Ich fühl mich heute nicht gut

Gesundheit am Arbeitsplatz

Ulrike Witt

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Forschungsbereich Personal

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Karin Zimmermann

Forschungsbereich Personal

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… das muss reichen als Argument, um sich von der Arbeit abzumelden – zumindest für die ganz junge Generation. Ob sich das Empfinden auf physische oder psychische Beschwerden bezieht, spielt dabei keine relevante Rolle. Denn vor allem jüngere Menschen haben kein Problem damit, auch psychische Probleme offen zu kommunizieren. Ältere Mitarbeiter sind beim Thema mentale Gesundheit deutlich zurückhaltender.

Mental Health gewinnt zunehmend an Bedeutung

Mental Health gewinnt zunehmend an Bedeutung; Foto: Yura Yarema/stock.adobe.com

Das war nur eine der vielen Erkenntnisse der HR-Innovation Hour „Mentale Gesundheit im Unternehmen“ des EHI mit 20 Gesundheitsbeauftragen und HR-Verantwortlichen aus führenden Handelsunternehmen. Einig waren sich alle darin, dass mentale Gesundheit noch stärker in den Fokus rücken muss, da die Stressbelastung – etwa durch Zeitdruck, Überlastung oder Veränderungsprozesse – von Mitarbeitenden sowie psychisch bedingte Ausfälle weiter zunehmen. Die Diskussionsteilnehmenden bestätigen damit die allgemeine Studienlage, nach der jede 5. erwachsene Person in Deutschland eine erhöhte Stressbelastung empfindet.  Auch erleben schon jetzt fast 25 Prozent aller 8 bis 17Jährigen subjektiv eine hohe psychische Belastung.
Bianca van Wijnen, Head of CoE Health Management bei der REWE Group, betonte, dass gerade junge Menschen auch durch neue Drogen, Social Media und KI gefährdet sind, und wie wichtig es ist, dass Ausbildungsbeauftragte sich mit diesen Themen beschäftigen. Sie stellte außerdem sehr viele Maßnahmen vor, die seit vielen Jahren in ihrem Unternehmen durchgeführt werden. Sie empfiehlt vor allem eine offene Kommunikation und einen offenen Umgang mit dem Thema, um Stigmatisierung zu vermeiden. Denn wenn Mitarbeitende sich unbefangen über psychische Belastungen oder Beschwerden austauschen, wirkt sich das positiv auf die allgemeine Akzeptanz von entsprechenden Angeboten aus. Zudem hält sie es für relevant, Maßnahmen nicht über einen Kamm zu scheren, sondern individuelle Angebote für einzelne Personengruppen zu machen. Weiter empfiehlt sie einen kontinuierlichen Aufbau der Aktivitäten und Soforthilfeangebote.
Katharina Weidmann, Ressourcing (HR) Manager bei Primark, ergänzte, dass der Austausch in Interessensgruppen im Intranet sich positiv auf das seelische Wohlbefinden auswirken kann. Eine andere Teilnehmerin betonte, dass vor allem Führungskräfte in den Fokus rücken müssen. Zum einen als Betroffene, zum anderen als Fürsorgebeauftragte für ihre Mitarbeiter:innen. Über die Rolle des Betriebsrats wurde unterschiedlich berichtet. In einigen Unternehmen fördert er Maßnahmen, in anderen bremst er sie mit dem Argument des Datenschutzes. Wobei der Datenschutz selbstverständlich bei allen Maßnahmen schon aus dem Grund der Akzeptanz berücksichtigt wird.
Alles in allem ist in den kommenden Jahren noch einiges zu tun. Nicht alle Unternehmen haben mentale Gesundheit ganzheitlich in der Unternehmensphilosophie verankert, auch wenn es schon viele Angebote für die Mitarbeitenden gibt. Wir bleiben dran.
Einen Überblick über die aktuelle Situation in Bezug auf mentale Gesundheit im Handel gibt das aktuelle EHI-Factsheet.
Ulrike Witt

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