Vom physischen Terminal zur vernetzten Plattform: Die Kassenlandschaft im Einzelhandel befindet sich im Umbruch. Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, setzt der Handel gezielt auf strategische Investitionen in Checkout-Technologien. Die befragten Händler identifizieren dabei vor allem die Integration Künstlicher Intelligenz, den Ausbau von Self-Checkout- und Self-Scanning-Systemen sowie den Einsatz mobiler Geräte mit Kassenfunktion. Das geht aus der neuen EHI-Studie „Checkout-Trends 2026“ hervor, die im Rahmen der Fachmesse EuroShop in Düsseldorf vorgestellt wurde.
„Der Checkout entwickelt sich zu einer intelligenten, vernetzten Plattform, die Effizienz, Flexibilität und Innovationskraft vereint. Händler positionieren sich bereits jetzt für die Ära des vernetzten Handels“, erklärt Studienautor Cetin Acar.
Weniger Kassen, mehr KI und Self-Service
Der seit Jahren zu beobachtende Rückgang bei der Anzahl der Kassensysteme und Betriebe im Handel* setzt sich weiter fort. Aktuell sind 904.300 Kassen (2024: 931.000) in 473.700 Betrieben (2024: 498.200) im Einsatz. Grund dafür sind Schließungen von Geschäften aus wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund der starken Konkurrenz durch den Onlinehandel. Dadurch sinkt die Gesamtzahl der stationären Touchpoints. Auch Self-Checkout-Kassen halten diesen Trend nicht auf.
Für die Befragten rücken drei Anforderungen beim Kassenprozess besonders in den Vordergrund: 60 Prozent (2024: 33 Prozent) sehen den größten Handlungsbedarf bei der Unterstützung durch KI, beispielsweise um den Checkout zu optimieren. An zweiter Stelle nennen die Händler Self-Service-Lösungen (56 Prozent). Diese können Wartezeiten reduzieren und Personaleinsätze flexibler gestalten. Ebenfalls oben auf der Liste stehen mobile Geräte mit Kassenfunktion (48 Prozent). Sie ermöglichen es, den Checkout in den Verkaufsraum zu verlagern.
Investitionen in Kassentechnologien
Der Modernisierungsdruck auf die Filialsysteme wächst spürbar. Das durchschnittliche Alter der Kassenhardware beträgt derzeit 5,9 Jahre und liegt damit über dem Wert von 5,5 Jahren aus der Studie von 2024. Die Investitionsbereitschaft wird dabei durch wirtschaftlich schwierige Rahmenbedingungen wie hohe Energiekosten und ein schwaches Konsumklima gedämpft. Händler entscheiden sich eher für einen gezielten Austausch einzelner Komponenten wie Scanner, Drucker oder Displays. So streben nur 22 Prozent einen vollständigen Systemaustausch an. Dennoch planen 88 Prozent der Befragten eine Veränderung der Kassenhardware in den kommenden zwei Jahren.
Ähnlich verhält es sich mit der Software: Mit einem Durchschnittsalter von 6,9 Jahren (2024: 6,4 Jahre) ist sie reif für Erneuerungen. Die Änderungsbereitschaft bleibt hoch: Rund die Hälfte der Befragten plant einen Wechsel der Kassensoftware. Dabei rücken maßgeschneiderte Individuallösungen zunehmend in den Fokus. Schließlich ermöglichen sie eine nahtlose Integration in die bestehende Systemlandschaft sowie eine schnelle Einführung neuer Funktionen wie kontaktlose Zahlungen oder Loyalty-Programme.
*Handel im weiteren Sinne (inkl. Bäckereien, Tankstellen, Friseurgeschäfte etc.)
Die Studie ist ab sofort zum Download verfügbar und für Mitglieder kostenlos.
Datenbasis:
An der Umfrage haben sich 50 Handelsunternehmen aus dem D-A-CH-Raum beteiligt, was im deutschsprachigen Raum 72.000 Filialen und weltweit 98.900 Filialen entspricht. Der Nettoumsatz der befragten Unternehmen in D-A-CH beläuft sich auf 249,2 Mrd. Euro, weltweit erwirtschaften die Panelunternehmen einen Nettoumsatz von 437,8 Mrd. Euro.
Kontakt:
Cetin Acar, Projektleiter Forschungsbereich IT, Tel: +49 (0)221 57993-12, acar@ehi.org
Philipp Lanzerath, Public Relations, Tel.: +49 (0)221/57993-697, lanzerath@ehi.org
Herausgeber:
EHI Retail Institute e. V., Spichernstraße 55, 50672 Köln, www.ehi.org
Über das EHI:
Das EHI ist ein Forschungs-, Bildungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 80 Mitarbeitenden und einem internationalen Netzwerk von 850 Mitgliedsunternehmen des Handels, der Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie der Dienstleisterbranche. Das EHI ist auch Gesellschafter der GS1 Germany sowie der Agraya und Partner der Messe Düsseldorf bei bedeutenden Handelsmessen wie der EuroShop. Präsident des EHI ist Markant-Chef Markus Tkotz und Geschäftsführer ist Ulrich Spaan.



