Ute Holtmann

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30.04.2020

Trennwände statt Displays

Alle Themen #Corona #Schutzmaßnahmen

Claudia Rivinius, Marketingleiterin der STI Group im Gespräch mit der EHI-Newsletter-Redaktion //

Wie Kreativität und neue Denkansätze zu praktikablen Produktlösungen im Handel, im Lager oder auch beim Besuch der Oma führen, berichtet Claudia Rivinius, STI Group. Nicht nur rechtliche Herausforderungen sind dabei zu berücksichtigen …

Der Verpackungs- und Displayhersteller STI Group hat seine Produktion an die besonderen Bedürfnisse des Marktes in der Coronazeit angepasst. Wie genau sieht das aus?

Claudia Rivinius: In der aktuellen Situation nutzen wir unser Know-how, um die Infektions-Gefährdung im Alltag und am Arbeitsplatz zu reduzieren. Uns ist es dabei wichtig, pragmatische Lösungen zu entwickeln, die sich einfach und schnell umsetzen lassen.

Quelle: STI

Quelle: STI

Überall dort, wo Menschen eng zusammenarbeiten, helfen z. B. Trennwände aus Wellpappe, den geforderten Mindestabstand zu wahren. Sei es in der Produktion, im Handel oder im Großraumbüro. Mit Durchblick und passenden Features für alle möglichen Anwendungsbereiche sind die flexiblen Trennwände schnell verfügbar und können bei Bedarf individuell angepasst werden.

Wo Abstände nicht eingehalten werden können, kommt unser CE-geprüfter Gesichtsschutz mit transparentem Schild zum Einsatz. Das Visier der PSA Risikoklasse 1 deckt das Gesicht großflächig ab und schützt Mund, Augen und Nase komfortabel vor Flüssigkeitsspritzern. Für den kurzzeitigen Einsatz im Handel haben wir zudem kostengünstige Behelfs Mund-Nasen-Masken aus Karton entwickelt, außerdem ein Karton-Visier mit Sichtfenster.

In welchen Branchen und Bereichen kommen die Lösungen zum Einsatz?

Quelle: STI Group

Quelle: STI Group

Claudia Rivinius: Die Trennwände sind sehr wandelbar und optimal geeignet für Büro- oder Produktionsarbeitsplätze, aber auch für Friseursalons, Wartezonen, Catering-Bereiche im Handel oder die Gastronomie. Für Tankstellen, Kioske und kleinere Verkaufsstellen haben wir beispielsweise Spuckschutz-Aufsteller im Programm.

Die Gesichtsschutz-Varianten sind für unterschiedliche Einsatzbereiche konzipiert. Der CE-geprüfte Gesichtsschutz mit Visier der PSA Risikoklasse 1 wird in Großbritannien beispielsweise vom National Health Service eingesetzt. Hier in Deutschland haben vor allem Produktionsbetriebe großes Interesse, aber auch Konfektionäre und Logistikdienstleister sowie Handelsunternehmen für Mitarbeiter im direkten Kundenkontakt oder in der Verräumung. Das Visier ist die perfekte Alternative zur Mund-Nasen-Maske, da es bequemer zu tragen ist, das komplette Gesicht sichtbar ist und der Mitarbeiter besser Luft bekommt.

Auch die STI Group schützt mit diesem Visier ihre Mitarbeiter*innen bei Tätigkeiten, wo Abstände nicht eingehalten werden können und Trennwände keinen Sinn machen. Die Karton-Varianten sind eine einfache und kostengünstige Lösung, um sein Umfeld z.B. beim Einkauf oder dem Besuch bei der Oma zu schützen.

Was sind die größten Herausforderungen dabei?

Claudia Rivinius: Rechtliche Aspekte sind natürlich eine Herausforderung: wie darf ein neues Produkt heißen, welche Eigenschaften muss es mitbringen und welche Zertifikate benötigt es? Und wie schnell können wir derzeit stark nachgefragtes Material bekommen und produzieren? So sind beispielsweise die Trennwände mit Sichtfenster entstanden, denn Acryl ist nicht nur teuer, sondern aktuell auch extrem schwierig verfügbar.
Doch diese Aspekte kommen durchaus auch bei „normalen“ Kundenprojekten vor. Für uns ist die größere Herausforderung tatsächlich gerade, Massenprodukte statt individueller Lösungen zu entwickeln. Denn normalerweise sind unsere Verpackungen und Displays maßgeschneidert auf das Produkt, seine Logistik und die Zielgruppe. Jetzt entwickeln wir allgemein nutzbare Produkte, die wir bei Bedarf individualisieren. Diese andere Perspektive ist für uns im ersten Schritt eine Herausforderung gewesen, inspiriert uns aber zu ganz neuen Denkansätzen und Arbeitsweisen.

Wie reagieren Ihre Kunden darauf, wie kommt das an?

Quelle: STI Group

Quelle: STI Group

Claudia Rivinius: Unsere Kunden sind sehr dankbar dafür, dass wir ihnen mit der neuen Produktrange bei einem Teil ihrer aktuellen Herausforderungen helfen können. Lebensmittel-Produzenten sind ebenso begeistert wie Co-Packer, dass wir ihre Produktions- oder Packstraßen mit einfachen Wellpapp-Trennwänden ausstatten. So können sie rechtlichen Vorgaben von Abstand und Infektionsschutz genügen und die Mitarbeiter*innen freuen sich über das pragmatische Vorgehen und die Erhöhung der persönlichen Sicherheit. Gleiches gilt für die Visiere, die wir schnell verfügbar in Europa produzieren und die nicht nur im medizinischen Bereich eine große Entlastung für die Mitarbeiter darstellen.


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