieder, Geschäftsführer der bonprix Retail GmbH.

 

Herr Füchtenschnieder, welche strategischen Überlegungen stehen hinter dem bonprix-Konzept „fashion connect“?

Daniel Füchtenschnieder (Foto: bonprix)

Daniel Füchtenschnieder (Foto: bonprix)

Füchtenschnieder: Wir wollten das Thema Retail komplett neu denken. Denn trotz steigender E-Commerce-Anteile geht die Kundin nach wie vor gerne zum Shopping in die Innenstädte. Dreiviertel der Fashionumsätze werden immer noch im stationären Handel erzielt. Allerdings trüben einige kritische Punkte wie beispielsweise lange Schlangen an Umkleiden oder Kassen das Einkaufserlebnis. Wir haben uns also gemeinsam mit der Otto Group Gedanken gemacht, wie wir die Digitalisierung und unsere Expertise nutzen können, um Schwachpunkte im Einzelhandel zu beheben und unseren Kundinnen die Marke bonprix auch stationär mit einem tollen Shopping-Erlebnis näher zu bringen.

Wie lange dauerte die Konzeptions- und Testphase?

Füchtenschnieder: Wir haben uns in einem Zeitraum von zwei Jahren mit einem interdisziplinären Team aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen intensiv ausgetauscht und so das Konzept entwickelt und getestet. Im Mittelpunkt standen dabei immer die Bedürfnisse und Wünsche der Kundin.

Mit welchem Ergebnis?

Füchtenschnieder: Das Ergebnis ist das radikal Kundinnen-zentrierte, digital assistierte und lernfähige Retail-Konzept „fashion connect“. Es verbindet konsequent die Vorteile von Online und Offline und bietet mit technologischen Innovationen einen echten Mehrwert beim Shoppen. Mit „fashion connect“ möchten wir die Zukunft des stationären Einzelhandels mitgestalten.

Wie sind die ersten Erfahrungen nach der Eröffnung des Hamburger Pilot Stores? Wird das Konzept von den Kundinnen angenommen?

Füchtenschnieder: Die Resonanz ist sehr positiv – nicht nur von den Kundinnen, sondern auch von Branchenkennern, Retail-Experten und Medien. Insgesamt decken sich die ersten Rückmeldungen mit unseren Erfahrungen aus der Testphase: Viele Kundinnen haben Spaß an dieser neuen Art des Shoppens uns insbesondere der Komfort des Kabinenerlebnisses wird immer wieder als Highlight genannt.

Was sind die ersten Learnings?

Füchtenschnieder: Die Kundinnen wollten die Artikelpreise auch im Fitting Room auf dem Screen sehen. Das haben wir veranlasst. Und es gibt jetzt einen „Welcome Desk“, um die Kundinnen noch mehr „abzuholen“ bei ihrer möglicherweise ersten Begegnung mit unserem neuartigen Konzept. Die Anregungen der Kundinnen sind für uns und die Weiterentwicklung des Pilot Stores äußerst wertvoll.

Wie geht es weiter? Welche neuen Technologien sollen künftig im Store getestet werden?

Füchtenschnieder: Für bonprix als großen Onlinehändler sind vor allem die Multichannel-Effekte spannend. Der Store ist ein zusätzlicher Touchpoint in der gesamten Customer Journey unserer Kundin. Wir verabschieden uns von einer separaten Kanalperspektive und werden das Omnichannel-Potential weiter ausloten. Unter anderem sind im Store neue Features wie der verstärkte Einsatz digitaler Marketingmaßnahmen, personalisierte Produktvorschläge, automatischer Check-In und ein sukzessiver Ausbau der Zahlungsmöglichkeiten geplant. Wir befinden uns auf einer spannenden Reise hin zum Fully-Connected-Retail und diese Reise hat gerade erst begonnen.

 

Auf den EHI Omnichannel Days ’19 am 14./15. Mai 2019 in Köln erfahren Sie mehr über das Omnichannel-Konzept von bonprix und weitere Insights von innovativen Händlern wie Adler Modemärkte, Cyberport, deinTresor.de/Hartmann Tresore, Ganni A/S, Hellweg, Hornbach Baumarkt, internetstores/fahrrad.de, Lodenfrey, Otto Group, Puma Europe, QVC und real,- Digital.


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