Smartphone statt Portemonnaie: Mobile Payment boomt

Neue EHI-Zahlen zu Bargeld, Karte und Online-Payment

Philipp Lanzerath

Philipp Lanzerath

Projektleiter Public Relations

Tel: +49 221 57993-697

lanzerath@ehi.org

Horst Rüter

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Mitglied der Geschäftsleitung

Tel: +49 221 57993-54

rueter@ehi.org

Mobile Payment ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Kundinnen und Kunden greifen für das Bezahlen im Einzelhandel immer häufiger zum Smartphone. Das zeigt die neue EHI-Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“, die heute auf dem EHI Payment Kongress in Bonn vorgestellt wird.

„Das mobile Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch liegt im Trend und wird immer häufiger im Handel genutzt. Etwa jede fünfte unbare Zahlung an den Kassen des Einzelhandels tätigt die Kundschaft mittlerweile mobil“, erklärt Payment-Experte und Studienautor Horst Rüter.

Jede fünfte Kartenzahlung mobil

19,3 Prozent der unbaren Zahlungen wurde im vergangenen Jahr an der Ladentheke mobil bezahlt (2024: 12,8 Prozent). Das entspricht 9,3 Prozent der insgesamt 20 Mrd. jährlichen Zahlungsvorgänge. Fast neun von zehn Kartenzahlungen werden inzwischen durch Vorhalten von Karte oder Handy kontaktlos durchgeführt.

Während die Sparkassenorganisation bereits seit einigen Jahren sowohl Kreditkarten als auch die Girocard in der iPhone-Wallet anbietet, sind im letzten Jahr über eigene Apps auch die Genossenschaftsbanken und der Online-Marktführer Paypal gefolgt.

Dieser weitere Schub für das mobile Bezahlen wurde durch die Teilöffnung der zuvor geschützten Kontaktlos-Schnittstelle des iPhones von Marktführer Apple ermöglicht. Hier sind nach Intervention der EU-Kommission nun auch Zahlungsvorgänge mit Apps von Drittanbietern möglich.

Internationale Debitkarten boomen

Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen hat unverändert starke Auswirkungen auf den Umsatzanteil der Barzahlung. Dieser verringert sich auf 32,3 Prozent (2024: 33,8 Prozent). Der Umsatzanteil der Karte hingegen wächst auf 65,1 Prozent (2024: 63,5 Prozent). Mit 40,5 Prozent entfällt der größte Teil davon auf die Girocard, wenngleich sie um einen Prozentpunkt leicht verliert.

Internationale Debitkarten von Visa und Mastercard verzeichnen ein signifikant starkes Wachstum um 2,5 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent. Auf die Kreditkarte entfallen 8,2 Prozent, die SEPA-Lastschrift kommt auf 6,4 Prozent. Insgesamt beläuft sich der Kartenumsatz auf 328,6 Mrd. Euro, was einem Plus von 14,5 Mrd. Euro entspricht. Beim Blick auf die Transaktionsanteile (Einkäufe) liegt Bargeld mit 50,5 Prozent noch leicht vorne gegenüber der Karte mit 48,1 Prozent, der Abstand schrumpft allerdings immer weiter.

Online-Payment: Paypal und Rechnungskauf dominant

Die boomenden Debitkarten haben auch Auswirkungen auf das Online-Payment. So verzeichnen die Kredit- bzw. internationalen Debitkarten das größte Wachstum mit 1,4 Prozentpunkten und belegen im Ranking der Bezahlverfahren nach Umsatzanteilen Platz vier mit 13,7 Prozent.

An erster Stelle behauptet Paypal mit 28,7 Prozent (2024: 28,5 Prozent) seine Spitzenposition im E-Commerce. Der Kauf auf Rechnung folgt dahinter mit 26,1 Prozent (2024: 25,8 Prozent). Lastschrift verliert fast drei Prozentpunkte und kommt an dritter Stelle mit 14,4 Prozent. Erstmals explizit im Ranking ausgewiesen ist Apple Pay (1,3 Prozent).

Grafiken zum Download

Das Poster mit den wichtigsten Statistiken aus der Studie steht kostenfrei zum Download bereit.

Datenbasis:
Das Erhebungspanel für den stationären Einzelhandel umfasst 499 Unternehmen, was ca. 125.000 Betrieben aus 35 Branchen mit einem Brutto-Umsatz im Jahr 2025 von 303,8 Mrd. Euro (ca. 60% des stationären Einzelhandelsumsatzes i. e. S. in Höhe von 505 Mrd. €) entspricht.
Im Panel zum Thema Online-Payment sind aktuell 172 Unternehmen mit 50,7 Mrd. Euro Netto-Online-Umsatz vertreten.


Kontakt:
Horst Rüter, Leiter Forschungsbereich Zahlungssysteme und Mitglied der Geschäftsleitung, Tel: +49 (0)221/57993-54, rueter@ehi.org
Philipp Lanzerath, Public Relations, Tel.: +49 (0)221/57993-697, lanzerath@ehi.org

Herausgeber:
EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org

Über das EHI:
Das EHI ist ein Forschungs-, Bildungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 80 Mitarbeitenden und einem internationalen Netzwerk von 850 Mitgliedsunternehmen des Handels, der Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie der Dienstleisterbranche. Das EHI ist auch Gesellschafter der GS1 Germany sowie der Agraya und Partner der Messe Düsseldorf bei bedeutenden Handelsmessen wie der EuroShop. Präsident des EHI ist Markant-Chef Markus Tkotz und Geschäftsführer ist Ulrich Spaan.

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