Ute Holtmann

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09.08.2018

Wenn Alexa & Co. einkaufen …

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Voice Commerce: „Bestellen per Stimme noch mühselig“

IT-Experte Cetin Acar, EHI, zu Voice Commerce

IT-Experte Cetin Acar, EHI, zu Voice Commerce

In einem Interview für die Taspo (und in in seinem Vortrag auf der kommenden Spoga+Gafa Anfang September) erklärt unser IT-Experte Cetin Acar, was Händler tun können, um die neuen Digital-Modelle im Handel rechtzeitig in ihre Strategien wie Voice Commerce einzubinden.

Herr Acar, Sie haben sich in Ihrer EHI-Studie intensiv mit dem vernetzten Store befasst. Welche Bedeutung messen Sie dem Voice Commerce bei, also dem Bestellen via Sprachassistenten Alexa & Co?

Cetin Acar: Bestellen per Stimme ist aktuell noch mühselig. Aber immer mehr Händler machen erste Gehversuche und entwickeln Anwendungen, die Rezepte Vorschlagen oder Einkaufslisten verwalten. In Zukunft könnten Chatbots beim Einkaufen – auch im Store – beraten und Empfehlungen aussprechen. Die Technologie ist den Verbrauchern von Sprachassistenten wie Amazons Alexa, Googles Assistant oder Apples Siri ja bereits vertraut und kommt immer stärker im Alltag zum Einsatz.

Wo sehen Sie Chancen, wo Barrieren in der Umsetzung des Bestellens via Sprachassistenten?

Cetin Acar: Die Systeme sind noch nicht fertig mit ihrer Entwicklung und aktuelle Beispiele teilweise noch „Spielerei“. Auch fehlende Standards unter anderem beim Checkout sind noch Hemmnisse. Durch die immer kürzeren Innovationszyklen ist es aber letztlich eine Frage der Zeit, wann diese Anwendungen ausgereift sein werden. Daher gilt es den Markt genau zu beobachten und gegebenenfalls erste Schritte zu machen. Für ein gutes Shopping-Erlebnis müssen die Anwendungen flexibel auf die Angaben des Verbrauchers eingehen und gegebenenfalls den Kontext selbstständig erkennen. So muss man beispielsweise in neuen Autos den Sprachassistenten nicht mehr fragen: „Wo ist die nächste Tankstelle?“ Man sagt „Ich möchte tanken“ und das Navigationssystem sucht die nächste Tankstelle heraus.

Inwieweit sind Händler jetzt gefordert zu agieren?

Cetin Acar: Händler sollten zum Beispiel im Alexa Skill-Store von Amazon oder ähnlichen zumindest mit einem eigenen Skill vertreten sein, um nicht den Anschluss zu verpassen. Gerade durch erste Umsetzungen können mit vergleichsweise wenig Aufwand wertvolle Erfahrungen für die nächsten Evolutionsstufen gesammelt werden. Neue Kundengruppen werden dadurch angesprochen und aktuelle durch einen weiteren Kommunikationskanal gebunden. Die Strategie nicht selber zu entwickeln, sondern auf Sprachassistenten/Skills von anderen Anbietern zu setzen ist natürlich auch möglich. Diese Systeme werden aber wohl im Zweifel Eigenmarken und Produkte ihres Herstellers empfehlen… (rve)
Das Interview führte Renate Veth für die TASPO 34/2018 Special Gartenmarkt

Am 3. September, 13.30 – 14.00 Uhr auf der Spoga+Gafa in Köln im Forum Gartencafé am Messeboulevard (gegenüber Passage 4/5) referiert Cetin Acar zu: Der lange Weg zum vernetzten Store – welche Digitalmodelle machen das Rennen? Die individualisierte Kundenkommunikation, Services wie Instore Navigation, die Interaktion mit dem Smartphone der Kunden, Chatbot oder gar vollautomatisierte Store Konzepte wie AmazonGo …


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