Ute Holtmann

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16.07.2020

Schutz vor Cyberattacken im LEH

Alle Themen #B3S #Cybersicherheit #Lebensmittelhandel

Cyberangriffe sind nie gut, in bestimmten Branchen können sie aber gefährliche Auswirkungen haben – z.B. im Lebensmittelhandel. Bislang gäbe es keine „ernsthaften“ Hacker-Angriffe, erklärt Andreas Thimm von der Rewe und Leiter des entsprechenden Branchenarbeitskreises und empfiehlt den Sicherheitsstandard B3S. Deren zweite Version wurde nun genehmigt und steht der Branche zur Verfügung.

Der Branchen-eigene Standard zur weiteren Verbesserung der Cybersicherheit in der Lebensmittelbranche ist genehmigt. Die zweite Version des Standards namens „B3S“ wurde gerade von Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zugelassen. „Die Diskussion um den brancheneigenen Sicherheitsstandard hat in den letzten Jahren auf allen Managementebenen mehr Aufmerksamkeit für Cybersicherheit gebracht. Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit können sehr aufwändig sein und es ist gut, wenn die tatsächlichen Gefahren eingeschätzt werden können. Der B3S hilft dabei, den Aufwand für Maßnahmen zur Erhöhung der Cybersicherheit überschaubar zu halten, weil nicht Luxus-Lösungen gefordert werden, sondern pragmatische Maßnahmen im Vordergrund stehen.“, erklärt Andreas Thimm, CISO, REWE Group und Leiter Branchenarbeitskreis Lebensmittelhandel (BAK) im UP KRITIS. Der Standard wurde von den führenden Unternehmen des Lebensmittelhandels in Kooperation mit dem EHI im Branchenarbeitskreis Lebensmittelhandel entwickelt. Die Händler können Ihre Cybersicherheit nach diesem Standard erhöhen und erfüllen damit die Anforderungen des IT-Sicherheitsgesetzes.

Lebenswichtige Adern

Zum Hintergrund: „Mit der rasanten Entwicklung der Informationstechnik entstehen in fast allen Bereichen des Alltags neue IT-Anwendungen – und damit auch immer neue Sicherheitslücken. Je abhängiger der Mensch von der Informationstechnik wird, desto mehr stellt sich die Frage nach deren Sicherheit“, erklärt das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI). IT-Infrastrukturen seien zu lebenswichtigen Adern für unseren Staat, die Gesellschaft und die Wirtschaft geworden und Ausfälle dieser Systeme könnten bedrohlich sein und existenzielle Folgen haben.

Versorgungsaufgabe

Deshalb existiert seit 1998 das IT-Sicherheitsgesetzt, dass sogenannte kritische Infrastrukturen (KRITIS) verpflichtet, ihre IT nach dem Stand der Technik angemessen abzusichern und diese mindestens alle zwei Jahre überprüfen zu lassen. Zu den KRITIS gehört aufgrund seiner wichtigen Versorgungsaufgabe insbesondere der Lebensmittehandel. Stellvertretend haben einige Vertreter des Lebensmittelhandels in Zusammenarbeit mit dem BSI, anderen Behörden und dem EHI im Branchenarbeitskreis Lebensmittelhandel einen branchenspezifischen Sicherheitsstandard (B3S) entwickelt. Der Standard enthält Rahmenanforderungen zur Umsetzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen, die sich an ISO/IEC 27001 orientieren. Er kann als Grundlage für die aktuell turnusgemäß anstehende Nachweiserbringung nach § 8a (3) BSIG verwendet werden und auch Unternehmen, die keine gesetzlichen Pflichten erfüllen müssen, als Leitfaden zur Steigerung der eigenen IT-Sicherheit dienen. Dieser unterliegt alle zwei Jahre einer Prüfung durch den BSI und ist nun genehmigt worden.

Kaum Attacken im LEH

Der filialisierte Lebensmittehandel verzeichnet keine nennenswerten Attacken. „Die Lage hat sich in der jüngsten Vergangenheit nicht spürbar verändert. Phishing-Versuche haben etwas zugenommen, „ernstere“ Angriffe konnten wir aber nicht in verstärktem Umfang feststellen. Möglicherweise konzentrieren sich Cyberkriminelle stärker auf kleinere Unternehmen, da Sie hier oft leichteres Spiel haben“, so der Arbeitskreisleiter Thimm. Für die Zukunft soll der B3S zu einer Checkliste weiterentwickelt werden. „Dies führt im Erfolgsfall dazu, dass Händler anhand des B3S recht schnell eigene Konzepte entwickeln oder prüfen und dann auch mit überschaubarem Aufwand umsetzen können.“

Unternehmen können den Standard kostenpflichtig erwerben. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Dokumentes werden zur Weiterentwicklung des Standards durch die Handelsbranche genutzt.

Kontakt: Cetin Acar, EHI, acar@ehi.org, 0221-57993-12


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