Sven Althaus

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10.09.2020

Transformation im LEH

Alle Themen Ladenplanung + Einrichtung Marketing #Markthalle #Storekonzept

Drei Fragen an Marcel Uphues, Geschäftsbereichsleiter Finanzen, real und Prof. Dr. Manfred Krafft, Direktor des Instituts für Marketing, Westfälische Wilhelms-Universität Münster*)//

01_interviewDas im Jahr 2016 entwickelte Markthallen-Konzept von real steht nicht nur für eine optische Neugestaltung, sondern bedeutete zugleich eine vollständig neue Positionierung im Markt. Bei der radikalen Transformation zum Markthalle-Format sind dabei nicht nur neue Wege bei Ambiente und Atmosphäre eingeschlagen worden, sondern bisherige Strukturen und Abläufe wurden ebenso auf den Prüfstand gestellt.

Beim real-Markthallen-Konzept spielt das Personal bei der Umsetzung auf der Fläche sicher die wichtigste Rolle. Wie wurde das Verkaufspersonal auf das neue Konzept geschult und damit zu einer erfolgreichen Umsetzung motiviert?

Uphues: Die Vorbereitung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fußte auf mehreren Säulen. Zum einen haben wir externe Fachleute für Systemgastronomie und Warenkunde engagiert. Darüber hinaus haben wir Seminare und Schulungen für die Mitarbeiter durchgeführt. Viele Kunden wissen immer mehr über Genuss und Kulinarik. Dieser Entwicklung muss eine Markthalle bei Real natürlich standhalten und das Kompetenzprofil der Mitarbeiter über ständige Weiterbildung weiter schärfen. Aus diesem Grund haben wir auch eine Schulungsküche als kulinarische „Werkstatt“ direkt im Gebäude oberhalb der Verkaufsebene eingerichtet. Wir haben aber auch neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt, die aus anderen Branchen kamen und die Diversität im Team erhöht haben. Außer in Krefeld betreiben wir auch in Braunschweig, Aschaffenburg und Balingen eine Markthalle, so dass auch aktiver Erfahrungsaustausch möglich ist.

Welche Zeit sollte man einem neuen Verkaufs- und Ladenkonzept einräumen, um fundierte Aussagen über die Umsatzentwicklung machen zu können?

Uphues: Man muss mindestens 18-24 Monate abwarten, um eine belastbare Tendenz zu erhalten. Zum einen aufgrund der saisonalen Verkaufsmuster, zum anderen die Kundschaft an die neue Situation zu gewöhnen.“ Die Entscheidung würde ich Euch überlassen.

Krafft: Zusätzlich sei der Hinweis erlaubt, dass man auch vor der Neueröffnung einen genügend langen Zeitraum als Basis benötigt, um Vergleiche und aussagekräftige Analysen vornehmen zu können. In unseren wissenschaftlichen Analysen haben wir das Einkaufs-verhalten etwa 18 Monate vor und 18 Monate nach Eröffnung der Markthalle betrachtet.

Wie lauten demzufolge einige Ihrer Empfehlungen für transformationswillige Händler?

Krafft:

  • Die Umbauphase sollte gründlich geplant und organisiert werden, vor allem aber zügig erfolgen!
  • „Heller, frischer, großzügiger, mehr Premium“ etc. ist nicht zwangsläufig ein Erfolgsgarant. Entscheidend ist, was die Kunden wollen.
  • Bloß nicht von kurzfristigen Dämpfern entmutigen lassen!

Uphues:

  • Konsequent sein – Beharrlich sein – Nicht stur sein.

 

Mehr über das Markthallenkonzept von real erläutern Marcel Uphues und Prof. Dr. Manfred Krafft beim zweiten Teil – „Zukunft Retail – Einkaufen mit Abstand“ – der EHI Session3 Retail Design am 16. September 2020.

*) mit ihrer Kooperation wurden Uphues und Krafft mit dem Wissenschaftschaftspreis in der Kategorie „Bestes Lehrstuhlprojekt“ ausgezeichnet


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